Spanische Regierung gibt grünes Licht für Rekord-Ausgabendeckel von 226 Milliarden Euro für 2027 – ein Plus von 6,6 %
Der spanische Ministerrat hat am Dienstag eine Obergrenze für die nichtfinanziellen Ausgaben in Höhe von 226,032 Milliarden Euro für das Jahr 2027 verabschiedet, ein Anstieg von 6,6 % gegenüber dem Vorjahreslimit, sowie einen neuen Fiskalkurs, der das öffentliche Defizit bis 2029 auf 1,3 % senken soll.
Ein neuer Ausgabenrekord
Der Ministerrat gab am Dienstag grünes Licht für eine Rekord-Obergrenze der nichtfinanziellen Ausgaben in Höhe von 226.032 Millionen Euro für den Haushalt 2027, eine Steigerung um 14.006 Millionen Euro oder 6,6 % gegenüber dem für 2025 festgelegten Limit. Diese frühere Obergrenze lag nie einem vollständigen Haushalt zugrunde, nachdem die Regierung beschlossen hatte, keine öffentlichen Konten vorzulegen. Die neue Obergrenze wurde von Finanzminister Arcadi España als Grundlage für einen Haushalt beschrieben, der „in sozialer Hinsicht ehrgeizig und in fiskalischer Hinsicht verantwortungsvoll“ sein werde.
Die öffentlichen Konten, die wir vorlegen werden, werden die größten Mittel in der Geschichte für Wohnungsbau, Stipendien, Pflege, Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt oder Forschung und Entwicklung enthalten, sie werden unseren Sozialstaat absichern, Chancengleichheit fördern und qualitativ hochwertige öffentliche Dienstleistungen mit stets universellem Anspruch garantieren.
Die verabschiedete Obergrenze markiert den ersten formellen Schritt zur Ausarbeitung des Staatshaushalts 2027, obwohl der endgültige Gesetzentwurf noch vor einer schwierigen Abstimmung im Parlament steht, wo die Minderheitskoalition keine garantierte Mehrheit hat.
Defizit- und Schuldenziele
Neben der Ausgabenobergrenze verabschiedete die Regierung das Stabilitätsprogramm für 2027–2029, das einen Pfad vorgibt, um das gesamtstaatliche öffentliche Defizit von prognostizierten 1,8 % des BIP im Jahr 2026 auf 1,5 % im Jahr 2027, 1,4 % im Jahr 2028 und 1,3 % im Jahr 2029 zu senken. Die Zentralverwaltung wird den Großteil der Anpassung tragen, während das Defitziel für die autonomen Gemeinschaften bei nur 0,1 % gehalten wird, was bedeutet, dass von den Regionen keine zusätzliche fiskalische Anstrengung verlangt wird.
- 2026
- 1.8 %
- 2027
- 1.5 %
- 2028
- 1.4 %
- 2029
- 1.3 %
Auch die öffentliche Verschuldung soll sinken: von 99,1 % des BIP im Jahr 2026 auf 97,6 % im Jahr 2027, 96,4 % im Jahr 2028 und 95,3 % im Jahr 2029. Eine separate Ausgabenregel begrenzt das Ausgabenwachstum auf 4 % im Jahr 2027, 3,8 % im Jahr 2028 und 3,6 % im Jahr 2029.
Der Stabilitätspfad legt die Ziele fest, die es uns ermöglichen werden, die Fiskalregeln einzuhalten. Das Defizitziel wird 1,8 % betragen, ein Rückgang um drei Zehntel. Die Zentralverwaltung wird das Gewicht dieser Anpassung tragen und für die autonomen Gemeinschaften 0,1 % festlegen, die daher zu keiner zusätzlichen fiskalischen Anstrengung verpflichtet sind.
Die Zahlungen an die lokalen Behörden werden um rund 8 % steigen, und die Rathäuser werden die höchste Finanzierungszahl in ihrer Geschichte erhalten, mit Zuwächsen von knapp 10 %, fügte España hinzu. Das Angebot an die Regionen umfasst 5.849 Millionen Euro, die für öffentliche Dienstleistungen vorgesehen sind.
Politischer Streit und parlamentarischer Ausblick
Der Koalitionspartner Sumar drängte das Finanzministerium zu einer Erhöhung der ursprünglichen Obergrenze und erwirkte nach Angaben von EL PAÍS zitierter Quellen zusätzliche 1.500 Millionen Euro über den ersten Entwurf hinaus. Beide Seiten bezeichneten die Verhandlungen als „üblich“ und kordial.
Im politischen Bereich sieht sich die Regierung mit dem Widerstand der Volkspartei konfrontiert, die die Haushaltsvorschläge am Montag im Rat für Finanz- und Fiskalpolitik ablehnte. España bezeichnete die Haltung der PP als „verantwortungslos“ und „den Institutionen gegenüber illoyal“.
Ich bitte die PP, nachzudenken. Es ist nicht die Zeit für Parteigeist und Wahlspiele. Wir müssen für die Interessen des Landes stimmen und nicht für die Anweisungen von der Genova-Straße. Ich bitte um Staatsverständnis und gesunden Menschenverstand; keine taktischen Manöver.
Der Stabilitätspfad, eine Voraussetzung für die Ausarbeitung des Haushalts, muss nun eine schwierige parlamentarische Abstimmung überstehen, bei der die Exekutive noch nicht über ausreichende Unterstützung verfügt.


