
Spaniens Synchronschwimm-Revolution trifft auf russische Tradition bei den Europameisterschaften in Paris
Das spanische Synchronschwimmteam trifft bei den Europäischen Aquatics-Meisterschaften in Paris auf ein wiedererstarktes Russland – das erste große Aufeinandertreffen seit Russlands Rückkehr in den internationalen Wettbewerb.
Spaniens goldener Lauf
Spanien reist in bester Form seiner Geschichte nach Paris. Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Singapur sammelte das Team neun Medaillen (drei Gold, zwei Silber, vier Bronze) – die höchste Ausbeute bei einer Weltmeisterschaft. Dieser Leistung folgte eine dominante Vorstellung bei den Europameisterschaften 2025 in Funchal, wo Spanien 11 Medaillen (fünf Gold, drei Silber, drei Bronze) gewann. Ein starker World-Cup-Auftritt in Pontevedra im Juni 2026 bestätigte den Aufwärtstrend. Trainerin Andrea Fuentes, die nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris übernommen hat, hat das Team um eine Philosophie des künstlerischen Risikos und des rhythmischen Kontrasts umgeformt.
Wir haben auf zwei verschiedene Dinge gesetzt. Eines ist der rhythmische Kontrast, denn in letzter Zeit fahren alle Länder Vollgas, ohne Pause, und ich wollte Teile eines kraftvollen, direkten, anhaltenden Blicks einbauen, selbst wenn der Moment langsam ist, um einen Kontrast zur Geschwindigkeit zu schaffen und ihm eine andere Note zu verleihen. Das andere ist, dass wir zum ersten Mal erreicht haben, dass es keinen einzigen Moment gibt, der nicht visuell ist.
Russlands Rückkehr unter Romaschina
Russland, das aufgrund von Sanktionen nach dem Einmarsch in die Ukraine bei großen Ereignissen abwesend war, kehrt ohne nationale Symbole auf die internationale Bühne zurück. Das Team wird nun von Swetlana Romatschina angeführt, der erfolgreichsten Synchronschwimmerin der Geschichte mit sieben olympischen Goldmedaillen, 21 Weltmeistertiteln und 13 Europameisterschaftskronen. Sie ersetzte Tatjana Pokrowskaja, die nach drei Jahrzehnten zurücktrat und einen Verlust des Interesses unter den neuen Regeln angab. Russland hat bereits bei World-Cup-Events und Juniorenmeisterschaften Eindruck hinterlassen und China in einigen Disziplinen geschlagen. Fuentes räumte die Herausforderung ein: „Wir haben sie all die Jahre ein wenig vermisst, auch wenn mit ihnen das Ergebnis viel schwerer zu erreichen ist.“
Früher hat Russland uns nicht einmal angeschaut, und jetzt kopieren sie einige Dinge von uns.
Fuentes‘ gegenkulturelle Strategie
Anstatt der klassischen Ballettpräzision Russlands nachzueifern, hat Fuentes eine Strategie aufgebaut, die auf Spaniens Stärken basiert: Kreativität, akrobatische Schwierigkeit und emotionale Wirkung. Sie beschreibt es als den entgegengesetzten Weg. Die akrobatische Kür ist auf Rosalías Lied „Berghain“ abgestimmt, eine Wahl, die wegen ihrer dramatischen Möglichkeiten für Aufsehen im Sport sorgte. Fuentes sagte, der Track müsse von Spanien verwendet werden: „Wir tragen ihn im Blut. Es gibt niemanden auf der Welt, der ihn besser machen kann als wir.“ Die Kür ist explosiv und voller Kontraste gestaltet, wobei das Team weiter auseinander steht, um mehr visuelle Momente zu schaffen, auch auf Kosten zusätzlicher Schwierigkeit.
Ich habe das Album gehört und sagte: ‚Ich kann es nicht nicht machen!‘ Ich sagte: ‚Berghain muss verwendet werden, und Spanien muss es machen.‘
Der Weg nach Los Angeles
Diese Europameisterschaften, die im Pariser Aquatics Centre stattfinden, das die Olympischen Spiele 2024 ausrichtete, sind der erste große Test in der zweiten Hälfte des Olympiazyklus. Die Synchronschwimmwettbewerbe finden vom 31. Juli bis 5. August statt, gefolgt von den Schwimmwettbewerben vom 10. bis 16. August. Für Spanien geht es nicht nur um Medaillen, sondern darum, den Sport über seine traditionellen Grenzen hinauszutreiben. Fuentes hat von einer „viel größeren Mission“ gesprochen, um zu inspirieren, und dabei auch die Weltmeisterschaften 2027 in Budapest und das ultimative Ziel einer ersten olympischen Goldmedaille für Spanien bei den Spielen 2028 in Los Angeles im Auge behalten.
- Spanien erlangt wieder internationale Bedeutung
- Spanien gewinnt 9 Medaillen (3 Gold, 2 Silber, 4 Bronze)
- Spanien dominiert mit 11 Medaillen (5 Gold, 3 Silber, 3 Bronze)
- Spanien wiederholt den Erfolg beim World Cup in Pontevedra
- Europäische Aquatics-Meisterschaften beginnen in Paris
Ein Aufeinandertreffen der Philosophien
Das Duell Spanien-Russland wird als Wettbewerb zwischen Innovation und Tradition dargestellt. Die russische Schule produziert technisch einwandfreie, fast identische Schwimmerinnen, während Spanien auf künstlerische Identität und akrobatische Höhe setzt. Fuentes ist klar, dass es ein Fehler wäre, zu versuchen, Russland mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Stattdessen will sie den Wettbewerb auf ein Terrain zwingen, auf dem die spanischen Schwimmerinnen brillieren. Die Medaillentabelle der Weltmeisterschaften 2025, bei der Spanien Russland um eine Medaille überflügelte, deutet darauf hin, dass sich die Lücke verkleinert hat.
- Spanien
- 9 Medaillen
- Russland
- 8 Medaillen
- China
- 7 Medaillen


