
Haushaltsentwurf 2027: Deutsche Mittel für Schienenausbau auf 2,2 Milliarden Euro erhöht
Der Bundeshaushaltsentwurf für 2027 erhöht die Investitionen in Neu- und Ausbaustrecken auf 2,2 Milliarden Euro (von 1,8 Milliarden Euro), kürzt jedoch Zuschüsse, die den Güterverkehr auf der Schiene halten.
Budget draft details
Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2027, der am Montag vom Kabinett verabschiedet werden soll, stellt aus dem Verkehrsministerium 2,2 Milliarden Euro für Neu- und Ausbau der Schiene bereit – ein Anstieg von rund 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2026. Weitere 0,68 Milliarden Euro (bisher 0,55 Milliarden Euro) sind aus dem Verteidigungsministerium für Schienenprojekte von militärischer Bedeutung vorgesehen. Das Verkehrsministerium hatte sich für höhere Mittel eingesetzt und auf die Notwendigkeit einer verbesserten Netzzuverlässigkeit angesichts weit verbreiteter Zugverspätungen hingewiesen. Ein Ministeriumssprecher erklärte, die Investitionen seien auf Rekordniveau angehoben worden, um den wachsenden Anforderungen an die Schieneninfrastruktur gerecht zu werden.
- 2026: Verkehrsministerium
- 1.8 Mrd. Euro
- 2027: Verkehrsministerium
- 2.2 Mrd. Euro
- 2026: Verteidigungsministerium
- 0.55 Mrd. Euro
- 2027: Verteidigungsministerium
- 0.68 Mrd. Euro
- 2026: Trassenentgelt-Zuschuss
- 0.345 Mrd. Euro
- 2027: Trassenentgelt-Zuschuss
- 0.2 Mrd. Euro
Reaktionen aus Wirtschaft und Verbänden
Der Verband der privaten Güterbahnen begrüßte die Ausbaumittel, kritisierte jedoch scharf die geplante Kürzung der Zuschüsse zu den Trassenentgelten für den Güterverkehr. Geschäftsführerin Neele Wesseln sagte, der Zuschuss werde von 345 Millionen Euro im Jahr 2026 auf 200 Millionen Euro im Jahr 2027 sinken.
Das Verkehrsministerium plant eine grundlegende Reform der Trassenentgelte, die als eine Art Schienenmaut fungieren.Wenn die Zuschüsse jetzt gekürzt werden, macht der Bund den Schienengüterverkehr teurer und bewirkt eine weitere Verlagerung von der Schiene auf die Straße.
Strategische Fragen
Die Allianz pro Schiene wies darauf hin, dass die Mittel für den Neu- und Ausbau zwar steigen, der Haushalt für die Instandhaltung des Bestandsnetzes jedoch auf rund 15 Milliarden Euro sinken und auch die Digitalisierungsmittel gekürzt würden. Geschäftsführer Dirk Flege sagte, der Entwurf werfe Fragen zur schienepolitischen Strategie von Verkehrsminister Patrick Schnieder auf. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) argumentierte, dass die Koalition zwar mehr Geld für die Infrastruktursanierung habe als jede Vorgängerregierung, aber zu wenig für Neu- und Ausbau der Schiene bereitstelle.
Diese Koalition hat mehr Geld für die Infrastruktursanierung als jede vor ihr, stellt aber viel zu wenig für den Neu- und Ausbau der Schiene zur Verfügung.
Nächste Schritte
Das Kabinett soll am Montag über den Haushaltsentwurf abstimmen. Der Plan folgt auf Jahre hoher Investitionen aus einem schuldenfinanzierten Sondervermögen Infrastruktur, das sich vor allem auf die Sanierung bestehender Strecken konzentriert hat. Die vorgeschlagene Verlagerung hin zum Ausbau erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Pünktlichkeit der deutschen Bahn weiterhin ein anhaltendes öffentliches Problem darstellt.


