
König Felipe VI. beruft Verteidigungsministerin und Militärspitze wegen Grenzkrise in Ceuta ein
König Felipe VI. hielt eine nicht angekündigte Versammlung im Palast von Zarzuela mit Verteidigungsministerin Margarita Robles und der militärischen Führung Spaniens ab, um die Landesverteidigung in Ceuta nach den Grenzübertritten im Juli zu bewerten.
Militärgipfel im Zarzuela-Palast
König Felipe VI. berief am Montag, den 7. September 2026, eine nicht angekündigte Versammlung im Zarzuela-Palast ein, um die Sicherheitslage in Ceuta aus verteidigungspolitischer Sicht zu bewerten. Das spanische Königshaus veröffentlichte am Dienstagnachmittag über soziale Medien ein Foto der Zusammenkunft, das den Monarchen in seiner Armee-Generalhauptmanns-Uniform zusammen mit Verteidigungsministerin Margarita Robles und den ranghöchsten Kommandeuren zeigt. Zu den Teilnehmern des Treffens gehörten der Generalstabschef Admiral General Teodoro Esteban López Calderón, der Chef des Einsatzkommandos Generalleutnant José Antonio Agüero, der Chef des Territorialen Einsatzkommandos Generalleutnant Julio Salom und der Kommandierende General der Division Ceuta, General Luis Jesús Fernández Herrero. Die Verteidigungsüberprüfung stand weder auf dem offiziellen öffentlichen Terminkalender des Monarchen noch auf dem der Verteidigungsministerin. Beamte in La Moncloa erklärten, sie seien im Voraus über die Versammlung informiert worden und stellten sie als Standardverfahren dar, wobei sie auf die besondere verfassungsrechtliche Bindung zwischen dem Staatsoberhaupt und den Streitkräften hinwiesen.
Reaktion auf Grenzübertritte
Das hochrangige Militärtreffen folgt auf den Grenzdurchbruch vom 30. und 31. Juli 2026, bei dem mehr als 70.000 Personen unregelmäßig von Marokko nach Ceuta einreisten, sodass noch Tausende auf den Straßen der autonomen Stadt sind. Zarzuela erklärte, der König habe die Ereignisse mit Sorge und Empörung verfolgt und betonte die Notwendigkeit, koordinierte Maßnahmen zu ergreifen, die die Unterstützung des spanischen Festlands für Ceuta und Melilla zum Ausdruck bringen. Während der Feierlichkeiten zum Ceuta-Tag am 2. September 2026 erneuerte Felipe VI. nach Gesprächen mit dem Präsidenten von Ceuta, Juan Jesús Vivas, dieses Bekenntnis zu der nordafrikanischen Exklave.
Die Krone und wir alle, mit unserer Stadt.
Robles hat seit Beginn der Migrationskrise öffentlich auf Marokko verwiesen und eine Position eingenommen, die sich von der anderer sozialistischer Kabinettsmitglieder unterscheidet. Ihre Position folgt auch auf interne Kabinettsreibungen mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska über die Grenzpolitik.
- Mehr als 70.000 Migranten reisen an zwei Tagen unregelmäßig von Marokko nach Ceuta ein
- König Felipe VI. trifft sich mit Ceuta-Präsident Juan Jesús Vivas am Ceuta-Tag
- Felipe VI. und Verteidigungsministerin Margarita Robles besuchen eine Ausstellung im Armeemuseum Toledo
- König Felipe VI. beruft Margarita Robles und Militärchefs in den Zarzuela-Palast ein
- Felipe VI. und Robles sollen an der Gedenkfeier zum 11. September auf dem Marinestützpunkt Rota teilnehmen
Vorbereitungen für einen Königsbesuch
Das Königshaus und die Zentralregierung bereiten in den kommenden Wochen einen offiziellen Besuch von Felipe VI. in Ceuta vor. Premierminister Pedro Sánchez erklärte in einem Radiointerview mit Cadena SER, dass die Reise stattfinden werde, sobald geeignete Bedingungen vorlägen, und merkte an, dass zwanzig Jahre vergangen seien, seit ein spanisches Staatsoberhaupt die Stadt besucht habe. König Juan Carlos I. stattete Ceuta und Melilla 2007 unter Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero den letzten königlichen Besuch ab. Oppositionsführer warfen der Exekutive vor, die öffentliche Rolle des Monarchen manipulieren zu wollen, während die Regierung erwiderte, die Erwähnung der zwanzigjährigen Lücke spiegele lediglich die administrative Realität über mehrere Regierungen hinweg wider. Felipe VI. hat seit seiner Thronbesteigung 2014 keine der beiden autonomen Städte besucht. Ceuta-Präsident Vivas hatte zuvor nach einem Treffen mit dem König im Marivent-Palast erklärt, der Monarch habe einen klaren Wunsch geäußert, das Territorium zu besuchen.
Innenpolitische Reibungen
Die Verteidigungsüberprüfung erfolgte, während die politischen Parteien ihre Kritik an der Grenzverwaltung der Zentralregierung verschärften. Der Vorsitzende der Volkspartei, Alberto Núñez Feijóo, forderte Sánchez' Rücktritt und bezeichnete den Premierminister als inkompetent oder komplizenhaft, während Vox seine gesetzgeberische Offensive gegen das Kabinett verstärkte. Die Kritik erstreckte sich auch auf Regierungsverbündete: Sumar erklärte, die Exekutive habe zu spät reagiert und behauptete, die Beteiligung Marokkos sei nicht glaubwürdig. Regionale Formationen wie ERC, Bildu, Podemos, BNG und PNV stellten die Weitsicht des Kabinetts und die diplomatische Haltung gegenüber Rabat in Frage. Felipe VI. und Robles trafen sich zuvor am Freitag, den 4. September 2026, im Armeemuseum in Toledo, und beide sollen am Freitag an einer Gedenkveranstaltung auf dem Marinestützpunkt Rota zum 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September teilnehmen.

