
Spanien aktiviert 1.100 Klimarefugien und ein Hilfspaket von 10 Millionen Euro, während Brände über 170.000 Hektar verbrennen
Pedro Sánchez stellt ein nationales Netzwerk von 1.100 Klimarefugien, ein 10-Millionen-Euro-Förderprogramm für weitere Schutzräume und ein neues wissenschaftliches Gremium vor, während Waldbrände bereits 172.396 Hektar niedergebrannt haben und hitzebedingte Todesfälle über 3.800 liegen.
Die spanische Regierung hat ein staatlich unterstütztes Netzwerk von Klimarefugien, ein 10-Millionen-Euro-Förderprogramm für weitere Schutzräume und ein neues wissenschaftliches Gremium auf den Weg gebracht, während die Einsatzkräfte gegen Waldbrände kämpfen, die in diesem Jahr bereits über 170.000 Hektar verbrannt haben.
Ein Netzwerk von 1.100 kühlen Orten
Die Red de Refugios Climáticos umfasst nun 1.100 Standorte im ganzen Land, von denen 180 direkt von der Generalstaatsverwaltung betrieben werden. Darunter sind der Hauptsitz des Ministeriums für den ökologischen Wandel selbst, AEMET-Büros in Valencia, Málaga und Saragossa sowie öffentliche Bibliotheken, Bürgerzentren, Parks und Schulen. Vom 15. Mai bis 30. September eines jeden Jahres bieten diese Räume klimatisierte oder natürlich kühle Bereiche, die ausgeschildert und frei zugänglich sind. Am Montag ging eine interaktive Karte online, damit jeder das nächstgelegene Refugium finden kann. Vizepräsidentin Sara Aagesen veröffentlichte außerdem einen Leitfaden mit technischen Standards für alle Verwaltungen, Unternehmen oder Organisationen, die einen neuen Schutzraum eröffnen und dem Netzwerk beitreten möchten.
Wohin das Geld fließt
Sánchez erläuterte ein 10-Millionen-Euro-Förderprogramm, das in drei Linien unterteilt ist: 2 Millionen Euro für einzelne Schutzräume, 3 Millionen Euro für lokale Netzwerke und 5 Millionen Euro für die Umwandlung von Schulen in Klimarefugien. Er betonte, dass Alter, Einkommen und das Fehlen von Grünflächen keine Hindernisse für den Schutz sein dürften. Parallel dazu werden weitere 9 Millionen Euro in grüne städtische Infrastruktur und Renaturierung fließen, um die Temperaturen auf Straßenniveau zu senken und Städte widerstandsfähiger zu machen.
- Einzelne Schutzräume
- 2 Millionen Euro
- Lokale Netzwerke
- 3 Millionen Euro
- Schulumbau
- 5 Millionen Euro
Ein wissenschaftliches Gremium und ein Katastrophendekret
Der Ministerrat wird am Dienstag, den 28. Juli, formal ein wissenschaftliches Aktionsgremium für den Klimanotstand einrichten. Es setzt sich aus einigen der führenden Forscher des Landes zusammen und hat den Auftrag, Risiken vorherzusehen, Politiken zu bewerten und Regierungsentscheidungen mit strenger, unabhängiger Beratung zu leiten. Dieselbe Kabinettssitzung wird die von den diesjährigen Waldbränden verwüsteten Gebiete zu von zivilen Schutznotfällen schwer betroffenen Zonen erklären und damit zusätzliche Wiederaufbaumittel freisetzen.
- Sánchez und Aagesen stellen das 1.100 Schutzräume umfassende Netzwerk und ein Hilfspaket von 10 Millionen Euro vor.
- Der technische Leitfaden zur Einrichtung von Klimarefugien wird zusammen mit einer interaktiven Karte veröffentlicht.
- Sánchez reist zum Einsatzleitposten eines aktiven Waldbrandes in Castellón.
- Der Ministerrat billigt das wissenschaftliche Gremium und erklärt Waldbrand-Katastrophengebiete.
Sánchez erhöht den politischen Druck
Während der gesamten Veranstaltung wiederholte der Premierminister seinen Aufruf zu einem Staatsvertrag zum Klimanotstand und machte die konservative Regionalregierung von Madrid dafür verantwortlich, Beschwerden über überhitzte Klassenzimmer herunterzuspielen. Er sagte, ein 30-Grad-Klassenzimmer mache ein normales Lernen unmöglich, und argumentierte, dass öffentliche Einrichtungen die Schulen anpassen müssten, anstatt die Beweise zu leugnen. Sánchez lieferte ein rhetorisches Trio, das zu seinem Markenzeichen geworden ist.
Angesichts extremer Ereignisse: Staatsvertrag. Angesichts von Ungleichheiten: Staatsvertrag. Und angesichts von Verleugnung und Untätigkeit: Staatsvertrag.
Er zeigte auch Solidarität mit Evakuierten und Feuerwehrleuten und betonte, dass „die ganze Kraft des Staates“ hinter ihnen stehe.
Sie sollen keinen Zweifel haben: Die ganze Kraft des Staates, die ganze Kraft des Staates, geführt auch von der Generalstaatsverwaltung, ist bei ihnen und bei ihnen.
Die bisherige Bilanz 2026
Aagesen sagte Reportern, dass die spanischen Waldbrände nach der jüngsten Zählung 172.396 Hektar vernichtet hätten. Sánchez nannte etwa 150.000 Hektar und sagte, 13 Menschen hätten bei den Bränden ihr Leben verloren, während landesweit mehr als 3.800 Menschen an hitzebedingten Ursachen gestorben seien. Das Netzwerk ist ein Teil des Staatsvertragsvorschlags, den die Regierung im September 2025 vorgestellt hat und den Sánchez seit den schweren Bränden dieses Sommers von anderen Parteien, insbesondere der PP, zu unterzeichnen fordert. Die PP hat sich bisher nicht zu dem Aufruf geäußert. Der Präsident reiste später zum Einsatzleitposten in Vall d'Uixó (Castellón), um sich mit den Koordinatoren der Notfallmaßnahmen zu treffen, die einen der noch aktiven Brände bekämpfen.


