
Schweizer Untersuchung enthüllt: USA warnten vor F-35-Kostenrisiken vor Amherds Rücktritt
Eine parlamentarische Untersuchung der Schweiz ergab, dass die ehemalige Verteidigungsministerin Viola Amherd US-Warnungen über Kostenrisiken des F-35-Kampfjets zurückhielt, bevor sie 2025 zurücktrat.
Parlamentarische Untersuchung zur Beschaffung von Kampfjets
Ein im September 2026 veröffentlichter Bericht der Schweizer Parlamentarischen Kontrollkommission (GPK) ergab, dass die Schweiz nie einen verbindlichen Festpreis für die Beschaffung von F-35-Kampfjets aus den USA erhalten hatte. Die Ergebnisse widersprechen jahrelangen öffentlichen Zusicherungen des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und der Beschaffungsbehörde Armasuisse. Laut der Kommission nahmen US-Beamte eine spezifische Klausel in die Vertragsdokumente auf, informierten jedoch den Schweizer Projektleiter Darko Savic, dass US-Recht und die Gleichbehandlung anderer Partnerländer einen garantierten Festpreis ausschlossen. Die GPK fand keine Hinweise darauf, dass Savic diese Einschränkung an Vorgesetzte weitergeleitet hatte, und bezeichnete die Führung der ehemaligen Bundesrätin Viola Amherd als unzureichend.
Er war wahrscheinlich der geistige Vater des Festpreis-Narrativs.
Verheimlichte Warnungen und plötzliche Rücktritte
Die Prüfung ergab, dass das VBS im Dezember 2024, kurz vor Weihnachten, ein diplomatisches Non-Paper von US-Behörden erhielt. Das Dokument warnte Schweizer Beamte, dass die F-35-Beschaffung zusätzliche Kosten über die ursprünglichen Budgetprognosen hinaus verursachen könnte. Amherd informierte die übrigen Mitglieder des Bundesrates nicht sofort nach Erhalt des Dokuments, sondern wartete zwei Monate bis März 2025, um ihre Kabinettskollegen zu unterrichten. Am 8. Januar 2025 trat Savic von seiner Position als Projektleiter zurück, eine Woche später folgte Amherds Ankündigung, dass sie Ende März 2025 aus dem Bundesrat ausscheiden werde.
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Betriebskosten und Wartungsverträge
Die Unstimmigkeiten bei der Beschaffung reichten über den Kaufpreis hinaus bis zur langfristigen Flottenwartung. Nach der Typenwahl der Schweizer Regierung für die F-35 am 30. Juni 2021 gab Savic bekannt, dass die Betriebskosten für zehn Jahre vertraglich garantiert seien, mit verbindlichen Verpflichtungen bis 2040. Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) stellte diese Annahmen im Frühjahr 2022 in Frage und wies darauf hin, dass die offiziellen Akten nur geschätzte Preise enthielten. Armasuisse bestätigte im September 2026, dass kein umfassender Wartungsvertrag bis 2040 existiert; die Schweiz verhandelt stattdessen einjährige Serviceverträge für die Flugzeugflotte.
Jeder Meisterschreiner hätte es besser gewusst. Heute bietet niemand einen Festpreis für eine Küche, die in fünf Jahren geliefert wird.
Politische Reaktionen und Forderungen nach parlamentarischer Untersuchung
Die Ergebnisse haben parteiübergreifend breite Kritik hervorgerufen und markieren die schärfste Kontroverse bei der Jet-Beschaffung seit dem Referendum im September 2020. Parlamentsmitglieder aus linken und rechten Fraktionen bezeichneten das Management der Beschaffung als Fiasko und Dilettantismus. Als Reaktion auf die Enthüllungen kündigte die Sozialdemokratische Partei an, in der Herbstsession einen Antrag auf Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zur Untersuchung des Verteidigungsdepartements einzubringen. Die Schweiz soll ihre erste Charge von F-35-Jets im Jahr 2028 erhalten.


