Kurz gefasst
Ein Patient mit schwerer Immunsuppression starb in einem Lyoner Krankenhaus nach neurologischen Symptomen; der Fall gilt als erster in Frankreich entdeckter menschlicher Infektionsfall. Die französischen Ministerien erklären, es sei kein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung festgestellt worden.
Das LCV in Algete bestätigte Shamonda Typ 1 in Córdoba, Toledo, Ávila, Madrid und Girona, Kantabrien zertifizierte Typ 2; seit September sind mindestens sechs Provinzen betroffen.
Dreizehn Länder haben Fälle gemeldet; Portugal bestätigte am 9. Oktober fünf positive Rinderbetriebe, am selben Tag bestätigte Slowenien seinen ersten Ausbruch bei drei Rindern.
Die Generalitat de Catalunya erklärt, das Risiko einer menschlichen Infektion sei sehr gering, der IREC-Forscher David Roiz sagt, für die Allgemeinbevölkerung bestehe kein Risiko, während Mónica González von der Universität Murcia eine stärkere Überwachung fordert.
- September 2026Nachweise beginnen auf spanischen Betrieben, in mindestens sechs Provinzen seit September
- 9.10.Portugal bestätigt fünf positive Rinderbetriebe; Slowenien bestätigt seinen ersten Ausbruch
- 20.10.Drei Milchviehbetriebe in Girona durch passive Überwachung identifiziert
- 22.10.Spaniens Landwirtschaftsministerium erklärt, die Lage werde weiter beobachtet
Ein Todesfall in Frankreich löst die Warnung aus
Das spanische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA) teilte am 22. Oktober mit, es beobachte das Shamonda-Virus weiter, das Rinder, Schafe und Ziegen befällt. Die Warnung folgte auf den Tod eines Patienten in einem Krankenhaus in Lyon, der eine schwere Immunsuppression aufwies. Berichte bezeichnen den Fall als ersten in Frankreich entdeckten menschlichen Infektionsfall; der Patient zeigte neurologische Symptome und starb zwei Wochen später. Die französischen Gesundheits- und Landwirtschaftsministerien erklärten, klinische, biologische und epidemiologische Untersuchungen seien im Gange, und für die Bevölkerung bestehe kein Gesundheitsrisiko. Bislang galt das Virus als nicht auf den Menschen übertragbar.
„Die Lage in Spanien bleibt unter Beobachtung, mit besonderer Aufmerksamkeit für die Entwicklung der Fälle.“
Nachweise auf spanischen Betrieben
Das Zentrale Veterinärlabor (LCV) in Algete, das nationale Referenzlabor, bestätigte Shamonda Typ 1 auf Betrieben in Córdoba, Toledo, Ávila, Madrid und Girona. Kantabrien hat das Vorkommen von Typ 2 zertifiziert. In Girona wurden am 20. Oktober drei Milchviehbetriebe im Rahmen der passiven Überwachung identifiziert – jenes Systems, das in ganz Spanien für diese Krankheit eingesetzt wird. Die betroffenen Tiere zeigten vor allem Fieber, Durchfall und einen Rückgang der Milchleistung; laut den Berichten decken sich diese Symptome mit den Beobachtungen an anderen Orten in Europa. Die spanischen Nachweise sind seit September in mindestens sechs Provinzen aufgetreten. Die Generalitat de Catalunya, die Regionalregierung Kataloniens, erklärte, das Virus sei „keine Zoonose“ und das Risiko einer menschlichen Infektion in Katalonien sehr gering.
Ausbreitung in Europa
Dreizehn Länder haben Fälle gemeldet: Österreich, Deutschland, Belgien, Slowenien, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Liechtenstein, die Niederlande, Portugal, das Vereinigte Königreich (Jersey) und die Schweiz. In den 15 Tagen vor dem 22. Oktober weiteten Portugal, Slowenien und Frankreich das Vorkommen des Virus auf ihrem Territorium aus. Portugal bestätigte am 9. Oktober, dass fünf Rinderbetriebe positiv getestet wurden; am selben Tag bestätigte Slowenien seinen ersten Ausbruch bei drei Rindern auf einem Betrieb in der Region Savinja im Osten des Landes. Frankreich hat das Virus in 54 Departements bestätigt, und die Infektion breitet sich dort weiter aus. Die spanischen Nachweise sind ein Teil dieses größeren Bildes.
Experten fordern Überwachung statt Alarmismus
Mónica González, Dozentin für Tiergesundheit an der Universität Murcia, sagte, sie halte Folgendes für nötig.
„Sie werden wahrscheinlich eine retrospektive Studie durchführen müssen, um serologisch zu sehen, wie viele Menschen subklinisch, also ohne Symptome, mit dem Virus infiziert sein könnten.“
Sie sagte, die unmittelbare Aufgabe bestehe darin, die integrierte Überwachung von Ärzten, Tierärzten, Biologen und Entomologen nach dem One-Health-Ansatz zu stärken und zugleich Alarmismus zu vermeiden. David Roiz vom Institut für Wildtierforschung (IREC) an der Universität Castilla-La Mancha sagte, für die Allgemeinbevölkerung bestehe kein Risiko, da der Patient in Lyon immunsupprimiert gewesen sei. Der Fall sei nicht so seltsam, wie er scheine, da viele Bunyaviren – die Familie, zu der das Shamonda-Virus gehört – in tropischen Gebieten natürlicherweise unter Säugetieren zirkulierten und sporadisch menschliche Fälle verursachten. Er erklärte, das Virus werde zwischen Rindern durch Culicoides-Mücken übertragen, kleine Fliegen, die auch die Blauzungenkrankheit übertragen.
„Für die Allgemeinbevölkerung besteht kein Risiko.“