
Katalanische Polizei durchsucht Tiergesundheitslabor zum zweiten Mal im Zuge der Ermittlungen zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest
Mossos d'Esquadra und Guardia Civil kehrten am Dienstag zur Einrichtung IRTA-CReSA in Cerdanyola del Vallès zurück und entnahmen Virusproben der letzten fünf Jahre im Rahmen einer gerichtlichen Untersuchung zum Ursprung eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest.
Was geschah
Polizeibeamte führten am Dienstag eine zweite Durchsuchung im Tiergesundheitsforschungszentrum IRTA-CReSA in Cerdanyola del Vallès, Barcelona, durch. Die erste Durchsuchung fand am 18. Dezember letzten Jahres statt und dauerte etwa 14 Stunden, wobei die Beamten Unterlagen und Virusproben der vorangegangenen drei Jahre beschlagnahmten. Dieses Mal ordnete das Gericht die Entnahme von Proben an, die bis zu fünf Jahre zurückreichen, so Quellen, die dem Fall nahestehen.
Gleichzeitig betrat ein gemeinsames Team von Mossos und Guardia Civil das Centro de Biología Molecular Severo Ochoa in Madrid, das zum Spanischen Nationalen Forschungsrat (CSIC) gehört. Beide Einsätze wurden vom Ermittlungsgericht Nummer 2 von Cerdanyola del Vallès als Teil einer Untersuchung wegen des Verdachts einer Umweltstraftat angeordnet.
- Erste Polizeidurchsuchung von IRTA-CReSA, Beschlagnahmung von Dokumenten und Virusproben der letzten drei Jahre.
- ASP-Ausbruch bei Wildschweinen im Collserola-Park festgestellt.
- Landwirtschaftsministerium veröffentlicht offiziellen Bericht, der keine genetische Übereinstimmung und keine Biosicherheitsmängel bei IRTA-CReSA bestätigt.
- Zweite Polizeidurchsuchung bei IRTA-CReSA und gleichzeitiger Zugriff im CSIC-Labor in Madrid, Probenahme auf fünf Jahre ausgedehnt.
Details zur Untersuchung
Die Untersuchung zielt darauf ab, den Ursprung eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu ermitteln, der am 27. Dezember bei Wildschweinen im Collserola-Park in der Nähe der IRTA-CReSA-Einrichtungen festgestellt wurde. Das Gerichtsverfahren bleibt unter Verschluss, und die Polizei hat die konkreten Informationen, die sie bei der zweiten Durchsuchung suchte, nicht bekannt gegeben.
Der Ausbruch löste eine sofortige epidemiologische Alarmmeldung aus. Die Nähe des Labors zu den ersten infizierten Tieren und seine Arbeit mit ASP-Stämmen machten es zu einem natürlichen Schwerpunkt der Ermittlungen, obwohl kein direkter Zusammenhang hergestellt wurde.
Unabhängige Bewertungen
Parallel zur gerichtlichen Untersuchung wurden mehrere unabhängige technische Bewertungen durchgeführt. Ein Genomvergleich des Instituts für Biomedizinische Forschung (IRB Barcelona) ergab keine genetische Übereinstimmung zwischen den im IRTA-CReSA behandelten Virusstämmen und dem Ausbruchsstamm. Die Ergebnisse wurden Ende Dezember veröffentlicht.
Das spanische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, unterstützt durch das nationale Referenzlabor und die EUVET-Experten der Europäischen Kommission, führte eine eigene Untersuchung durch. Diese umfasste eine neue Genomsequenzierung und eine technische Inspektion der Einrichtungen. Der am 9. Februar veröffentlichte offizielle Bericht bestätigte, dass die im Zentrum untersuchten Stämme nicht mit dem Ausbruchsstamm übereinstimmten und dass keine strukturellen Mängel oder Verstöße gegen Biosicherheitsprotokolle festgestellt wurden.
Ein von der katalanischen Regierung in Auftrag gegebenes externes Audit bestätigte ebenfalls die Robustheit der Laborprotokolle und fand keine Hinweise auf eine Virusfreisetzung.
Reaktion des Labors
IRTA-CReSA hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es seine Zusammenarbeit mit den Behörden betont.
Von Anfang an haben wir eine Haltung größtmöglicher Transparenz und vollständiger Zusammenarbeit mit den Behörden an den Tag gelegt. Diese Zusammenarbeit wird während des gesamten Verfahrens fortgesetzt, um jeder neuen Anfrage nachzukommen, die die Justizbehörde stellen könnte.
Das Zentrum wies darauf hin, dass alle bisherigen unabhängigen Überprüfungen zu dem Schluss gekommen seien, dass ein Austritt aus seinen Einrichtungen nicht durch die Beweise gestützt werde.


