
Spanien erweitert gesunde Schulverpflegung auf Kitas: tägliches Obst, Stillförderung und strenge Grenzen für Frittiertes und Fertiggerichte
Das spanische Verbraucherschutzministerium weitet sein Dekret für gesunde und nachhaltige Schulverpflegung auf alle Kitas für Kinder von 0 bis 3 Jahren aus. Es führt täglich frisches Obst und Gemüse, Stillförderung sowie strenge Beschränkungen für frittierte und vorgegarte Speisen ein.
Ein neuer Standard für die Jüngsten
Das spanische Ministerium für soziale Rechte, Verbraucherschutz und die Agenda 2030 unter Minister Pablo Bustinduy gab am 1. Juni 2026 bekannt, dass das Real Decreto 315/2025 über gesunde und nachhaltige Schulverpflegung auf den ersten Zyklus der frühkindlichen Bildung ausgeweitet wird, der Kinder von 0 bis 3 Jahren umfasst. Die Verordnung, die bereits für den zweiten Zyklus der Vorschule bis zum Abitur und zur Berufsausbildung gilt, wird nun dieselben Ernährungs- und Nachhaltigkeitsstandards für Kitas vorschreiben, mit spezifischen Anpassungen für die jüngste Altersgruppe.
Ziel ist es, die Einhaltung der Empfehlung nationaler und internationaler Gesundheitsorganisationen zur Bedeutung des ausschließlichen Stillens in den ersten sechs Lebensmonaten und, zusammen mit anderen Beikost, bis zum zweiten Lebensjahr oder darüber hinaus zu erleichtern, solange Mutter und Kind dies wünschen.
Tägliches frisches Obst und mediterrane Grundnahrungsmittel
Nach den neuen Regeln müssen Kitas täglich frisches Obst und Gemüse anbieten, wobei mindestens 45 % der Portionen saisonal sein müssen. Das Dekret legt auch verbindliche Mindesthäufigkeiten für Hülsenfrüchte und Fisch fest, zwei Grundnahrungsmittel der mediterranen Ernährung, deren Präsenz in Schulmenüs bisher stark variierte. Vollkornprodukte werden bevorzugt, mit der spezifischen Ausnahme von Reis für diese Altersgruppe, der weiß bleiben muss. Wasser und Milch sind die einzigen erlaubten Getränke; Softdrinks, zuckerhaltige und gesüßte Getränke sind vollständig ausgeschlossen.
Strenge Grenzen für Frittiertes und Fertiggerichte
Die Verordnung legt strenge Beschränkungen für weniger gesunde Kochmethoden und Produkte fest. Fertiggerichte wie Pizza, Kroketten, Teigtaschen und ähnliche panierte Speisen sind auf maximal eine Portion pro Monat begrenzt. Frittierte Speisen sind höchstens einmal pro Woche erlaubt, und die Kitas müssen gesündere Kochtechniken wie Backen, Dämpfen, Grillen und Kochen priorisieren. Zudem müssen mindestens 5 % der gesamten Lebensmittelbeschaffungskosten für Bio-Produkte ausgegeben werden, oder alternativ zwei Bio-Hauptgerichte pro Monat angeboten werden.
Stillförderung in Bildungseinrichtungen
Ein zentraler Pfeiler der neuen Verordnung ist die Stillförderung. Kitas müssen Maßnahmen ergreifen, um das Stillen sowohl vor Ort zu unterstützen, indem sie spezielle Räume für Mütter bereitstellen, die ihr Kind in der Einrichtung stillen möchten, als auch in aufgeschobener Form, indem sie geeignete Bedingungen für die Annahme, Lagerung, Handhabung und Verabreichung von abgepumpter Muttermilch gewährleisten. Diese Initiative basiert auf dem Konsensdokument zur gesunden und nachhaltigen Ernährung im ersten Zyklus der frühkindlichen Bildung, das von der spanischen Agentur für Lebensmittelsicherheit und Ernährung (AESAN) erstellt und mit den Autonomen Gemeinschaften vereinbart wurde.
Fachliche Aufsicht und Sicherheit
Die in Kitas angebotenen Menüs unterliegen der obligatorischen Aufsicht durch Fachkräfte mit anerkannter Ausbildung in Humanernährung und Diätetik. Die Familien erhalten detaillierte monatliche Informationen. Die Verordnung enthält auch spezifische Lebensmittelsicherheitsrichtlinien für die ersten Lebensjahre, darunter die Anforderung, keine Lebensmittel anzubieten, die zuvor nicht im familiären Umfeld eingeführt wurden, sowie den Verzicht auf industrielle Brühen.


