Diplomatie · Paris und Moskau
Russland verurteilt Frankreichs Ausweisung der prorussischen Journalistin Xenia Fedorova als „politische Verfolgung“
Russland hat am 6. August die Ausweisung der prorussischen Journalistin Xenia Fedorova durch Frankreich als „politische Verfolgung“ verurteilt und damit einen Streit über Desinformation, Pressefreiheit und ausländischen Einfluss im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahl 2027 verschärft.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, LExpress.fr, RFI und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Innenminister Laurent Nuñez ordnete die Ausweisung am 29. Juli an und warf Fedorova vor, als Mittlerin für von Russland orchestrierte Desinformationskampagnen zur Destabilisierung der öffentlichen Ordnung zu fungieren. Ihr Vermögen wurde ebenfalls eingefroren.
Am 6. August bezeichnete der stellvertretende Außenamtssprecher Alexei Fadejew die Ausweisung als „politische Verfolgung von Journalisten aufgrund falscher Anschuldigungen“ und erklärte, sie sei unvereinbar mit Frankreichs erklärtem Bekenntnis zur Meinungsfreiheit.
Am 3. August wies das Pariser Verwaltungsgericht Fedorovas Eilantrag ab. Sie hatte Frankreich bereits verlassen und erklärte, sie werde nicht zurückkehren, bis die Maßnahmen ausgesetzt oder zurückgenommen würden.
Die 45-jährige Fedorova leitete zuvor RT France (seit März 2022 in der EU verboten) und wurde später Kommentatorin bei Sendern des Milliardärs Vincent Bolloré, darunter CNews, Canal+ und Lagardère. Ihre Arbeitgeber prangerten „einen besonders schwerwiegenden Verstoß gegen die Meinungsfreiheit“ an.
Die französischen Behörden und zentristische EU-Abgeordnete äußerten Bedenken, dass Fedorovas wachsende Medienpräsenz genutzt werden könnte, um die öffentliche Debatte vor der Präsidentschaftswahl 2027 zu manipulieren. In Deutschland ist sie bereits persona non grata.
- März 2022RT nach der russischen Invasion in der Ukraine in der gesamten Europäischen Union verboten
- 29.07.Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez ordnet die Ausweisung von Xenia Fedorova an und friert ihr Vermögen ein
- 3.08.Pariser Verwaltungsgericht lehnt Fedorovas Eilantrag gegen die Ausweisung ab
- 6.08.Russland verurteilt die Ausweisung über den stellvertretenden Außenamtssprecher Alexei Fadejew als „politische Verfolgung“
Ausweisungsbefehl und russische Reaktion
Der französische Innenminister Laurent Nuñez ordnete am 29. Juli die Ausweisung der 45-jährigen russischen Journalistin Xenia Fedorova an und warf ihr vor, als Mittlerin für von russischen Behörden orchestrierte Desinformationskampagnen zu fungieren, die darauf abzielten, die öffentliche Ordnung in Frankreich zu destabilisieren. Ihr Vermögen wurde ebenfalls eingefroren. Acht Tage später, am 6. August, reagierte Moskau scharf. Der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums, Alexei Fadejew, erklärte auf einer Pressekonferenz, Russland halte die Ausweisung für inakzeptabel und verurteile sie entschieden als politische Verfolgung von Journalisten aufgrund erfundener Anschuldigungen. Er sagte auch, Russland erwarte eine Verurteilung durch die Vereinten Nationen, einschließlich der UNESCO, sowie durch Journalisten- und Menschenrechtsorganisationen wegen dessen, was er als dreisten Akt der Nötigung bezeichnete.
Fadejew beschuldigte die französischen Behörden, jede abweichende Meinung als russische Propaganda abzustempeln und zu versuchen, Journalisten und Medien, deren Positionen nicht der offiziellen Linie entsprächen, zu verdrängen. Er kritisierte, was er als anhaltende, obsessive Bemühungen der französischen Führung beschrieb, jedes innenpolitische Problem auf einen russischen Ursprung zurückzuführen.
„Solche Handlungen sind unvereinbar mit Frankreichs Rhetorik hinsichtlich seines Bekenntnisses zu den Grundsätzen der Meinungsfreiheit.“
Fedorovas Medienkarriere und die Bolloré-Verbindung
Fedorova leitete zuvor die französische Niederlassung des russischen Staatsfernsehsenders Russia Today (RT), dessen Programme seit März 2022 nach der russischen Invasion in der Ukraine in der gesamten Europäischen Union verboten sind. Nach der Schließung von RT in Frankreich wurde sie Kommentatorin bei mehreren Sendern des konservativen Milliardärs Vincent Bolloré, darunter CNews, Canal+ und Lagardère. Geboren in der russischen Stadt Kasan, besuchte sie Berichten zufolge das MGIMO, eine Moskauer Schule für internationale Beziehungen, und wurde als der Kreml-Propagandistin Margarita Simonjan nahestehend beschrieben. Laut Le Monde wurde sie trotz fehlender formaler journalistischer Ausbildung an die Spitze von RT France befördert.
Ihre wachsende Präsenz in den Bolloré-Medien hatte Bedenken über mögliche Versuche geweckt, die öffentliche Debatte zu manipulieren, insbesondere im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahl 2027. Zentristische EU-Abgeordnete hatten europäische Sanktionen gegen sie gefordert. Ihre derzeitigen Arbeitgeber, Canal+ und Lagardère, verteidigten sie und prangerten an, was sie als besonders schwerwiegenden Verstoß gegen die Meinungsfreiheit bezeichneten.
Rechtsstreit und Ausreise aus Frankreich
Am 3. August wies das Pariser Verwaltungsgericht Fedorovas Eilantrag gegen die Ausweisung ab. Sie hatte Frankreich zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen und kündigte an, nicht zurückzukehren, bis die Maßnahmen ausgesetzt oder zurückgenommen würden. Die Ausweisung erforderte daher keine physische Entfernung.
Fedorova verteidigte sich in einer ihr zugeschriebenen Stellungnahme auf X, ehemals Twitter, in der sie sagte, sie habe fast zehn Jahre lang gesetzeskonform in Frankreich gelebt, ihre Steuern bezahlt und als Teil ihrer Arbeit als Journalistin Meinungen geäußert. Der ursprüngliche Beitrag ist auf ihrem öffentlichen Profil nicht mehr sichtbar. Sie hatte zuvor auch in Deutschland gelebt, wo ihr bereits die Einreise verboten war.
Kontext der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen stuft Frankreich in seinem globalen Index der Pressefreiheit auf Platz 25 ein, verglichen mit Platz 172 für Russland. Der Fall hat die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidung zwischen der rechtlichen Vertretung von Kreml-Positionen und der Teilnahme an einer von Moskau gesteuerten Einflussstrategie gelenkt – eine Grenze, die die französischen Behörden als von Fedorova überschritten ansehen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- N-tvAusweisung von Propagandistin: Russland bezichtigt Frankreich der "politischen Verfolgung"
- LExpress.frXenia Fedorova expulsée de France : la Russie dénonce une "persécution politique"
- RFIRussia accuses France of 'silencing dissent' over journalist expulsion
- europa pressRusia ve "persecución política" en la orden de expulsión de Francia...
- Alexei Fadeev
- Stellvertretender Sprecher des russischen Außenministeriums, der die Ausweisung verurteilte
- Vincent Bolloré
- Französischer konservativer Milliardär, dessen Medienimperium Fedorova als Kommentatorin beschäftigte
- Laurent Nuñez
- Französischer Innenminister, der Fedorovas Ausweisung am 29. Juli anordnete
- Margarita Simonyan
- Kreml-Propagandistin und RT-Chefredakteurin, die als Fedorova nahestehend beschrieben wird
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