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Mannschaftssport·vor 2 Std.

Finnlands Helenius bricht den Schweizern in der Verlängerung das Herz – Gastgeber verlieren drittes WM-Finale in Folge

Konsta Helenius traf nach 10:42 Minuten in der Sudden-Death-Verlängerung, als Finnland die Schweiz im IIHF-WM-Finale in Zürich mit 1:0 besiegte und die Gastgeber damit zur dritten Silbermedaille in Folge verdammte – die Durststrecke ohne Gold verlängert sich auf sechs Finalniederlagen.

Der entscheidende Moment

Nach 60 Minuten angespannter, taktischer Eishockey-Partie ohne Tor ging das Goldmedaillenspiel in der Swiss Life Arena in die Drei-gegen-Drei-Sudden-Death-Verlängerung. Jesse Puljujärvi traf für Finnland innerhalb von 30 Sekunden den Pfosten, Damien Riat in der 64. Minute die Querlatte für die Schweiz. Dann, nach 10:42 Minuten der Verlängerung, tauchte der 20-jährige Konsta Helenius aus der linken Ecke auf, zog quer übers Eis und zog einen unhaltbaren Schuss an Leonardo Genoni vorbei. Der Buffalo-Sabres-Prospect warf die Handschuhe und den Helm ab und begann Finnlands fünften WM-Titel zu feiern.

Jedes Finale, das ich bisher verloren habe, hat unglaublich wehgetan. Es ist extrem bitter. Am Ende ist es nicht so gelaufen, wie es hätte laufen sollen.

Eine vertraute Stille

Zum dritten Mal in Folge gelang der Schweiz im Finale kein einziges Tor. Die Gastgeber brachten in der regulären Spielzeit nur 19 Schüsse aufs Tor, Finnland 22 – Genoni lieferte erneut eine herausragende Leistung ab und hielt alle 21 Schüsse, bevor das entscheidende Tor fiel. In drei verlorenen Finalen kassierte Genoni bei 99 Schüssen nur drei Gegentore – eine Fangquote von 97 %. Das Schweizer Powerplay, darunter eine Fünf-gegen-Drei-Überzahl im zweiten Drittel, konnte die Null nicht knacken.

Wir hatten das Gefühl, dass heute unser Tag ist. Wir hatten kein gutes erstes Drittel, und im zweiten Drittel müssen wir bei einer Zwei-Mann-Überzahl mehr daraus machen. Wir müssen einfach einen Weg finden, ein Tor zu erzielen.

Das Ende einer goldenen Generation?

Schweizer Medien bezeichneten die Niederlage als möglicherweise „den letzten Tanz einer goldenen Generation“. Kapitän Roman Josi (35) wurde zum MVP und besten Verteidiger des Turniers gekürt, nachdem er in zehn Spielen fünf Tore und sieben Vorlagen erzielt hatte, doch über seine Zukunft im Nationalteam wollte er keine Aussage machen. „Ich weiß es nicht. Im Moment ist die Enttäuschung einfach riesig. Wir hatten das Gefühl, dass es klappen würde, aber es ist nicht passiert. Es ist unerklärlich, und im Moment ist da einfach diese Leere“, sagte Josi. Nino Niederreiter, der nun 0:5 in WM-Finalen steht, räumte ein, dass seine Chancen schwinden: „Die Jahre sind gezählt, besonders für mich.“

Wir werden den Pokal nach Hause bringen – da bin ich mir ganz sicher.

Bronzemedaillen-Schock

Bereits am frühen Nachmittag hatte Norwegen Kanada mit 3:2 in der Verlängerung geschockt und sich die erste Medaille der Geschichte bei einer IIHF-Weltmeisterschaft gesichert. Noah Steen erzielte den Siegtreffer nach 3:32 Minuten der Verlängerung und schickte die topgesetzten Kanadier ohne Medaille nach Hause. Finnland hatte Kanada im Halbfinale besiegt, wobei Torhüter Justus Annunen – ein Teamkollege von Josi bei den Nashville Predators – Sidney Crosby und Macklin Celebrini zur Verzweiflung brachte.

Schweizer Finalniederlagen (2024–2026)
  1. Schweiz verliert Finale gegen Tschechien (torlos im Finale)
  2. Schweiz verliert Finale gegen die USA in der Verlängerung; Tage Thompson erzielt den Siegtreffer
  3. Schweiz verliert Finale gegen Finnland 1:0 in der Verlängerung; Konsta Helenius erzielt den Siegtreffer

Was als Nächstes kommt

Cheftrainer Jan Cadieux sagte, die Mannschaft sei „in den ersten 30 Minuten von der Nervosität gepackt“ gewesen und zeigte sich trotz des Ergebnisses stolz auf seine Spieler. Der scheidende Nationalmannschaftsdirektor Lars Weibel, der als Sportdirektor zum HC Ambri-Piotta wechselt, sagte, das Team habe „mehr verdient“ und es zerreiße ihm das Herz, sie nicht feiern zu sehen. Die Schweizer Mannschaft wird am Montagabend um 18:00 Uhr zu einem öffentlichen Empfang im Volkshaus in Zürich erwartet, wo die Fans den Silbermedaillengewinnern trotz des schmerzhaften Endes einen Heldenempfang bereiten dürften.

Zürich

8 Quellen

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