
Massengutfrachter Ocean Winner sinkt vor Indien, 22 Besatzungsmitglieder vermisst
Der unter panamaischer Flagge fahrende Massengutfrachter Ocean Winner sank im Golf von Bengalen, nachdem er mit Eisenerz von Odisha ausgelaufen war. Die indische Marine leitete eine Suche nach 22 vermissten Besatzungsmitgliedern ein, nachdem zwei gerettet worden waren.
Untergang im Golf von Bengalen
Der unter panamaischer Flagge fahrende Massengutfrachter Ocean Winner sank im Golf von Bengalen, etwa 240 Seemeilen (444 Kilometer) vor der Ostküste des indischen Bundesstaates Odisha. Das Schiff hatte eine volle Ladung Eisenerz im Hafen von Paradip geladen, bevor es am Freitag auslief. Kurz nach der Abfahrt verloren die indischen Such- und Rettungsdienste jeglichen Funk- und elektronischen Kontakt zum Schiff. Nach Angaben überlebender Besatzungsmitglieder gegenüber indischen Schifffahrtsbeamten entwickelte das Schiff am Freitag plötzlich Schlagseite und sank innerhalb von acht Minuten vollständig. Diese schnelle Flutung ließ den Seeleuten kaum Zeit, Notfallausrüstung zu aktivieren und das Schiff zu verlassen. Die Seebehörden haben bestätigt, dass die genaue Unfallursache weiterhin unbekannt ist.
Gemeinsame Such- und Rettungsaktion
Als Reaktion auf den Vorfall leiteten die indische Küstenwache und die indische Marine eine koordinierte Such- und Rettungsaktion in den Gewässern vor Odisha ein. Rettungsteams orteten und bargen zwei Besatzungsmitglieder lebend aus Rettungsbooten, die in der Gegend trieben. Der örtliche Polizeibeamte von Paradip, Sanjay Negi, berichtete, dass Rettungseinheiten am Morgen am Unglücksort eintreffen sollten, während Handelsschiffe in nahegelegenen Schifffahrtswegen aufgefordert wurden, nach Überlebenden Ausschau zu halten. Der Generaldirektor der indischen Schifffahrtsverwaltung erklärte gegenüber Reuters, dass die Chancen, die verbliebenen Seeleute lebend zu finden, nach mehr als 12 Stunden seit dem Untergang deutlich gesunken seien. Trotz der sich verschlechternden Bedingungen und der verstrichenen Zeit setzten Marine- und Küstenwachteinheiten ihre Patrouillen fort.
- Vermisst
- 22 Personen
- Gerettet
- 2 Personen
Besatzungszusammensetzung und vermisste Seeleute
Die Ocean Winner war mit insgesamt 24 Besatzungsmitgliedern an Bord von Paradip ausgelaufen, wie der Sprecher der indischen Küstenwache, Lieutenant Commander Amit Uniyal, mitteilte. Die multinationale Besatzung des Schiffes bestand aus 20 chinesischen Staatsangehörigen, drei Bürgern Myanmars und einem Bürger Bangladeschs. Die beiden aus Rettungsbooten geretteten Seeleute waren chinesische Staatsangehörige. Insgesamt gelten 22 Besatzungsmitglieder weiterhin als vermisst, darunter 18 chinesische Staatsbürger, drei myanmarische Staatsangehörige und ein bangladeschischer Staatsbürger. Die Suchteams durchkämmen weiterhin den Suchbereich nach Anzeichen weiterer Rettungsinseln oder Besatzungsmitglieder.
- China
- 20 Personen
- Myanmar
- 3 Personen
- Bangladesch
- 1 Personen
Schiffsdetails und widersprüchliche Ziele
Der 1998 gebaute Massengutfrachter Ocean Winner war unter der Registriernummer IMO 9145530 in Fahrt und hatte eine Ladekapazität von rund 72.900 Tonnen. Das Schiff verließ Paradip vermutlich mit voller Ladung, obwohl offizielle Berichte und Verfolgungssysteme unterschiedliche Zielhäfen angeben. Der vorläufige Bericht der indischen Schifffahrtsverwaltung besagte, dass das Schiff seine Eisenerzladung nach China brachte. Demgegenüber führte die kommerzielle Schiffsverfolgungsplattform MarineTraffic Singapur als Ziel an. Indische Schifffahrtsbeamte prüfen die Ausreisedokumente, während die gemeinsame Suchaktion im Golf von Bengalen fortgesetzt wird.


