
Mann tötet Vater mit Hammer und Feuer in Cinisello Balsamo; derselbe Sohn war bereits 2017 wegen Totschlags verurteilt
Raffaele Arena, 47, wurde festgenommen, nachdem er seinen 73-jährigen Vater im Familienheim mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen und angezündet haben soll. Er war zuvor wegen einer Tötung im Jahr 2017 zu fünf Jahren in einer forensisch-psychiatrischen Einrichtung verurteilt worden.
Der Angriff am frühen Morgen
Carabinieri der Station Cinisello Balsamo reagierten in den frühen Morgenstunden des 11. Juni 2026 auf Meldungen über einen Hausbrand in der Mailänder Vorstadt. Gemeinsam mit der mobilen Einheit aus Sesto San Giovanni bekämpften die Beamten die Flammen mit Feuerlöschern, bevor die Feuerwehr eintraf. Im Inneren fanden sie die Leiche eines 73-jährigen Mannes und nahmen seinen 47-jährigen Sohn Raffaele Arena am Tatort fest.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Arena seinen Vater zunächst mit einem stumpfen Gegenstand schlug, ihn dann mit einer brennbaren Flüssigkeit übergoss und anzündete. Das Opfer starb in den Flammen. In mehreren Berichten wird Arena als wahrscheinlich an einer Persönlichkeitsstörung leidend beschrieben.
Der Präzedenzfall von 2017
Arena hatte bereits einen Totschlag auf dem Kerbholz. 2017 schlug er einen älteren Mann vor einer Bar nieder; das Opfer stürzte, schlug mit dem Kopf auf und starb 15 Tage später im Krankenhaus. Ein italienisches Gericht stufte diesen Tod als Totschlag mit Überschreitung der Verteidigungsabsicht ein und befand Arena für unfähig, seine Handlungen zu verstehen und zu wollen. Er wurde zu fünf Jahren in einer Rems verurteilt – einer Wohneinrichtung zur Vollstreckung von Sicherungsmaßnahmen, der Nachfolgeeinrichtung der geschlossenen forensisch-psychiatrischen Krankenhäuser Italiens.
Für das Verbrechen von 2017 wurde er zu fünf Jahren Rems (den ehemaligen forensisch-psychiatrischen Krankenhäusern) verurteilt, weil er als unfähig angesehen wurde, zu verstehen und zu wollen.
Die Ermittlungen
Ein Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Monza unter der Leitung von Claudio Gittardi begab sich zum Tatort. Die Abteilung für wissenschaftliche Ermittlungen der Carabinieri Mailand und ein forensischer Pathologe arbeiten daran, den genauen Ablauf der Ereignisse zu rekonstruieren und ein mögliches Motiv zu ermitteln. Arena wurde ins Krankenhaus gebracht und steht weiterhin der Staatsanwaltschaft Monza zur Verfügung.
Weitergehende Fragen
Der Fall rückt das italienische Rems-System erneut in den Fokus der Kritik, das 2015 die alten Ospedali Psichiatrici Giudiziari ablöste. Arenas Werdegang – eine schwere Gewalttat, eine Feststellung der völligen Schuldunfähigkeit, eine fünfjährige Rems-Unterbringung und nun eine zweite mutmaßliche Tötung – dürfte die Debatte über Risikobewertung und Überwachung von Straftätern, die als nicht strafrechtlich verantwortlich gelten, anheizen.


