
24-Jährige festgenommen, weil sie Schwert aus Breslaus ikonischem Fechterbrunnen stahl
Eine 24-jährige Frau wurde am frühen Samstagmorgen von Überwachungskameras gefilmt, wie sie den Brunnen am Plac Uniwersytecki bestieg, das Nachbauschwert entfernte und beschädigte. Stadtwächter nahmen sie auf frischer Tat fest und übergaben sie der Polizei.
Was geschah
Gegen 3:30 Uhr am Samstag, den 11. Juli, nahmen Breslauer Stadtwächter eine 24-jährige Frau fest, die das Schwert aus dem Szermierz-Brunnen (Fechterbrunnen) am Plac Uniwersytecki gestohlen und beschädigt hatte. Überwachungsaufnahmen zeigten eine zweite Frau, die ihr half, auf das Brunnenbecken zu klettern, und die Tat dann mit einem Handy filmte.
Die Kosten für die Anfertigung einer neuen Nachbildung (aus günstigeren Materialien als das Original) belaufen sich auf rund 600 Złoty, und die Täterin muss sowohl die Herstellung als auch die Montage des neuen Schwertes übernehmen.
Beide Frauen, die laut Polizei unter Alkoholeinfluss standen, wurden identifiziert, wegen der Ordnungswidrigkeit belangt und wieder freigelassen. Ein Gericht wird nun über die Strafe entscheiden.
Eine wiederkehrende Plage
Stadtbeamte geben an, dass das Schwert pro Brunnensaison 3 bis 5 Mal verschwindet. Im Winter, wenn das Wasser abgelassen wird, wird das Schwert vorsorglich entfernt, weil die Diebstahlshäufigkeit zunimmt. Die Feder vom Aleksander-Fredro-Denkmal am Marktplatz verschwindet noch häufiger; Schätzungen zufolge gibt es über ein Dutzend solcher Diebstähle pro Jahr, mit einem Rekord von 19 Vorfällen in einem einzigen Jahr. Das Schwert selbst wurde insgesamt mehrere Dutzend Mal gestohlen.
Denkmäler sind Teil der Geschichte und des Bildes unserer Stadt. Lasst sie uns genießen, ohne sie zu zerstören.
Motive und alte Traditionen
In vergangenen Jahrzehnten wurde der Diebstahl des Schwertes als elitäres Studentenritual angesehen, als Beweis für Wagemut und Geschicklichkeit. Die Studenten gaben das Artefakt in der Regel nach ein paar Tagen zurück, sowohl in der deutschen Zeit als auch nach 1945. Heute reichen die Motive von dummen Wetten über Souvenirjagd bis hin zu schlichtem Vandalismus.
Das Schwert ist bereits mehrere Dutzend Mal verschwunden!
Warum das Schwert nicht dauerhaft angeschweißt werden kann
Beamte haben erklärt, dass das Anschweißen des Schwertes das Risiko birgt, die Figur selbst bei künftigen gewaltsamen Entfernungsversuchen zu beschädigen. Der Jugendstilbrunnen, der 1904 enthüllt und von Professor Hugo Lederer von der Berliner Akademie der Künste entworfen wurde, gilt als eines der bekanntesten Symbole sowohl der Universität Breslau als auch der gesamten Stadt. Eine lokale Legende besagt, dass die Statue den Künstler selbst darstellt, der bei seiner Ankunft in Breslau als Student alles, einschließlich seiner Kleidung, verspielte, wobei ihm das Schwert als Symbol der adligen und studentischen Ehre blieb. Der Brunnen sollte eine Warnung vor Glücksspiel und Alkohol sein.
Konsequenzen für die Täterin
Der Frau droht eine vom Gericht verhängte Geldstrafe von bis zu 5.000 Złoty. Sie muss auch die Kosten von rund 600 Złoty für die Anfertigung eines neuen Nachbauschwertes sowie die Montage tragen. Die Tat wird als Ordnungswidrigkeit (wykroczenie) eingestuft, nicht als Straftat.
Überwachung und Durchsetzung
Der Plac Uniwersytecki steht unter ständiger Überwachung, und auch der Marktplatzbereich wird überwacht, wo es häufig zu Diebstählen von Fredros Feder kommt. Stadtwächter reagieren in Echtzeit auf Vandalismus, und die hochwertigen Aufnahmen erleichtern die Identifizierung der Täter.


