KI-generiert·Mehr erfahren
© El Confidencial
Makroökonomie·vor 13 Std.

Spaniens Inflation bleibt im Mai bei 3,2 % – Regierungssteuererleichterungen für Energie laufen vor dem Hintergrund des Iran-Kriegsschocks aus

Die jährliche Inflationsrate in Spanien blieb im Mai bei 3,2 % und trotzte damit den globalen Energieturbulenzen durch den Iran-Konflikt. Doch wichtige Steuererleichterungen für Strom und Gas laufen am 1. Juni aus, was einen Preisschub im Sommer drohen lässt.

Inflation stabilisiert sich trotz geopolitischen Schocks

Der spanische Verbraucherpreisindex (VPI) lag im Mai laut vorläufigen Daten des Nationalen Statistikinstituts (INE) vom Freitag unverändert bei 3,2 % im Jahresvergleich. Dies ist der dritte Monat in Folge über 3 %, zeitgleich mit dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten und der Schließung der Straße von Hormus, die eine globale Ölpreiskrise ausgelöst hat. Der Wert entspricht der Rate vom April und liegt zwei Zehntel unter dem Höchststand im März, als der Konflikt ausbrach.

Diese Stabilität bestätigt, dass der Reaktionsplan der Regierung sein Hauptziel erreicht: die Abfederung der Auswirkungen des externen Schocks auf die Inflation und die Kaufkraft der Haushalte.

Ministerium für Wirtschaft, Handel und Unternehmen

Kerninflation steigt leicht an

Die Kerninflation, die volatile Energie- und unverarbeitete Lebensmittelpreise ausschließt, stieg im Mai um ein Zehntel auf 2,9 %. Ökonomen sehen darin ein mögliches frühes Signal, dass die Treibstoffpreiserhöhungen beginnen, strukturell auf andere Waren und Dienstleistungen überzugreifen. Das Wirtschaftsministerium betonte, dass die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke im Vergleich zum Vorjahresanstieg stabil geblieben seien, was zusammen mit den gedämpften Strom- und Bekleidungskosten zur Stabilisierung der Gesamtrate beigetragen habe.

Steuererleichterungen laufen aus

Ein kritischer Punkt ist der 1. Juni, an dem die Senkungen der Sonderstromsteuer und der Mehrwertsteuer auf Strom, Erdgas, Briketts, Pellets und Brennholz auslaufen. Diese Maßnahmen waren Teil des Anti-Krisen-Pakets gemäß dem Königlichen Dekret 7/2026, das am 20. März erlassen wurde. Die Auslaufphase wurde ausgelöst, weil die Strompreiserhöhungen im April 2026 im Vergleich zum Vorjahr unter der im Dekret für eine Verlängerung der Steuererleichterungen festgelegten Schwelle von 15 % lagen.

Andere fiskalische Stützungen – darunter die Senkung der Kraftstoffsteuer, die 10 %ige Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel sowie die teilweise Rückerstattung für professionellen Diesel – bleiben bis zum 30. Juni in Kraft. Auch die erhöhten Rabatte auf den sozialen Strombonus (42,5 % für schutzbedürftige Verbraucher und 57,5 % für stark schutzbedürftige) gelten weiter.

Regierung preist „erneuerbaren Schutzschild“ an

Das Wirtschaftsministerium unter Vizepräsident Carlos Cuerpo führte die Inflationsstabilität auf die Maßnahmen der Regierung und den sogenannten „erneuerbaren Schutzschild“ zurück. Das Ministerium erklärte, dass Spaniens starkes Engagement für erneuerbare Energien und Energiesouveränität die Strompreise gedämpft habe, wobei der April sogar einen Rückgang im Jahresvergleich zeigte. Cuerpo führte diese Woche Gespräche mit Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, um die Auswirkungen der Maßnahmen zu bewerten.

Das entschlossene Engagement für erneuerbare Energien und Energiesouveränität versetzt Spanien in eine Position der Stärke, um der Volatilität auf den Energiemärkten zu begegnen und die Strompreise niedrig zu halten.

Ministerium für Wirtschaft, Handel und Unternehmen

Ausblick trübt sich ohne Verlängerung ein

Die Regierung hat Konsultationen mit Sozialpartnern und betroffenen Sektoren über eine mögliche Verlängerung des Anti-Krisen-Schutzschilds über Juni hinaus begonnen. Laut dem Konsens des Funcas-Panels wird für 2026 eine durchschnittliche Inflation von 3,1 % prognostiziert, gegenüber 2,7 % im Jahr 2025. Falls der Schutzschild nicht verlängert wird, schätzt Funcas, dass die Inflation im Sommer 4 % übersteigen und den Jahresdurchschnitt auf etwa 3,6 % treiben wird. Das Paket hat bis Juni allein rund 5 Milliarden Euro gekostet.

Spaniens Anti-Krisen-Maßnahmen: wichtige Daten
  1. Königliches Dekret 7/2026 erlassen, das Energiesteuererleichterungen und ein Anti-Krisen-Paket einführt
  2. VPI-Daten für Mai veröffentlicht: Inflation bleibt bei 3,2 %, Kerninflation steigt auf 2,9 %
  3. Mehrwertsteuer- und Sondersteuersenkungen auf Strom, Gas, Briketts, Pellets und Brennholz laufen aus
  4. Kraftstoffsteuersenkungen, 10 % Mehrwertsteuer auf Benzin/Diesel und andere verbleibende Maßnahmen laufen aus

Was als Nächstes passiert

Die Entwicklung der Verbraucherpreise in den kommenden Monaten hängt von zwei Faktoren ab: der Entwicklung des Nahost-Konflikts und der Frage, ob die Regierung das Anti-Krisen-Dekret verlängert. Da die Straße von Hormus weiterhin geschlossen ist, bezeichnen einige Analysten das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von 2 % als „Science-Fiction“. Das INE stellte fest, dass der Aufwärtsdruck im Mai von Verkehr und Freizeit ausging, während Bekleidung und Lebensmittel einen Abwärtstrend zeigten.

Madrid · Barcelona

6 Quellen

Mehr aus Politik & Wirtschaft
Bandar Abbas · Kuwait-Stadt · Washington, D.C.