
Paul Schrader bringt das moralische Drama 'The Basics of Philosophy' in Venedig zur Uraufführung
Paul Schraders 26. Regiearbeit 'The Basics of Philosophy' feierte am Freitag außer Konkurrenz bei den Filmfestspielen von Venedig Premiere. Jack Huston spielt einen College-Professor, der sich mit Fehlverhalten in der Vergangenheit konfrontiert sieht.
Festivalpremiere und Produktion
Paul Schraders 26. Regiearbeit 'The Basics of Philosophy' feierte am Freitag ihre Weltpremiere außer Konkurrenz bei den Filmfestspielen von Venedig. Der Film zeigt Jack Huston als John Jorissen, einen Philosophie-Akademiker, der sich mit moralischer Abrechnung und verborgener Schuld auseinandersetzt. Martin Scorsese fungierte als Executive Producer des Projekts – seine zweite Zusammenarbeit mit Schrader in dieser Funktion nach 'The Card Counter' von 2021. Ihre berufliche Partnerschaft erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und umfasst frühere Arbeiten wie 'Taxi Driver', 'Raging Bull' und 'The Last Temptation of Christ'.
Erzählung und moralischer Konflikt
Die Handlung spielt am fiktiven Ridgemont College in Missouri und dreht sich um Jorissen, der einen Einführungskurs in Philosophie für Undergraduates unterrichtet und gleichzeitig ein Buch über Baruch Spinoza schreibt. Der Professor argumentiert vor seiner Klasse, dass moralische Einfachheit Vorrang vor theoretischer Komplexität habe, und konzentriert sich auf die Frage, ob Menschen sich wirklich ändern können. Die Spannungen auf dem Campus eskalieren, nachdem eine Studentin eine Notenänderung verlangt, einen Verführungversuch unternimmt, den Jorissen zurückweist, und behauptet zu wissen, was er getan hat. Jorissens strukturiertes Leben zerbricht weiter nach dem Tod seines wohlhabenden Vaters Melvyn, gespielt von Bill Pullman in Schwarz-Weiß-Rückblenden. Auf der Beerdigung trifft Jorissen auf Miguel, gespielt von Daniel Zovatto, den Jorissen Jahre zuvor sexuell missbraucht hatte, als Miguel minderjährig und Jorissen ein junger Erwachsener war. Der Missbrauch wurde durch von Jorissens Familie arrangierte finanzielle Entschädigung vertuscht, was Jorissen Jahre später dazu bringt, nach Abschluss zu suchen.
Besetzung und Charakterdynamik
Neben Huston spielt Sofia Boutella Professorin Rebecca Richards, eine Psychologin und alleinerziehende Mutter eines 14-jährigen Sohnes. Jorissen pflegt eine formelle und sexlose Beziehung mit Richards, nimmt sie oft zu steifen Abendessen mit und vermeidet es, bei ihr zu übernachten, unter dem Vorwand seiner akademischen Arbeit. Richard Gere hat einen Cameo-Auftritt als der freundliche Campus-Dekan des Colleges, während Karl Glusman, Dana Delany, Shiloh Fernandez und Elizabeth Petruso in Nebenrollen zu sehen sind. Während der Pressekonferenz in Venedig reflektierte Huston über die oberflächliche Darstellung und den inneren Konflikt der Figur.
Es ist kein Porträt des Buhmanns, des Mannes, der mit erhobenem Messer auf einen zukommt. Es ist eine Person, die im Verborgenen lebt. Es ist der Durchschnittsmensch. Ich fand es ein wirklich interessantes Porträt von jemandem, der tatsächlich mit einem schrecklichen Teil seiner Vergangenheit kämpft und versucht, diese Frage wiedergutzumachen: Bin ich ein Monster?
Thematische Wurzeln und theologischer Hintergrund
In Venedig erklärte Schrader, wie seine niederländisch-calvinistische Erziehung und theologische Ausbildung weiterhin seinen Fokus auf Schuld, Prädestination und Erlösung in seinem filmischen Schaffen bestimmen. Der Film schließt an frühere Charakterstudien wie 'The Card Counter' und 'Master Gardener' an, während er nach einem Vorwurf des sexuellen Fehlverhaltens im Jahr 2025 gegen Schrader durch eine ehemalige Assistentin, den er bestritt, erscheint.
Ich wurde als niederländischer Calvinist erzogen, und, wissen Sie, Freud sagte, man wird mit fünf oder sechs programmiert, vielleicht sogar erst mit acht oder neun. Aber jedenfalls, wenn einem diese Programmierung erst einmal eingeflößt wurde, führt man dieses Programm den Rest seines Lebens aus, und egal wie weit und wie schnell man läuft, man entkommt seiner Kindheit nicht. Meine Kindheit war geprägt von Prädestination, Schuld, völliger Verdorbenheit und all dem, und, wissen Sie, christliche Schulen die ganze Zeit bis zum Theologiestudium. Also ich weiß nicht, wie ich nicht über Schuld und Erlösung schreiben soll.
- Paul Schrader führt Regie bei 'The Walker', der schwule Themen auf dem Capitol Hill erkundet.
- 'The Card Counter' erscheint mit Martin Scorsese als Executive Producer.
- 'Master Gardener' erscheint als Teil von Schraders Charakterstudien über isolierte Männer.
- Eine ehemalige Assistentin beschuldigt Schrader des sexuellen Fehlverhaltens, Vorwürfe, die er bestreitet.
- 'The Basics of Philosophy' feiert seine Weltpremiere außer Konkurrenz in Venedig.


