
Samoas Premierminister entschuldigt sich nach aufgetauchtem Video mit Nazi-Gruß aus dem Jahr 2007
Samoas Premierminister Laʻauli Leuatea Schmidt hat sich am Montag entschuldigt, nachdem eine lokale Zeitung ein Video aus dem Jahr 2007 veröffentlicht hatte, das ihn bei einem privaten Familientreffen auf der Insel Savai'i zeigt, wie er einen Nazi-Gruß anführt und „Heil Hitler“ skandiert.
Aufnahmen von einem Familientreffen
Ein siebensekündiges Video, das im Juli 2007 bei einem privaten Familientreffen auf der Insel Savai'i aufgenommen wurde, veröffentlichte der Samoa Observer am Sonntag. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war Laʻauli Leuatea Schmidt gewähltes Parlamentsmitglied und stellvertretender Parlamentspräsident. In der Aufnahme hält Schmidt ein Mikrofon in einer Hand und stimmt mit der Versammlung einen Wechselgesang von „hip hip“ an, bevor er die Anwesenden auffordert, die rechte Hand zu heben und „Heil Hitler“ zu rufen. Etwa ein Dutzend der im Video sichtbaren Personen strecken gemeinsam mit ihm den Arm zum Gruß empor. Radio New Zealand bestätigte, dass es die Echtheit der Aufnahme über seinen Korrespondenten in Samoa unabhängig überprüft hat.
Offizielle Entschuldigung und Stellungnahme
Schmidt bestritt den Inhalt der Aufnahme nicht und gab am Montag über die offizielle Facebook-Seite der Regierung eine förmliche Erklärung ab. Darin erklärte er, das Treffen habe vor neunzehn Jahren stattgefunden und sei nie für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. In der Erklärung lehnte Schmidt Nazismus, Antisemitismus, Rassismus und jede Form politischen Extremismus ausdrücklich ab und betonte, die Aufnahmen spiegelten weder seine Überzeugungen noch die Verfassungsgrundsätze Samoas wider. Er unterstrich, Amtsträger müssten berechtigte Kritik hinnehmen, bekräftigte jedoch, dass er nicht zurücktreten werde, und betrachtete die Angelegenheit als abgeschlossen, um sich auf die wirtschaftliche und soziale Regierungsarbeit zu konzentrieren.
Ich erkenne an, dass diese Worte und diese Geste unangemessen waren und geeignet sind, Anstoß zu erregen und verletzend zu wirken, und ich entschuldige mich für ihre Verwendung.
Medienbeschränkungen und regionale Kritik
Die Veröffentlichung der Aufnahme folgt auf eine länger andauernde Spannung zwischen Schmidt und dem Samoa Observer, der größten Zeitungsgruppe des Landes. Im November 2025 untersagte Schmidt der Publikation die Teilnahme an Regierungspressekonferenzen und staatlichen Veranstaltungen und beschuldigte das Medium irreführender Berichterstattung. Am Freitag bestätigte Schmidt, dass ein Regierungsmitarbeiter Fotos gelöscht hatte, die ein Journalist des Observer vor Regierungsgebäuden aufgenommen hatte, und verteidigte den Eingriff damit, dass die Zeitung ihre Sperrung missachtet habe. Die Journalistenvereinigung von Samoa und mehrere pazifische Medienorganisationen kritisierten den Vorfall, bezeichneten das Berichtsverbot als autoritär und forderten seine sofortige Rücknahme.
- Schmidt wird bei einem Familientreffen auf Savai'i bei einer Nazi-Geste gefilmt, während er stellvertretender Parlamentspräsident ist
- Schmidt wird zum Premierminister von Samoa gewählt
- Die Regierung verbietet dem Samoa Observer die Teilnahme an offiziellen Pressekonferenzen
- Schmidt bestätigt, dass ein Mitarbeiter Fotos aus der Kamera eines Reporters des Samoa Observer gelöscht hat
- Der Samoa Observer veröffentlicht den siebensekündigen Videoclip aus dem Jahr 2007
- Schmidt veröffentlicht eine förmliche Entschuldigung auf der Facebook-Seite der Regierung
Akademische Reaktion und diplomatische Haltung
Von lokalen Medien befragte Wissenschaftler reagierten noch vor der Entschuldigung auf die Aufnahmen. Der Historiker des NS-Deutschland Richard Evans bezeichnete den Clip in einer E-Mail als schockierend und verstörend, während Anne-Marie Brady, Professorin an der University of Canterbury, erklärte, Schmidt müsse für sein Verhalten Rechenschaft ablegen. Schmidt übernahm sein Amt nach dem Sieg bei der Parlamentswahl im August 2025 in dem pazifischen Staat mit 220.000 Einwohnern. Nach seiner Wahl hielt er an einer ausgeprägten außenpolitischen Ausrichtung fest, trug bei seiner Vereidigungszeremonie einen jüdischen Gebetsmantel und blies ein Schofar, während er Israel als „das Land von Gottes Volk“ bezeichnete. Seine Regierung hat sich verpflichtet, vor Ende 2026 eine samoanische Botschaft in Jerusalem zu eröffnen – eine diplomatische Politik, die wegen des umstrittenen Status der Stadt nur wenige Nationen verfolgen.


