
Ein Passagier wurde teilweise durch ein zersplittertes Fenster auf einem Ryanair-Flug gesaugt, als ein Teil des rechten Triebwerks abbrach
Eine Ryanair Boeing 737-800 verlor am 10. Juli nach einem Triebwerkschaden ein Fenster im Flug, wobei ein Passagier teilweise ausgeschleudert wurde, der von seiner Frau und Mitreisenden festgehalten wurde, bis das Flugzeug nach Thessaloniki zurückkehrte.
Was geschah auf Flug FR1879
Der Ryanair-Flug FR1879 startete am 10. Juli um etwa 06:00 Uhr Ortszeit von Thessaloniki, Griechenland, nach Memmingen, Deutschland. Das Flugzeug, eine Boeing 737-800, betrieben von Ryanairs Tochtergesellschaft Malta Air, befand sich etwa 30 bis 40 Minuten im Steigflug, als die Passagiere ein Geräusch wie einen Reifenplatzer hörten. Ein Fragment des rechten Triebwerks hatte sich gelöst und traf ein Kabinenfenster, das sofort zersplitterte. Die plötzliche Druckabfall zog einen neben dem Fenster sitzenden Passagier nach außen, sodass Kopf und Schultern außerhalb des Rumpfes waren. Das Flugzeug überflog zu diesem Zeitpunkt Nordmazedonien und hatte bereits etwa 15.000 Fuß erreicht.
Der Kampf, ihn festzuhalten
Der Passagier, später identifiziert als der 61-jährige serbische Staatsbürger Ljubiša Karović, war noch angeschnallt, was laut Zeugen und Behörden half, einen vollständigen Auswurf zu verhindern. Seine Frau Svetlana Grković saß neben ihm. Sie ergriff seine Beine und hielt ihn zusammen mit anderen Passagieren, die zu Hilfe eilten, etwa fünf Minuten lang fest, während die Kabine drucklos blieb.
Ich reagierte sofort und packte seine Beine. Ich dachte mir: Wenn wir sterben, sterben wir zusammen. Es war schrecklich.
Grković, die gegenüber Nova News sprach, wie die Daily Mail berichtete, dankte auch einer bestimmten Person, der sie die Rettung ihres Mannes zuschrieb. Karović verlor mehrmals das Bewusstsein während des Vorfalls und erinnerte sich später nur vage daran.
Notrückkehr und Verletzungen
Bei druckloser Kabine und ausgelösten Sauerstoffmasken drehte der Pilot das Flugzeug zurück nach Thessaloniki. Die Maschine musste vor der Landung Treibstoff ablassen, ein Standardverfahren bei einer Rückkehr kurz nach dem Start. Eine Notlandung wurde sicher durchgeführt, und die Passagiere wurden zum Terminal gebracht. Ryanair stellte ein Ersatzflugzeug zur Verfügung, um die Reise nach Memmingen fortzusetzen.
Karović wurde in Thessaloniki ins Krankenhaus eingeliefert. Die Behörden beschrieben seinen Zustand als nicht lebensbedrohlich, obwohl er schwere Handverletzungen, Schürfwunden und Kopfverletzungen erlitt und im Schockzustand eingeliefert wurde. Seine Frau berichtete am 14. Juli, dass er weiterhin im Krankenhaus sei.
Er hat schwere Verletzungen an der Hand und mehrere Verbrennungen.
Ermittlungen und Flugzeugdetails
Nordmazedonien leitet die Ermittlungen, da der Vorfall in seinem Luftraum stattfand. Die US-amerikanische Nationale Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) hat einen akkreditierten Vertreter benannt, der bereit ist zu helfen, zusammen mit technischen Beratern von FAA, Boeing und GE Aerospace. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ernannte am 13. Juli ihren eigenen technischen Berater. Die FAA bestätigte, dass sie bereit sei, die griechische Zivilluftfahrtbehörde und die NTSB zu unterstützen.
- Flug FR1879 startet von Thessaloniki nach Memmingen.
- Triebwerkstrümmer zerbrechen Fenster; Passagier teilweise ausgeschleudert.
- Pilot leitet Notrückkehr nach Thessaloniki ein.
- Flugzeug landet sicher; verletzter Passagier ins Krankenhaus.
- EASA ernennt technischen Berater; NTSB benennt US-Vertreter.
Das betroffene Flugzeug war eine Boeing 737-800 (737NG), die 2008 an Malta Air ausgeliefert wurde. Laut AirFleets war es mit zwei CFM56-7B26-Triebwerken von CFM International ausgestattet, einem Joint Venture zwischen GE Aerospace aus den USA und Safran aus Frankreich. Boeing bestätigte den Vorfall und erklärte, man stehe mit Ryanair in Kontakt. CFM International und Safran reagierten nicht sofort auf Anfragen der AFP.
Ryanair beschrieb das Ereignis in einer Erklärung als ein Passagierfenster, das sich "während des Fluges, kurz nach dem Start, gelöst habe", und bestätigte, dass Passagiere nach Deutschland weitergeflogen wurden.


