
Shein verschiebt Hongkong-Börsengang auf September bei einer Bewertung von 26 Milliarden US-Dollar
Der Fast-Fashion-Einzelhändler Shein hat seinen Börsengang in Hongkong auf den 1. September 2026 verschoben; das Bookbuilding beginnt am 24. August zu einer reduzierten Bewertung zwischen 25 und 27 Milliarden US-Dollar.
Überarbeiteter Zeitplan für das Debüt in Hongkong
Der Fast-Fashion-Einzelhändler Shein hat das angestrebte Datum für seinen Börsengang an der Hongkonger Börse auf den 1. September 2026 verschoben und damit vom ursprünglichen Ziel 28. August abgerückt. Das Bookbuilding für Investoren soll am Montag, den 24. August, beginnen, nachdem die Auftragserteilung der Anleger leicht verzögert wurde. Mit dem Zeitplan vertraute Kreise gaben an, dass zwar der 1. September als primäres Zieldatum gelte, der Handelsstart je nach Marktlage jedoch auch einige Tage später erfolgen könne. Eine mit dem Prozess vertraute Quelle erklärte, dass der frühere Termin 28. August weiterhin möglich sei. Shein hatte ursprünglich beabsichtigt, alle Phasen seines Börsengangs vor Ende August abzuschließen.
- Chinesische Wertpapieraufsicht genehmigt Börsengang in Hongkong
- Beginn der Ordereinholung und des Investoren-Bookbuildings
- Früherer angestrebter Termin für das Debüt in Hongkong
- Angestrebter Debüttermin an der Hongkonger Börse
Bewertungsziele nach unten korrigiert
Shein strebt in Hongkong eine Bewertung zwischen 25 und 27 Milliarden US-Dollar an, was etwa 21,5 bis 24 Milliarden Euro entspricht. Dieses Ziel liegt unter der Spanne von 30 bis 40 Milliarden US-Dollar, die diskutiert wurde, als das Unternehmen Anfang August Investoren-Roadshows startete. Die aktuelle Zahl beträgt etwa ein Viertel der Bewertung von 100 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen während einer privaten Finanzierungsrunde im Jahr 2022 erreichte. Langsameres Umsatzwachstum, steigende Kosten in der Lieferkette und intensiver Wettbewerb durch günstige E-Commerce-Plattformen wie Temu haben die Nachfrage der Investoren gedämpft. Zudem haben regulatorische Prüfungen und ethische Bedenken hinsichtlich der Fast-Fashion-Produktion die Marktaufnahme beeinflusst.
Ipek Ozkardeskaya, Marktanalystin bei Swissquote, beobachtete den stetigen Rückgang der Unternehmensbewertung in den letzten Jahren.
Ihre Bewertung hat sich in vier Jahren vervierfacht.
Verhandlungen mit Ankerinvestoren
Der Einzelhändler plant, Aktien im Wert von 400 Millionen US-Dollar für Ankerinvestoren zurückzulegen, wobei die endgültige Zusammensetzung des Konsortiums noch festgelegt wird. Die chinesische Investmentfirma Boyu Capital und eine Vermögensverwaltungssparte der Schweizer UBS haben Gespräche über Ankerbeteiligungen geführt. Auch der Technologiekonzern Tencent und die US-amerikanische Private-Equity-Firma General Atlantic haben eine Beteiligung am Aktienverkauf geprüft. Es wird erwartet, dass der Großteil der Ankerzuteilungen von bestehenden Aktionären übernommen wird, die ihre Positionen halten wollen. Darüber hinaus erwägen mehrere an der Transaktion beteiligte Investmentbanken, eigene Mittel als Ankerkapital einzusetzen, um das Orderbuch zu stützen.
Regulatorischer Weg und internationale Expansion
Der Börsengang in Hongkong folgt auf zwei gescheiterte Versuche, in den letzten vier Jahren in New York und London an die Börse zu gehen. Ein früherer Plan, in den Vereinigten Staaten zu notieren, stieß auf politischen Widerstand im Zusammenhang mit den Handelsspannungen zwischen Washington und Peking. Shein wechselte daraufhin 2024 zur Londoner Börse mit einer Bewertung von rund 60 Milliarden Euro, doch dieser Prozess wurde gestoppt, nachdem britische Regulierungsbehörden zusätzliche Unternehmensangaben verlangten.
Das Scheitern des Manövers war hauptsächlich regulatorisch bedingt: London hatte mehr Informationen, mehr Transparenz gefordert.
Der Weg zu einem Börsengang öffnete sich im Juli 2026, als die chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörden Sheins Antrag auf eine Notierung in Hongkong genehmigten. Shein, 2012 in China gegründet, baute sein Geschäftsmodell auf preiswerter Kleidung auf und verkauft Artikel wie 5-Dollar-Kleider und 10-Dollar-Jeans an Verbraucher in rund 160 Ländern. Während das Unternehmen seinen Hauptsitz nach Singapur verlegte, bleibt der Großteil seines Fertigungsnetzwerks auf dem chinesischen Festland konzentriert.

