
Schweizer Frauenstaffel gewinnt mit Silber erste EM-Medaille in Birmingham
Die Schweizer 4x100m-Frauenstaffel gewann die erste Staffelmedaille des Landes bei einer großen Meisterschaft, Silber bei den Europameisterschaften in Birmingham, trotz einer Beinahe-Katastrophe beim letzten Wechsel.
Schweizer Frauenstaffel gewinnt erste Medaille
Die Schweizer 4x100m-Frauenstaffel mit Géraldine Di Tizio-Frey, Fabienne Hoenke, Léonie Pointet und Salomé Kora gewann Silber bei den Europameisterschaften in Birmingham, die erste Medaille für eine Schweizer Staffel bei einer großen Meisterschaft. Großbritannien holte Gold in 42,05 Sekunden. Die Schweiz lief 43,05 Sekunden (laut SRF) oder 43,12 Sekunden (laut Blick), Polen holte Bronze nur 3 Hundertstel dahinter und Italien wurde Vierter, 9 Hundertstel zurück.
Das Staffelprojekt wurde vor mehr als 12 Jahren vor den Heim-EM 2014 in Zürich gestartet. Trotz regelmäßig Weltklassezeiten und Finalteilnahmen bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften war das Team zweimal Vierter bei den EM und hatte wegen Wechselfehlern, Verletzungen oder Hundertstelentscheidungen Medaillen verpasst.
Beinahe-Katastrophe beim letzten Wechsel
Das Rennen endete fast in einem weiteren Drama. Nach einem starken Start von Di Tizio-Frey und zwei sauberen Übergaben schien die Schweiz Großbritannien um Gold herauszufordern. Aber der letzte Wechsel von Pointet an Kora ging schief. Kora, die als Bobanschieberin bei den Winterspielen angetreten war, kam fast zum Stillstand, um in der Wechselzone zu bleiben.
"Wahrscheinlich bin ich zu früh gestartet und habe dann eine Vollbremsung gemacht", sagte Kora. Die 32-Jährige aus St. Gallen startete dann einen Aufholsprint und sicherte sich Silber drei Hundertstel vor Polen.
Der Druck, der jahrelang auf uns lastete, fällt jetzt ab. Es ist so schön, dass wir diese Medaille gewonnen haben.
In den letzten Jahren gab es immer Tränen der Traurigkeit, jetzt sind es Tränen der Freude. Es ist unglaublich. Salomé war plötzlich weit weg, dann rief ich 'Stopp'. Zuerst dachte ich, es wird nichts, aber dann sah ich, wie schnell sie war und noch Zweite wurde.
Del Ponte macht Platz
Stunden vor dem Finale ersetzte Hoenke Ajla Del Ponte, die am Morgen im Vorlauf gelaufen war. Trainer Kim Beytrison sagte, Del Ponte habe freiwillig auf ihren Platz verzichtet, basierend auf Hoenkes Leistungen. Hoenke hatte knapp eine Medaille über 200m verpasst und war Vierte geworden.
Wir haben es gemeinsam besprochen und Ajla entschieden, dass Fabienne diesen Start verdient. Das war stark von Ajla und ich bin stolz, dass wir so eine gute Kommunikation in diesem Team haben.
Del Ponte bezeichnete sich selbst als Teamplayerin und sagte, es sei schwer gewesen, aber sie sei nicht sicher, ob sie 100 Prozent geben könne, und wollte kein Risiko für das Team sein.
- Staffelprojekt vor den Heim-EM 2014 in Zürich gestartet
- Zweimal Vierter, durch Wechselfehler und Hundertstelentscheidungen um Medaillen gebracht
- Vorläufe mit Ajla Del Ponte
- Del Ponte bietet Hoenke freiwillig ihren Platz an
- Finale im Alexander Stadium, Birmingham
- Wechsel Pointet zu Kora fast gescheitert; Kora kommt fast zum Stillstand
- Silbermedaille, 3 Hundertstel vor Polen
Lobalu vervollständigt Medaillensatz
Dominic Lobalu gewann Silber über 10.000m in 27:42,67 und vervollständigte damit seine EM-Medaille nach Gold über 10.000m und Bronze über 5.000m bei der Ausgabe 2024 in Rom. Der 27-Jährige, geboren im Südsudan, war zuvor in Birmingham Siebter über 5.000m geworden.
Schwedes Andreas Almgren holte Gold, setzte sich etwa bei 7km ab und baute einen Vorsprung von fast 20 Sekunden auf. Er lief 27:23,44 (laut SRF und RTS) oder 27:33,44 (laut 20 Minuten), ein neuer EM-Rekord. Frankreichs Jimmy Gressier holte Bronze. Jonas Raess, der zweite Schweizer im Feld, wurde Achter in 28:22,41, Saisonbestleistung.
Ich bin sehr glücklich über diese neue Medaille.
Gold im Speerwurf, Dreisprung und Hochsprung
Julian Weber gewann Gold im Speerwurf mit seinem letzten Wurf von 90,40m, ein neuer EM-Rekord, und überholte Landsmann Nick Thumm (83,76m). Lettlands Patriks Gailums holte Bronze (82,97m).
- Julian Weber
- 90.4 m
- Nick Thumm
- 83.76 m
- Patriks Gailums
- 82.97 m
Im Dreisprung flog Italiens Andy Diaz Hernandez auf 18,15m zu Gold, vor Pedro Pichardo (17,76m) und Andrea Dellavalle (17,37m).
- Andy Diaz Hernandez
- 18.15 m
- Pedro Pichardo
- 17.76 m
- Andrea Dellavalle
- 17.37 m
Die Ukrainerin Jaroslawa Mahutschich gewann ihr drittes Hochsprung-Gold in Folge mit 1,97m. Der Titel der Männer-4x100m-Staffel ging an Großbritannien in 38,45 Sekunden.


