
Philippe Sands erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026
Der französisch-britische Jurist und Autor ist als Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2026 ausgezeichnet worden, der jährlich auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird. Die Jury würdigt sein beharrliches Eintreten für das Völkerrecht und seine literarische Erkundung von Gerechtigkeit anhand persönlicher und familiärer Geschichten.
Bekanntgabe der Auszeichnung
Der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands ist als Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2026 benannt worden, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch, dem 25. Juni, bekannt gab. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird am 11. Oktober im Rahmen der Schlussveranstaltung der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche überreicht. Der Preis wird seit 1950 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die durch Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedens beigetragen haben.
Der Preisträger
Sands, 1960 in London geboren, ist Professor für Völkerrecht am University College London und Gastprofessor an der Harvard Law School. Er arbeitet als Menschenrechtsanwalt am Internationalen Gerichtshof in Den Haag, wo er an mehreren bedeutenden völkerrechtlichen Fällen beteiligt war. Unter anderem vertrat er Palästinenser und Rohingya. Gemeinsam mit anderen Juristen half er auch dabei, die rechtliche Definition von „Ökozid“ für durch die globale Erwärmung verursachte Katastrophen zu entwickeln.
Eine literarische Suche nach Gerechtigkeit
Als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden nutzt Sands seine eigene Familiengeschichte, um zu veranschaulichen, wie das Völkerrecht entstand und welche Erfahrungen den Straftatbeständen „Völkermord“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zugrunde liegen. Sein Ansatz verbindet Sachbuch, literarische Erzählung und Reportage und überschreitet dabei konventionelle Gattungsgrenzen. Zu seinen bedeutenden Werken zählen „Rückkehr nach Lemberg“ und „Die Rattenlinie“, die gegen das Vergessen schreiben, sowie „Die letzte Kolonie“ und „Die Verschwundenen von Londres 38“, die auf Fällen basieren, die er vor dem IGH vertreten hat.
Philippe Sands kämpft für Gerechtigkeit, Frieden und die unbeirrte Verteidigung des Völkerrechts.
Als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden zeigt er anhand seiner eigenen Familiengeschichte, wie dieses Recht entstanden ist und welche Erfahrungen den Straftatbeständen von 'Völkermord' und 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit' zugrunde liegen.
Bisherige Preisträger
Zu den bisherigen Preisträgern des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels gehören Albert Schweitzer, Yehudi Menuhin, Hermann Hesse, Astrid Lindgren, Václav Havel, Salman Rushdie und Anne Applebaum. Im Jahr 2025 ging der Preis an den Historiker Karl Schlögel. Der Börsenverein, die Berufsorganisation der deutschen Verlage und Buchhändler, zeichnet Persönlichkeiten aus, die durch ihre Arbeit in Literatur, Wissenschaft oder Kunst einen herausragenden Beitrag zur Verwirklichung der Friedensidee geleistet haben.

