Konflikte · Paris

Attal reicht Anzeige wegen russischer Desinformation ein – drei französische Präsidentschaftskandidaten von Deepfakes betroffen

Der frühere französische Premierminister Gabriel Attal hat am Freitagabend in Paris Strafanzeige wegen ausländischer Einmischung aus russischen Netzwerken eingereicht, nachdem Deepfakes und gefälschte Medieninhalte ihn und zwei weitere aussichtsreiche Präsidentschaftskandidaten acht Monate vor der französischen Wahl 2027 ins Visier genommen hatten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von LesEchos.fr, RFI, POLITICO und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Paris · Frankreich
Wie es dazu kam
  1. 6.08.Neuer Einmischungsversuch entdeckt; Attal warnt auf RTL Radio (Donnerstag)
  2. 7.08.Attal reicht am Freitagabend Strafanzeige in Paris ein
  3. 8.08.Die Anwälte Ghozlan und Veil geben eine Erklärung gegenüber AFP ab (Samstag)

Attals Anzeige und der zeitliche Ablauf

Gabriel Attal, ehemaliger Premierminister und Vorsitzender der Renaissance-Partei, reichte am Freitagabend in Paris Strafanzeige ein, in der er „Handlungen ausländischer Einmischung, Informationsmanipulation, Herstellung gefälschter Inhalte“ anprangerte, die geeignet sind, die grundlegenden Interessen der Nation und die Integrität der bevorstehenden Präsidentschaftswahl zu untergraben. Seine Anwälte, Sacha Ghozlan und Lucas Veil, teilten AFP mit, dass staatliche Behörden Attal am Mittwoch erstmals über „externe digitale Einmischung“ aus Russland alarmiert und ihn dann am Freitag über einen neuen Einmischungsversuch informiert hätten, der am Donnerstag stattgefunden habe, „erneut aus russischen Netzwerken“. Attal wurde vom französischen Generalsekretariat für nationale Verteidigung und Sicherheit (SGDSN) und dessen Einheit Viginum, die ausländische digitale Einmischung überwacht, alarmiert.

Gefälschte Inhalte und Identitätstäuschung

Mehrere Konten auf X, von denen einige französische und internationale Medien nachahmten, verbreiteten gefälschte Videoberichte, gefälschte Zeitungsseiten und Inhalte, die Logos und grafische Gestaltungen von Medienorganisationen imitierten, so Attals Anwälte. Das Material schrieb Attal und seinen Mitarbeitern falsche Aussagen, Handlungen und öffentliche Positionen zu, „die darauf abzielten, ihn als Kandidaten zu diskreditieren“. Attal wurde als möglicherweise an Parkinson erkrankt dargestellt. Die Anwälte identifizierten auch Material, das darauf abzielte, „Verwirrung über die Herkunft der Deepfakes zu stiften“, indem es den Anschein erweckte, Attal habe „die gegen ihn gerichtete Desinformation selbst inszeniert“. Künstliche Intelligenz wurde als Werkzeug zur Herstellung der gefälschten Inhalte eingesetzt, so der deutsche Sender N-tv.

Drei Kandidaten ins Visier genommen

Eine Reihe von Destabilisierungsoperationen, die prorussischen Netzwerken zugeschrieben werden, nahm innerhalb weniger Tage drei erklärte oder aussichtsreiche Präsidentschaftskandidaten ins Visier. Der Mitte-rechts-Kandidat Édouard Philippe (Horizons) sah sich mit falschen Behauptungen über seinen Gesundheitszustand konfrontiert. Der linksgerichtete EU-Abgeordnete und Kreml-Kritiker Raphaël Glucksmann wurde über seine Partnerin, die Journalistin Léa Salamé, angegriffen. Ein gefälschtes Video behauptete, Salamé habe den Redaktionen von Libération, Le Monde, Marianne und Mediapart 50.000 Euro für eine ihrem Partner wohlgesonnene Berichterstattung angeboten. Das Video leitete die Zuschauer auf eine Seite unter blastinfo.fr, ein Typosquat der echten Blast-Seite blast-info.fr (mit Bindestrich). Die Registrierungsdaten zeigen, dass die Nachahmungsseite seit dem 24. Juli 2026 aktiv war, und Blast erklärte am 1. August auf X, dass 181 seiner Seiten identisch kopiert worden seien, um einen einzigen gefälschten Artikel zu verbreiten. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet, ob Glucksmann Ziel einer Destabilisierungskampagne war. N-tv berichtete, dass die Operationen darauf abzielten, der Rechtspopulistin Marine Le Pen zu nutzen.

Reichweite und Sichtbarkeit

Eine Sicherheitsquelle, die von AFP zitiert wurde, beschrieb die Operationen als mit „relativ geringer“ Sichtbarkeit beim französischen Publikum, und Attals Umfeld sagte, die Aktion gegen ihn habe nur wenige tausend Aufrufe erzielt. Eine Teilerhebung der France 24 Observateurs ergab jedoch, dass das Video aus 14 Ländern oder Territorien geteilt wurde und etwa eine Million Aufrufe erzielte, hauptsächlich von Konten, die sich an ausländisches Publikum richteten, nicht an französisches. Dazu gehörten pro-MAGA-Profile aus Nigeria, prorussische Konten, die von Debunk.org gemeldet wurden, und Konten, die die Allianz der Sahel-Staaten unterstützen.

Warnungen und nächste Schritte

Attal warnte am Donnerstag im Radio RTL, dass die Wahl gefährdet sein könnte, wenn keine Schutzmaßnahmen ergriffen würden.

„Wenn wir nichts tun, um uns zu schützen, könnte die Wahl manipuliert werden.“

Gabriel Attal, Ehemaliger französischer Premierminister

Er beschuldigte Russland, dem französischen Volk „diese Wahl stehlen“ zu wollen. Glucksmann schrieb, die russischen Sicherheitsdienste hätten ihre Operationen zur Destabilisierung des Wahlkampfs 2027 begonnen. Die deutsche Tageszeitung Süddeutsche Zeitung berichtete, dass ein neues Gesetz solche Troll-Operationen verlangsamen solle und dass Forderungen laut geworden seien, die Plattform X von Elon Musk in Frankreich vor der Wahl 2027 abzuschalten. Die erste Runde der Präsidentschaftswahl ist für April 2027 geplant, in acht Monaten.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen