
Bundesrat unterstützt Deckelung von Krankenkassen-Managergehältern auf 478.166 Franken
Der Schweizer Bundesrat hat am 12. August 2026 eine Deckelung der Vergütung von Krankenkassen-Managern auf das Gehalt eines Bundesrats (478.166 Franken) befürwortet. Damit reagiert er auf den öffentlichen Unmut über steigende Prämien und Rekordvergütungen von fast einer Million Franken.
Bundesrat befürwortet Deckelung
Der Schweizer Bundesrat gab am 12. August 2026 bekannt, dass er eine parlamentarische Initiative zur Einführung einer Obergrenze für die Vergütung von Geschäftsleitungs- und Verwaltungsratsmitgliedern von Krankenkassen unterstützt, insbesondere für ihre Tätigkeiten im Zusammenhang mit der obligatorischen Grundversicherung (LAMal/KVG). Der Vorschlag stammt von der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-N) und basiert auf einer parlamentarischen Initiative von Nationalrat Baptiste Hurni (SP/NE). Die Regierung erklärte, sie werde auf die Vorlage eintreten, schlug jedoch einen vereinfachten Mechanismus zur Festlegung der Obergrenze vor.
Der ursprüngliche Entwurf sah vor, die Obergrenze am Höchstgehalt der obersten Besoldungsklasse der Bundesverwaltung zu orientieren, inflationsbereinigt und unter Berücksichtigung der Anzahl Versicherter und der durchschnittlichen Gesamtkosten pro Versicherten. Der Bundesrat schlug stattdessen auf Antrag von Nationalrätin Sophie Michaud Gigon (Grüne/VD) vor, die Grenze auf das Gehalt eines Bundesrats festzulegen. Laut Bundeskanzlei beträgt das Bruttojahresgehalt eines Bundesrats per 1. Januar 2026 478.166 Franken, ein Betrag, der bereits die Inflationsanpassung berücksichtigt.
Transparenzpflichten
Der Gesetzesentwurf verschärft auch die Transparenzregeln. Krankenkassen wären verpflichtet, die Vergütung und das Beschäftigungsausmass aller Geschäftsleitungs- und Verwaltungsratsmitglieder namentlich zu veröffentlichen. Die Regierung begrüsste diese erweiterte Transparenzpflicht und erklärte, dass bei einer obligatorischen Sozialversicherung vollständige Transparenz notwendig sei.
Der Bundesrat argumentierte, dass die Versicherer in einem stark regulierten Umfeld tätig seien und sich durch obligatorische Prämien der Versicherten finanzierten. Daher sei es nachvollziehbar, diese Vergütungen zu regulieren. Die Regierung erwartet zudem, dass mehr Transparenz zu einer grösseren Zurückhaltung bei der Festsetzung von Managergehältern beitragen könnte.
Geringe Auswirkungen auf Prämien erwartet
Die Regierung warnte vor überhöhten Erwartungen und erklärte, dass der Vorschlag die Verwaltungskosten oder Prämien der Versicherer wahrscheinlich nicht senken werde. Die Massnahme ziele vielmehr auf die Belastung der Schweizer Bevölkerung durch die Prämien und die öffentliche Unzufriedenheit über die hohen Vergütungen von Krankenkassen-Managern ab.
- Der Ständerat lehnt einen Vorschlag ab, die Gehälter von Krankenkassen-Managern auf 250.000 Franken pro Jahr zu deckeln, da die Beträge als zu starr empfunden werden.
- Die Vergütungen der Führungskräfte von CSS, Sanitas und Helsana erreichen Rekordniveau, mehrere Manager nähern sich der Millionengrenze oder überschreiten sie.
- Der Bundesrat stimmt dem SGK-N-Vorschlag grundsätzlich zu und schlägt eine vereinfachte Obergrenze in Höhe des Bundesratsgehalts von 478.166 Franken vor.
- Die SGK-N überarbeitet den Entwurf, danach geht er zur Debatte ins Parlament.
Rekordvergütungen im Jahr 2025
Die Vergütungen der Führungskräfte der grossen Schweizer Krankenkassen CSS, Sanitas und Helsana erreichten 2025 Rekordniveau, wobei mehrere Manager die Millionengrenze erreichten oder sich ihr annäherten. Die bestbezahlte war Philomena Colatrella, die scheidende CEO der CSS, die im letzten Jahr fast 999.000 Franken verdiente. Die vorgeschlagene Obergrenze von 478.166 Franken würde eine etwaige Halbierung solcher Vergütungen für grundversicherungsbezogene Tätigkeiten bedeuten.
- Philomena Colatrella (CSS, 2025)
- 999000 CHF
- Vorgeschlagene Obergrenze (Bundesratsgehalt)
- 478166 CHF
- Abgelehnter Deckelungsvorschlag 2023
- 250000 CHF
Frühere Versuche und nächste Schritte
Die Frage der überhöhten Vergütungen von Krankenkassen-Managern wird im Schweizer Parlament seit Jahren diskutiert. Im Sommer 2023 lehnte der Ständerat einen Antrag ab, die Gehälter von Krankenkassen-Managern auf maximal 250.000 Franken pro Jahr zu deckeln, da die Mehrheit die vorgeschlagenen Beträge als zu starr empfand. Auch der Bundesrat lehnte diesen Antrag damals ab mit der Begründung, dass Krankenkassen privatrechtliche Unternehmen seien.
Die SGK-N wird den Entwurf nun überarbeiten, bevor er zur Debatte ins Parlament geht.


