
Ryanair-CEO O'Leary bestreitet Darstellung des Fensterausbruchs und verteidigt Äußerungen zu Konkurrenzfluggesellschaften auf der Hauptversammlung
Auf der Hauptversammlung von Ryanair in Dublin wies Vorstandsvorsitzender Michael O'Leary Behauptungen zurück, ein Passagier sei durch ein zersplittertes Flugzeugfenster nach außen gezogen worden, und äußerte sich zu Treibstoffkosten und Äußerungen über Wettbewerber.
Umstrittener Fensterausbruch während des Flugs
Auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die Hauptversammlung von Ryanair in Dublin bestritt Vorstandsvorsitzender Michael O'Leary Darstellungen, wonach ein Passagier während eines Fluges am 10. Juli durch ein zerbrochenes Fenster gezogen worden sei. Der Vorfall ereignete sich an Bord einer Boeing 737-800 der Ryanair-Tochter Malta Air, die auf einem Flug von Thessaloniki, Griechenland, nach Deutschland mit 149 Passagieren an Bord in etwa 16.000 Fuß Höhe unterwegs war. Ein gebrochenes Fanblatt im rechten Triebwerk schleuderte Trümmer in den Rumpf und zertrümmerte das Fenster neben Sitz 11F, auf dem der 61-jährige serbische Passagier Ljubisa Karovic saß.
Er war nicht teilweise aus dem Fenster. Wir glauben nicht, dass irgendein Teil seines Körpers aus dem Fenster gelangte, aber er wurde auf jeden Fall unter sehr dramatischen Umständen in Richtung des Fensters gesaugt.
Karovic erlitt Schulter- und Nackenverletzungen sowie Reibungsverbrennungen. Sein Anwalt Vasilis Tsiaras erklärte, vier oder fünf Zeugen hätten gesehen, wie sein Oberkörper durch die Öffnung gezogen wurde, bevor seine Frau und andere Passagiere ihn zurückzogen. Ein vorläufiger Bericht der US-amerikanischen National Transportation Safety Board (NTSB) besagte, dass ein Flugbegleiter den Passagier teilweise im beschädigten Fensterrahmen eingeklemmt gesehen habe. O'Leary wies diese Behauptungen zurück und erklärte, die Fluggesellschaft werde Schadensersatzforderungen anfechten.
- Ein Triebwerksschaufelbruch zertrümmert ein Kabinenfenster auf einem Flug von Thessaloniki und verletzt Passagier Ljubisa Karovic.
- Das NTSB veröffentlicht einen vorläufigen Bericht, in dem es heißt, der Passagier sei teilweise im Fensterrahmen eingeklemmt gewesen.
- Michael O'Leary bestreitet die Darstellung des Passagiers und sichert sich auf der Ryanair-Hauptversammlung eine Vertragsverlängerung bis 2032.
Kritik an Äußerungen über Konkurrenzfluggesellschaften
O'Leary zog zudem breite Kritik von Interessenverbänden und Überlebenden sexueller Übergriffe auf sich, nachdem er Wettbewerber wie Aer Lingus, Lufthansa und British Airways als Hochpreisvergewaltiger bezeichnet hatte. Zur Rechtfertigung seiner Wortwahl gegenüber Reportern sagte O'Leary, die Bezeichnung sei bei der Erörterung von Ticketpreisunterschieden angemessen. Die Geschäftsführerin des Dublin Rape Crisis Centre, Rachel Morrogh, forderte O'Leary auf, sich zu entschuldigen und eine Schulung zu absolvieren. Sie erklärte, der Vergleich von Ticketverkäufen mit sexueller Gewalt verharmlose das Trauma der Opfer.
Wir möchten, dass sich Michael O'Leary entschuldigt und von oben einen Ton vorgibt, der zeigt, dass ihm bewusst ist, dass seine Äußerungen unangemessen und falsch waren.
Die Exekutivdirektorin des National Women's Council of Ireland, Corrinne Hasson, bezeichnete die Kommentare als beleidigend für Überlebende und argumentierte, dass leichtfertige Bezüge auf sexuelle Gewalt missbräuchliche Sprache normalisieren. Die Interessenvertretung Eist fügte hinzu, dass Führungskräfte der Branche solche Begriffe hinterfragen und nicht normalisieren sollten. In einer weiteren Bemerkung auf der Veranstaltung beschuldigte O'Leary den Leiter des britischen Flugsicherungsbetreibers, über einen früheren Serviceausfall gelogen zu haben.
Treibstoffkosten, Winterkapazität und Managementvertrag
Mit Blick auf die Marktbedingungen warnte O'Leary, dass erhöhte Öl- und Kerosinkosten den Luftfahrtsektor bis ins Jahr 2027 hinein belasten werden. Brent-Rohöl notierte am Donnerstag bei 104 Dollar pro Barrel, während die International Air Transport Association (IATA) mitteilte, dass die weltweiten Kerosinpreise 171,01 Dollar pro Barrel erreicht haben. Ryanair kündigte eine Reduzierung von zwei Millionen Sitzplätzen in seiner europäischen Winterflotte an, um die Betriebskosten zu senken, wobei O'Leary anmerkte, dass die Fluggesellschaft für 80 % ihres Treibstoffbedarfs bis März Absicherungen zu 67 Dollar pro Barrel hat.
- Ryanair-Absicherung bis März
- 67 $/bbl
- Brent-Rohöl
- 104 $/bbl
- Globaler Durchschnitt Kerosin
- 171.01 $/bbl
Die Aktionäre von Ryanair genehmigten eine Vertragsverlängerung, die O'Leary bis 2032 als Vorstandsvorsitzenden hält. Die Vereinbarung umfasst eine Erhöhung des Grundgehalts, einen gedeckelten Jahresbonus und ein Aktienoptionsprogramm. O'Leary stellte fest, dass die Flugpreise nach dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten im Februar zwar gesunken seien, sich aber Ende Juli stabilisiert und Anfang September leicht positiv entwickelt hätten.


