
Kanadische Skyrunnerin Kalie McCrystal bei Trainingslauf für Matterhorn-Rekord verschollen
Rettungskräfte im Aostatal suchen nach der kanadischen Skyrunnerin Kalie McCrystal (38), die auf der italienischen Seite des Matterhorns während eines Trainingslaufs für einen Rekordversuch verschwunden ist.
Verschwinden während des alpinen Trainings
Die kanadische Skyrunnerin Kalie McCrystal (38) aus Squamish, British Columbia, ist während eines Erkundungslaufs auf der italienischen Seite des Matterhorns verschwunden. McCrystal bereitete sich auf einen Rekordversuch am 4.478 Meter hohen Gipfel in den Walliser Alpen an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien vor. Sie plante den Aufstieg über den Liongrat und den Abstieg in unter fünf Stunden. Ihr letzter bestätigter Kontakt war am Dienstag, dem 1. September, als sie oberhalb der Jean-Antoine-Carrel-Hütte auf etwa 3.830 Metern Höhe ein Foto machte. Während des Aufstiegs sprach sie mit einem Bergführer und erklärte, dass sie für einen Geschwindigkeitsrekord auf der Route trainiere.
Such- und Rettungsaktionen
Der Alpine Rettungsdienst des Aostatals und die Polizei von Cervinia leiteten Luft- und Bodensuchen entlang der italienischen Normalroute ein. Bodenteams durchkämmten am Donnerstag die Berghänge und setzten Hubschrauber sowie Recco-Ortungstechnologie ein, die zur Lokalisierung von Bergausrüstung entwickelt wurde. Die Suchkoordinatoren setzten einen kleineren Hubschrauber ein, um engere Felswände zu navigieren und in Schluchten zu blicken, obwohl die Luftdurchsuchungen keine Sichtungen der vermissten Läuferin ergaben. Die Retter stellten fest, dass McCrystal Shorts, einen Trailrunning-Rucksack und eine weiße Jacke trug, die mit dem umliegenden Fels- und Schneefeld verschmilzt und die visuelle Suche erschwert.
Valerio Segor vom regionalen Bergrettungsdienst beschrieb die taktischen Anpassungen während der Luftoperationen:
Wir wechselten zu einem viel kleineren Hubschrauber, der näher an die Felswände herankommen und in die Schluchten sehen konnte. Aber sie sahen nichts.
Sportlicher Hintergrund und frühere Aufstiege
McCrystal ist eine erfahrene Bergsteigerin und Ausdauersportlerin mit früherer Erfahrung am Matterhorn. Am 14. August absolvierte sie eine Solo-Hin- und Rückfahrt auf der Schweizer Seite über den Hörnligrat von Zermatt in 6 Stunden, 47 Minuten und 33 Sekunden, so die Datenbank „Fastest Known Time“. Im Februar gewann sie das Rennen „4 Refugios Non-Stop“ in Bariloche, Argentinien, und bewältigte die fast 40 Kilometer lange Strecke mit 3.350 Höhenmetern in 6 Stunden, 21 Minuten und 10 Sekunden. Die Route über den Liongrat auf der italienischen Seite gilt als technisch anspruchsvoller und schwieriger als die Schweizer Hörnli-Route, zieht aber weniger Kletterer an.
Athletics Canada gab eine Erklärung heraus, die ihren Hintergrund in großen Höhen bestätigt:
Kalie ist eine erfahrene Skyrunnerin und Bergsteigerin mit langjähriger Erfahrung in technischen und hochalpinen Umgebungen. Sie verfügt über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen im alpinen Gelände und hatte das Matterhorn bereits zuvor bestiegen. Es war also nicht ihre erste Besteigung des Berges.
- Gewinnt das Rennen „4 Refugios Non-Stop“ in Bariloche, Argentinien, in 6 Stunden, 21 Minuten und 10 Sekunden.
- Absolviert eine Solo-Hin- und Rückfahrt auf dem Matterhorn Hörnligrat von Zermatt in 6:47:33.
- Zuletzt oberhalb der Jean-Antoine-Carrel-Hütte auf 3.830 Metern auf der italienischen Seite gesehen.
- Bergrettungsteams und Hubschrauber durchsuchen die gesamte italienische Normalroute.
Koordination mit den Behörden
Familienmitglieder und enge Freunde koordinieren weiterhin mit den italienischen Behörden und versuchen, Mobilfunkstandortdaten zu verfolgen. Ihre Freundin Amelia Boultbee bemerkte, dass McCrystals Telefon keine Nachrichten mehr empfing, was zu Aufrufen nach Informationen von jedem führte, der sie zwischen Dienstagnachmittag und Mittwochmorgen gesehen hatte. Suchteams haben Mobilfunksignale analysiert, aber Versuche, ihr Gerät zu orten, haben keine Koordinaten ergeben. McCrystals Familie steht in aktivem Kontakt mit den italienischen Rettungsdiensten, während die Suchaktionen an den Südhängen des Gipfels fortgesetzt werden.


