
Sardischer Strand verbietet Sonnenschirme für alle zwischen 10 und 65 Jahren – Spott und Gesundheitsbedenken
Besucher des Strandes Punta Molentis in Villasimius müssen nun 10 € zahlen und dürfen keinen Sonnenschirm benutzen, es sei denn, sie sind unter 10 oder über 65 – eine Regel, die der Bürgermeister zum Schutz eines durch einen Brand geschädigten Naturschutzgebiets für notwendig hält.
Die neuen Regeln an der Punta Molentis
Die Behörden in Villasimius, einer Gemeinde an der Südostküste Sardiniens, haben eine Verordnung erlassen, die Sonnenschirme am Strand Punta Molentis für alle Personen zwischen 10 und 65 Jahren verbietet. Die vom Bürgermeister Gianluca Dessì Anfang Juni unterzeichnete Maßnahme erlaubt nur Familien mit Kindern unter 10 Jahren und Personen über 65 Jahren einen einzigen Sonnenschirm pro Gruppe. Der Zugang zum Strand kostet 10 € pro Person, die Besuchszeiten sind auf 8:00 bis 20:30 Uhr beschränkt. Auch Pavillons, Zelte und andere Schattenstrukturen sind verboten, und das Betreten der Dünen, das Beschädigen von Pflanzen oder das Hinterlassen von Müll wird mit Geldstrafen geahndet. Die Regeln gelten bis Ende Oktober.
Warum die Beschränkungen verhängt wurden
Punta Molentis wird nach einer Schließung im Juli 2025 wiedereröffnet, als ein vorsätzlich gelegter Waldbrand das Gebiet verwüstete. Die Gemeindeverwaltung erklärte, dass der Brand und die folgenden extremen Meereswetterereignisse den Standort, der sich innerhalb eines geschützten Lebensraums befindet, beeinträchtigt hätten. In einer von mehreren Medien berichteten Stellungnahme argumentierten die Beamten, dass die Begrenzung der menschlichen Einwirkung für den Erhalt des Naturerbes für künftige Generationen unerlässlich sei.
Es ist notwendig, die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten zu begrenzen und den Schutz dieses Erbes für künftige Generationen zu gewährleisten.
Öffentliche Empörung und Gesundheitsbedenken
Die Entscheidung löste eine Welle von Sarkasmus und Wut in den sozialen Medien aus. Auf der Facebook-Seite der Gemeinde fragte ein Nutzer, ob er ein Kind mieten müsse, um einen Sonnenschirm aufzustellen, während ein anderer scherzte, dass er seinen Großvater mitbringen oder bis zum nächsten Tag ein Baby produzieren müsse. Einige Kommentatoren forderten einen Boykott des Strandes, während andere ernsthafte Gesundheitsbedenken äußerten und auf das Risiko von Sonnenstich und Hautkrebs durch längere Sonneneinstrahlung ohne Schatten hinwiesen.
Muss ich ein Kind mieten, um einen Sonnenschirm aufzustellen?
Verschärfte Strandregeln in ganz Italien
Die sardische Kontroverse ist Teil einer allgemeinen Verschärfung der Strandregeln in Italien. In Jesolo in der Nähe von Venetien entfernt die örtliche Behörde im Vergleich zu den Vorjahren rund 20.000 Liegen und Sonnenschirme und wechselt von 3×2-Meter-Modulen zu 4×4-Meter-Modulen, um den Besuchern mehr Platz zu bieten. Etwa 45.000 Sonnenschirme bleiben erhalten, die Umstellung erfolgt über fünf Jahre. In Chiavari hingegen versucht das städtische Unternehmen Marina di Chiavari den umgekehrten Ansatz und bietet Sonnenschirm-, Liegen- und Stuhlvermietungen für nur 5 € über Selbstbedienungsautomaten an.
Der Spannungsbogen zwischen Naturschutz und Zugang
Die italienischen öffentlichen Strände stehen jeden Sommer unter enormem Druck, und die steigenden Mietkosten an privaten Strandclubs haben Forderungen nach mehr kostenlos zugänglichen Stränden befeuert. Mehrere Regionen haben strenge Regeln für ökologisch empfindliche Strände eingeführt, aber das altersbasierte Sonnenschirmverbot an der Punta Molentis stieß auf besondere Kritik, da es den Umweltschutz scheinbar direkt gegen die Sicherheit und den Komfort der Besucher ausspiele.


