
SoftBank sagt rekordverdächtige 75 Milliarden Euro für KI-Rechenzentren in Frankreich zu – Europas größte KI-Infrastrukturinvestition
Der japanische Technologieinvestor SoftBank hat eine rekordverdächtige Investition von 75 Milliarden Euro für den Bau von KI-Rechenzentren in Nordfrankreich angekündigt, die eine Kapazität von über 5 Gigawatt anstrebt und das größte KI-Infrastrukturprojekt Europas darstellt.
Die SoftBank Group Corp. hat zugesagt, bis zu 75 Milliarden Euro (87 Milliarden US-Dollar) in Künstliche-Intelligenz-Infrastruktur in Frankreich zu investieren – ein Schritt, der das Land als führenden europäischen Knotenpunkt für KI-Computing positioniert. Die Ankündigung, die SoftBank-CEO Masayoshi Son in einem Interview mit La Tribune Dimanche machte, erfolgt kurz vor dem neunten „Choose France“-Gipfel im Schloss Versailles, bei dem Präsident Emmanuel Macron ausländische Investoren umwerben wird.
Der Umfang der Investition
Die Gesamtinvestition könnte 75 Milliarden Euro erreichen, wobei 45 Milliarden Euro für die erste Phase bis 2031 vorgesehen sind. Das Projekt zielt auf die Entwicklung von mehr als 5 Gigawatt Rechenzentrumskapazität ab – etwa das Dreifache der 1,5 Gigawatt, die Ende 2025 in Frankreich installiert waren. Die erste Phase wird 3,1 Gigawatt Kapazität in der Region Hauts-de-France liefern.
Es wird die größte Investition in Europa in Künstliche-Intelligenz-Infrastruktur sein: insgesamt 75 Milliarden Euro, davon 45 Milliarden Euro bis 2031, in Hauts-de-France.
Standorte und Zeitplan
Für die Rechenzentren wurden drei Standorte identifiziert: Dünkirchen (Loon-Plage), Bosquel und Bouchain, alle in der nördlichen Region Hauts-de-France. Laut SoftBank sollen die Zentren in zwei Phasen in Betrieb gehen, die erste im Jahr 2028 und die zweite bis 2031.
- Der vorherige Choose-France-Gipfel erzielt einen Rekord mit angekündigten Projekten im Wert von 20 Milliarden Euro.
- Präsident Macron besucht Tokio; SoftBank-CEO Masayoshi Son trifft Macron, was die Investitionsentscheidung beeinflusst.
- SoftBank kündigt im Interview mit La Tribune Dimanche den 75-Milliarden-Euro-Investitionsplan für KI-Rechenzentren an.
- Neunter Choose-France-Gipfel im Schloss Versailles, bei dem Macron ausländische Investitionen fördern wird.
- Die erste Phase der Rechenzentren soll in Betrieb gehen.
- Ziel für den Abschluss der zweiten Phase; 3,1 GW Kapazität werden an die Region Hauts-de-France geliefert.
Strategische Partnerschaft mit Schneider Electric
Das Großprojekt wird in Zusammenarbeit mit dem französischen Industriekonzern Schneider Electric entwickelt. CEO Olivier Blum bestätigte die Partnerschaft und erklärte, dass Schneider Electric bei der Planung und Lieferung der gesamten Ausrüstung behilflich sein wird, einschließlich der Errichtung einer Fabrik für vorgefertigte Rechenzentrumsmodule im Hafen von Dünkirchen.
Es ist eine wichtige Partnerschaft, ein großes Projekt, das größte, das es je in Frankreich in diesem Sektor gegeben hat.
Warum Frankreich?
Son nannte das Energieprofil Frankreichs als entscheidenden Faktor. Das Land produziert und exportiert reichlich zu 95 % dekarbonisierten Strom – eine kritische Voraussetzung für stromhungrige Rechenzentren. Die Entscheidung wurde auch durch ein Treffen mit Präsident Macron während seines offiziellen Besuchs in Tokio im April beeinflusst. Son sagte, er sei von Macrons persönlichem Einsatz für den wirtschaftlichen Erfolg Frankreichs beeindruckt und stellte fest, dass sich SoftBanks Investitionen bisher hauptsächlich auf die USA, Japan und Asien konzentriert hatten.
Die Tatsache, dass das Land ein Produzent und Exporteur von Energie ist, ist absolut entscheidend für Infrastrukturinvestitionen in Künstliche Intelligenz, insbesondere für Rechenzentren.
Politischer und wirtschaftlicher Kontext
Die Ankündigung erfolgte zeitgleich mit dem Choose-France-Gipfel, bei dem Macron ein neues Rekordniveau ausländischer Investitionen anziehen will. Die vorherige Ausgabe im Mai 2025 hatte mit 20 Milliarden Euro angekündigter Projekte einen Rekord aufgestellt. Der französische Wirtschaftsminister Roland Lescure bezeichnete die Zusage von SoftBank als Beleg für Macrons Ambitionen, Frankreich entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette als führend zu positionieren. Die Investition erfolgt auch vor dem Hintergrund wachsender Opposition gegen Rechenzentrumsbauten in den USA aus Umwelt- und Netzgründen, obwohl SoftBank zuvor Pläne für ein Rechenzentrum in Ohio angekündigt hatte, das von einem neuen 9,2-Gigawatt-Erdgaskraftwerk betrieben werden soll.


