
Deutscher Buchpreis nominiert sechs Finalisten für den Preis 2026 vor der Frankfurter Buchmesse
Fünf Frauen und ein Mann sind noch im Rennen um den mit 25.000 Euro dotierten Preis, nachdem die Jury aus einem Pool von 205 Titeln sechs Finalisten ausgewählt hat – vor der Preisverleihung am 5. Oktober in Frankfurt.
Die sechs nominierten Romane
Die Jury des Deutschen Buchpreises hat am Dienstag die Shortlist 2026 veröffentlicht und sechs Romane aus einem ursprünglichen Feld von 205 Einreichungen ausgewählt. Die Finalisten umfassen fünf Frauen und einen Mann: Shida Bazyar mit "Die Lücken", Franziska Gänsler mit "Orca", Valeria Gordeev mit ihrem Debütroman "Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle", Elias Hirschl mit "Schleifen", Peggy Mädler mit "Selbstregulierung des Herzens" und Dana Vowinckel mit "Anton und Alma". Hirschl, dessen Roman im Januar 2026 bei Paul Zsolnay erschienen ist, ist der einzige österreichische Autor in der Finalrunde und war auch der einzige Österreicher auf der 20 Titel umfassenden Longlist. Die anderen ausgewählten Bücher wurden zwischen Februar und September 2026 von Verlagen wie S. Fischer, Kiepenheuer & Witsch, Suhrkamp, Kein & Aber und Galiani Berlin veröffentlicht.
Juryberatungen und ausgeschlossene Titel
Die siebenköpfige Jury, die von der Akademie Deutscher Buchpreis berufen wurde, prüfte Bücher, die zwischen dem 1. Oktober 2025 und Anfang September 2026 erschienen sind. Unter dem Vorsitz von Cornelia Geißler, Literaturredakteurin der Berliner Zeitung, gehörten dem Gremium die Buchhändlerin Theresa Donner, der NDR-Redakteur Jan Ehlert, die Kritikerin Maha El Hissy, Emily Grunert vom Literaturbüro NRW, Stefanie Kreuzer von der Universität Kassel und Adam Soboczynski von der Zeit an. Mehrere prominente Autoren, die im August die 20 Titel umfassende Longlist erreicht hatten, schafften es nicht in die letzten sechs, darunter Ingo Schulze mit "Das Wasser im August", Heinz Strunk mit "Memories of Heidelberg", Svenja Leiber mit "Nelka", Lukas Rietzschel mit "Sanditz" und Giuliano Musio mit "Aus anderem Holz". Geißler fasste die Einschätzung der Jury zu den nominierten Werken zusammen.
Was kommt? Was bleibt? So unsicher die Gegenwart auch sein mag, sie erweist sich als fruchtbarer Boden für große Literatur. Die sechs Romane auf der Shortlist zeugen davon. Wir lesen auf viele unerwartete Weisen über Sehnsucht, Freundschaft, Liebe und Gewalt. Wir sind begeistert von der ästhetischen Fülle dieser Bücher, von ihrer Sprachfreude.
Preisverleihung und Preisgeldverteilung
Der Deutsche Buchpreis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert, wobei der Gewinner 25.000 Euro erhält und jeder der fünf weiteren nominierten Autoren 2.500 Euro. Der Preis wird seit 2005 von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verliehen und zeichnet den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der Gewinner wird am 5. Oktober 2026 im Kaisersaal des Frankfurter Rathauses, dem Römer, am Vorabend der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben. Die sechs Finalisten erfahren das endgültige Ergebnis erst während der Zeremonie selbst, die live auf der Website des Preises übertragen werden soll. Im Jahr 2025 gewann die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger mit ihrem Roman "Die Holländerinnen".
- Jury veröffentlicht die 20 Titel umfassende Longlist, ausgewählt aus 205 Einreichungen.
- Jury gibt die sechs nominierten Finalistenromane bekannt.
- Gewinner wird im Kaisersaal in Frankfurt am Vorabend der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.
- Eingereichte Titel
- 205 Titel
- Longlist
- 20 Titel
- Shortlist
- 6 Titel
- Gewinner
- 1 Titel
Betrugsermittlungen im Zusammenhang mit Autorenwerbung
Parallel zur Bekanntgabe der Shortlist erstattete der öffentlich-rechtliche Rundfunk MDR Strafanzeige wegen eines betrügerischen E-Mail-Systems, das sich an Autoren richtete, die nicht für den Preis nominiert waren. Die Betrüger verwendeten gefälschte E-Mail-Konten unter den Namen der Literaturpräsentatorinnen Christine Westermann und Katrin Schumacher, um gefälschte Werbekooperationen während der Frankfurter Buchmesse anzubieten. Die Autoren wurden aufgefordert, 200 Euro für ein "Essential Author Feature" oder 500 Euro für ein "Signature Author Feature" zu zahlen, das Interviews in öffentlich-rechtlichen Formaten versprach. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen zu dem System ein, das Schumacher als doppelte Täuschung beschrieb, die Schriftsteller ausnutzte und fälschlicherweise den Eindruck erweckte, redaktionelle Berichterstattung sei käuflich.


