
Sánchez eröffnet Wahlkampf von Moncloa aus mit Wirtschaftsdaten-Blitz und Verteidigung der Familie in Korruptionsfällen
Pedro Sánchez nutzte seine Pressekonferenz zum Ende der Legislaturperiode in Moncloa, um wirtschaftliche Erfolge zu präsentieren und seine Frau und seinen Bruder gegen Korruptionsvorwürfe zu verteidigen, wobei er die gerichtliche Überprüfung als politischen Angriff vor den Wahlen darstellte.
Wirtschaftsbilanz
Pedro Sánchez eröffnete seine Pressekonferenz zum Ende der Legislaturperiode im Moncloa-Palast mit einem Schwall von Wirtschaftsdaten und stellte seine achtjährige Amtszeit als eine Periode anhaltenden Fortschritts dar. Er sagte, Spanien werde das Jahr 2026 mit einem fünfmal schnelleren Wachstum als Italien, viermal schneller als Deutschland und dreimal schneller als Frankreich abschließen. Die Arbeitslosigkeit, so betonte er, sei zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten unter 10 % gefallen, während die Sozialversicherungsbeiträge Rekordhöhen erreicht hätten. Die Staatsverschuldung sei um 20 Prozentpunkte gesenkt worden und die Sozialausgaben um 145 Milliarden Euro gestiegen. Die Regierung habe, fügte er hinzu, allein in der aktuellen Parlamentssession 26 Gesetze verabschiedet, mehr als ein Drittel aller Gesetze in der Legislaturperiode.
Diese Regierung arbeitet und bringt Spanien voran, in eine viel bessere Position als die, die wir 2018 vorgefunden haben.
Die Präsentation mit dem Titel "Cumpliendo" (Liefern) wurde weithin als inoffizieller Start des Wahlkampfs interpretiert, wobei Sánchez seine wirtschaftliche Führung als zentrales Argument für die Wiederwahl positionierte.
Familie unter Beschuss
Die Pressekonferenz wandte sich schnell den gerichtlichen Fällen um die unmittelbare Familie des Premierministers zu. Sein Bruder, David Sánchez, wurde kürzlich zu neun Jahren Amtsunfähigkeit wegen Rechtsbeugung im Zusammenhang mit seiner Einstellung im Jahr 2017 durch den Provinzrat von Badajoz verurteilt. Seine Frau, Begoña Gómez, steht vor einem Geschworenengerichtsverfahren wegen des Vorwurfs der Einflussnahme und Unterschlagung. Sánchez wies beide Verfahren als politisch motiviert zurück, angetrieben durch "Volksanklagen" der oppositionellen PP und Vox.
Sie ist nicht meine Frau, sie ist Begoña Gómez, die sogar ihre berufliche Entwicklung geopfert hat, nur weil ich Präsident der Regierung bin.
Er führte die akademischen Qualifikationen seines Bruders an – einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von ICADE, einen Abschluss in Komposition und Dirigieren vom Konservatorium St. Petersburg und fließende Kenntnisse in vier Sprachen – und bestand darauf, dass beide Verwandten bereits lange vor seinem politischen Aufstieg eigenständige Fachleute waren. Er nannte das Urteil gegen seinen Bruder "ungerecht" und zeigte sich zuversichtlich, dass höhere Gerichte es aufheben würden. Zu seiner Frau fragte er: "Muss die Partnerin eines Präsidenten ihre Karriere aufgeben? Ist das das Spanien, das wir wollen?"
Zapatero und die Juwelen
Sánchez äußerte sich auch zu den Ermittlungen gegen den ehemaligen Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero, in dessen Büro Juwelen im Wert von 1,3 Millionen Euro gefunden wurden. Während er die "Unterstützung" der Regierung und den Respekt für die Unschuldsvermutung bekräftigte, war sein Ton merklich kühler als in früheren Stellungnahmen. Er lehnte es ab, sich zu den wechselnden Aussagen von Zapateros ehemaligem Mitarbeiter Julio Martínez zu äußern, der den Ex-Präsidenten nun in Bemühungen um ein staatliches Darlehen für die Fluggesellschaft Plus Ultra verwickelt.
Ich bin nicht der Sprecher von Präsident Zapatero.
Sánchez bestand darauf, dass die Rettung von Plus Ultra "einwandfrei" gewesen sei und erschöpfend geprüft worden sei, und beschrieb sie als Darlehen, nicht als Rettungspaket. Er sagte, die Ermittlungen stünden noch am Anfang und Zapatero müsse seine eigenen Erklärungen abgeben.
Wahlkampfstart
Der 90-minütige Auftritt mit 16 Fragen von fünf Medienunternehmen war darauf ausgelegt, die Erzählung von Skandal zu Vermächtnis zu verschieben. Sánchez beschuldigte seine Gegner, die Gerichte zu nutzen, um seine Familie zu "entmenschlichen" und seine Regierung durch "nicht-demokratische Methoden" zu untergraben. Er bestätigte die Absicht der Regierung, den nächsten Haushalt zu verabschieden, was signalisiert, dass er beabsichtigt, bis zum Ende der Legislaturperiode zu regieren. Oppositionsfiguren und Kommentatoren reagierten schnell; die Journalistin María Claver bemerkte, Sánchez "lebe in einer Parallelrealität" und sei jetzt ein Mann, der "nur noch sich selbst verteidige".
Die Veranstaltung zementierte die Frontlinien für die kommenden Wahlen: ein Wettstreit zwischen wirtschaftlicher Stewardship und justizieller Rechenschaftspflicht.


