Spanien übernimmt Kontrolle über Hafen von Ceuta, um provisorisches Migrantenlager zu errichten – gegen Einwände der Lokalregierung
Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente unterzeichnete eine Anordnung zur Übernahme der Kontrolle über den Hafen von Ceuta und zur Genehmigung eines provisorischen Zeltlagers für Migranten, wobei er den Widerstand der Regionalregierung der Exklave überging.
Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente unterzeichnete eine Anordnung, die den Hafen von Ceuta unter die Kontrolle der Zentralregierung stellt und damit den Weg für den Bau eines provisorischen Zeltlagers für Migranten im Hafengebiet freimacht. Die Entscheidung setzt sich über die Position der Regionalregierung von Ceuta unter der Führung von Juan Jesús Vivas hinweg, die sich gegen die Errichtung ausgesprochen hatte. Die Regionalregierung verwies auf die Rolle des Hafens bei der Versorgung der Exklave und auf die Nähe einer großen Treibstofflageranlage.
Die Lokalverwaltung hatte zuvor die Unterbringung von Migranten in einer ungenutzten Fabrik, einem ehemaligen Militärkrankenhaus und örtlichen Sportzentren abgelehnt. Ein separates Lager für etwa 900 Personen ist im Bezirk Los Rosales im Bau, wo Anwohner protestierten. Laut Regierungsangaben überquerten Ende Juli rund 72.000 Migranten schwimmend oder über Grenzzäune kletternd von Marokko nach Ceuta. Während die meisten innerhalb von Stunden zurückkehrten, verblieben etwa einen Monat später noch rund 5.000 Menschen, darunter 1.200 Minderjährige, in der Exklave.


