
Ehemaliger Inter-Mailand- und Italien-Stürmer Sandro Mazzola stirbt im Alter von 83 Jahren
Der zweimalige Europapokalsieger und Europameister von 1968 erzielte 161 Tore in 565 Einsätzen in siebzehn Spielzeiten, die er ausschließlich für Inter bestritt.
Tod einer Inter-Ikone
Der italienische Fußballstürmer Sandro Mazzola ist am Samstag, dem 19. September 2026, im Alter von 83 Jahren gestorben und hat damit ein Leben beendet, das dauerhaft mit dem FC Internazionale Milano verbunden war. Der Verein gab seinen Tod in den frühen Morgenstunden bekannt und trauerte um einen Angreifer, der seine gesamte siebzehnjährige Profikarriere für die Nerazzurri bestritt. Mazzola absolvierte zwischen 1960 und 1977 565 Pflichtspiele für die erste Mannschaft und erzielte 161 Tore in allen Wettbewerben, womit er den fünften Platz in der Liste der höchsten Torschützen der Vereinsgeschichte belegt. In einer offiziellen Stellungnahme würdigte Inter seine langjährige Verbundenheit mit dem Team.
Manche schreiben Geschichte. Und dann gibt es diejenigen, die selbst zur Geschichte von Inter werden.
Von Superga zur Grande Inter
Mazzola wurde 1942 in Turin geboren und musste schon in jungen Jahren einen persönlichen Verlust verkraften, als sein Vater Valentino Mazzola 1949 bei der Flugkatastrophe von Superga ums Leben kam. Valentino war Kapitän der Grande Torino gewesen, die den italienischen Fußball dominierte, und so musste der sechsjährige Sandro mit einem prominenten Familiennamen zurechtkommen. Mazzola trug im Alter von acht Jahren erstmals das Inter-Trikot, durchlief die Jugendakademie des Vereins und gab am 10. Juni 1961 gegen Juventus sein Debüt in der ersten Mannschaft. Inter schickte aus Protest seine Jugendmannschaft in dieses Spiel, und der 18-jährige Mazzola erzielte per Elfmeter das einzige Tor für seine Seite.
Unter dem argentinischen Trainer Helenio Herrera entwickelte sich Mazzola zu einer zentralen Figur der Grande-Inter-Mannschaft der 1960er Jahre. Er bildete eine gefeierte Einheit mit Teamkollegen wie Giuliano Sarti, Tarcisio Burgnich, Giacinto Facchetti, Gianfranco Bedin, Aristide Guarneri, Armando Picchi, Jair da Costa, Joaquin Peiro, Luis Suarez und Mario Corso. Mazzola bot taktische Vielseitigkeit im Angriff und spielte effektiv sowohl als reiner Mittelstürmer als auch auf den Außenpositionen.
- Vater Valentino Mazzola stirbt bei der Flugkatastrophe von Superga
- Schießt per Elfmeter das Tor beim Profidebüt für Inter Mailand gegen Juventus
- Erzielt zwei Tore im Finale gegen Real Madrid und gewinnt den Europapokal
- Gewinnt die UEFA-Europameisterschaft mit der italienischen Nationalmannschaft
- Erreicht mit Italien das Finale der FIFA-Weltmeisterschaft gegen Brasilien
- Belegt den zweiten Platz bei der Ballon-d'Or-Wahl hinter Johan Cruyff
- Beendet nach 565 Einsätzen für Inter seine Profikarriere
Europäische Titel und individuelle Auszeichnungen
Der Höhepunkt von Mazzolas Vereinskarriere war das Finale des Europapokals der Landesmeister 1964 im Praterstadion in Wien, wo Inter auf Real Madrid traf. Gegen eine Madrider Mannschaft mit Alfredo Di Stefano und Ferenc Puskas erzielte Mazzola zwei Tore beim 3:1-Sieg, der den ersten Europapokaltitel für Inter bedeutete. Er beendete die Saison 1963/64 als bester Torschütze des Wettbewerbs mit sieben Toren. In der darauffolgenden nationalen Saison 1964/65 führte er mit 17 Toren die Torschützenliste der Serie A an.
- Serie-A-Titel
- 4
- Europapokale
- 2
- Weltpokale
- 2
In seinen siebzehn Spielzeiten in Mailand gewann Mazzola vier Meistertitel in der Serie A, zweimal den Europapokal der Landesmeister und zweimal den Weltpokal. Seine individuellen Leistungen fanden 1971 breite kontinentale Anerkennung, als er bei der Wahl zum Ballon d'Or hinter dem niederländischen Stürmer Johan Cruyff den zweiten Platz belegte.
Internationale Karriere und Vermächtnis
Mazzola spiegelte seinen Vereinserfolg in der italienischen Nationalmannschaft wider, für die er 70 Länderspiele bestritt und 22 Tore für die Azzurri erzielte. Er trug zum Gewinn der Europameisterschaft 1968 bei und stand 1970 im Finale der Weltmeisterschaft in Mexiko gegen Brasilien. In der italienischen Fußballkultur als der Star mit dem Schnurrbart bekannt, bewahrte Mazzola oft eine bescheidene Haltung gegenüber seinen Leistungen und bat darum, an seinem Einsatz und Charakter gemessen zu werden.
Als guter Mensch in Erinnerung zu bleiben, als jemand, der immer alles gibt, selbst wenn die Chancen gering erscheinen.


