Konflikte · Paris
Attal reicht Anzeige wegen russischer Desinformation ein – drei französische Präsidentschaftskandidaten von Deepfakes betroffen
Der frühere französische Premierminister Gabriel Attal hat am Freitagabend in Paris Strafanzeige wegen ausländischer Einmischung aus russischen Netzwerken eingereicht, nachdem Deepfakes und gefälschte Medieninhalte ihn und zwei weitere aussichtsreiche Präsidentschaftskandidaten acht Monate vor der französischen Wahl 2027 ins Visier genommen hatten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von LesEchos.fr, RFI, POLITICO und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Eingereicht am Freitagabend in Paris, verurteilt die Anzeige „Handlungen ausländischer Einmischung, Informationsmanipulation, Herstellung gefälschter Inhalte“, die geeignet sind, die grundlegenden Interessen der Nation und die Integrität der Präsidentschaftswahl im April 2027 zu untergraben.
Édouard Philippe sah sich mit falschen Behauptungen über seinen Gesundheitszustand konfrontiert, Gabriel Attal wurde als möglicherweise an Parkinson erkrankt dargestellt, und Raphaël Glucksmann wurde über seine Partnerin Léa Salamé in einem gefälschten Video angegriffen.
Das französische SGDSN und seine Einheit Viginum alarmierten Attal am Mittwoch über Einmischung aus Russland und informierten ihn am Freitag über einen neuen Vorgang am Donnerstag, erneut aus russischen Netzwerken.
Eine Teilerhebung der France 24 Observateurs ergab, dass das Video aus 14 Ländern oder Territorien geteilt wurde und etwa eine Million Aufrufe erzielte, hauptsächlich von Konten, die sich an ausländisches Publikum richteten, nicht an französisches.
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet, ob Glucksmann Ziel einer Destabilisierungskampagne war, und deutsche Medien berichten über Forderungen, die Plattform X in Frankreich vor der Wahl 2027 abzuschalten.
- 6.08.Neuer Einmischungsversuch entdeckt; Attal warnt auf RTL Radio (Donnerstag)
- 7.08.Attal reicht am Freitagabend Strafanzeige in Paris ein
- 8.08.Die Anwälte Ghozlan und Veil geben eine Erklärung gegenüber AFP ab (Samstag)
Attals Anzeige und der zeitliche Ablauf
Gabriel Attal, ehemaliger Premierminister und Vorsitzender der Renaissance-Partei, reichte am Freitagabend in Paris Strafanzeige ein, in der er „Handlungen ausländischer Einmischung, Informationsmanipulation, Herstellung gefälschter Inhalte“ anprangerte, die geeignet sind, die grundlegenden Interessen der Nation und die Integrität der bevorstehenden Präsidentschaftswahl zu untergraben. Seine Anwälte, Sacha Ghozlan und Lucas Veil, teilten AFP mit, dass staatliche Behörden Attal am Mittwoch erstmals über „externe digitale Einmischung“ aus Russland alarmiert und ihn dann am Freitag über einen neuen Einmischungsversuch informiert hätten, der am Donnerstag stattgefunden habe, „erneut aus russischen Netzwerken“. Attal wurde vom französischen Generalsekretariat für nationale Verteidigung und Sicherheit (SGDSN) und dessen Einheit Viginum, die ausländische digitale Einmischung überwacht, alarmiert.
Gefälschte Inhalte und Identitätstäuschung
Mehrere Konten auf X, von denen einige französische und internationale Medien nachahmten, verbreiteten gefälschte Videoberichte, gefälschte Zeitungsseiten und Inhalte, die Logos und grafische Gestaltungen von Medienorganisationen imitierten, so Attals Anwälte. Das Material schrieb Attal und seinen Mitarbeitern falsche Aussagen, Handlungen und öffentliche Positionen zu, „die darauf abzielten, ihn als Kandidaten zu diskreditieren“. Attal wurde als möglicherweise an Parkinson erkrankt dargestellt. Die Anwälte identifizierten auch Material, das darauf abzielte, „Verwirrung über die Herkunft der Deepfakes zu stiften“, indem es den Anschein erweckte, Attal habe „die gegen ihn gerichtete Desinformation selbst inszeniert“. Künstliche Intelligenz wurde als Werkzeug zur Herstellung der gefälschten Inhalte eingesetzt, so der deutsche Sender N-tv.
Drei Kandidaten ins Visier genommen
Eine Reihe von Destabilisierungsoperationen, die prorussischen Netzwerken zugeschrieben werden, nahm innerhalb weniger Tage drei erklärte oder aussichtsreiche Präsidentschaftskandidaten ins Visier. Der Mitte-rechts-Kandidat Édouard Philippe (Horizons) sah sich mit falschen Behauptungen über seinen Gesundheitszustand konfrontiert. Der linksgerichtete EU-Abgeordnete und Kreml-Kritiker Raphaël Glucksmann wurde über seine Partnerin, die Journalistin Léa Salamé, angegriffen. Ein gefälschtes Video behauptete, Salamé habe den Redaktionen von Libération, Le Monde, Marianne und Mediapart 50.000 Euro für eine ihrem Partner wohlgesonnene Berichterstattung angeboten. Das Video leitete die Zuschauer auf eine Seite unter blastinfo.fr, ein Typosquat der echten Blast-Seite blast-info.fr (mit Bindestrich). Die Registrierungsdaten zeigen, dass die Nachahmungsseite seit dem 24. Juli 2026 aktiv war, und Blast erklärte am 1. August auf X, dass 181 seiner Seiten identisch kopiert worden seien, um einen einzigen gefälschten Artikel zu verbreiten. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet, ob Glucksmann Ziel einer Destabilisierungskampagne war. N-tv berichtete, dass die Operationen darauf abzielten, der Rechtspopulistin Marine Le Pen zu nutzen.
Reichweite und Sichtbarkeit
Eine Sicherheitsquelle, die von AFP zitiert wurde, beschrieb die Operationen als mit „relativ geringer“ Sichtbarkeit beim französischen Publikum, und Attals Umfeld sagte, die Aktion gegen ihn habe nur wenige tausend Aufrufe erzielt. Eine Teilerhebung der France 24 Observateurs ergab jedoch, dass das Video aus 14 Ländern oder Territorien geteilt wurde und etwa eine Million Aufrufe erzielte, hauptsächlich von Konten, die sich an ausländisches Publikum richteten, nicht an französisches. Dazu gehörten pro-MAGA-Profile aus Nigeria, prorussische Konten, die von Debunk.org gemeldet wurden, und Konten, die die Allianz der Sahel-Staaten unterstützen.
Warnungen und nächste Schritte
Attal warnte am Donnerstag im Radio RTL, dass die Wahl gefährdet sein könnte, wenn keine Schutzmaßnahmen ergriffen würden.
„Wenn wir nichts tun, um uns zu schützen, könnte die Wahl manipuliert werden.“
Er beschuldigte Russland, dem französischen Volk „diese Wahl stehlen“ zu wollen. Glucksmann schrieb, die russischen Sicherheitsdienste hätten ihre Operationen zur Destabilisierung des Wahlkampfs 2027 begonnen. Die deutsche Tageszeitung Süddeutsche Zeitung berichtete, dass ein neues Gesetz solche Troll-Operationen verlangsamen solle und dass Forderungen laut geworden seien, die Plattform X von Elon Musk in Frankreich vor der Wahl 2027 abzuschalten. Die erste Runde der Präsidentschaftswahl ist für April 2027 geplant, in acht Monaten.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- LesEchos.fr" Deepfakes, faux reportages vidéo " : Gabriel Attal porte plainte et dénonce une ingérence russe en vue de la présidentielle 2027
- RFIFormer French PM Attal files legal complaint over alleged Russian interference
- POLITICOGabriel Attal alleges Russian interference in French presidential race
- Süddeutsche ZeitungFrankreich: Kremlnahe Netzwerke verbreiten Desinformation über Macrons mögliche Nachfolger
- Gabriel Attal
- Ehemaliger französischer Premierminister, Vorsitzender der Renaissance-Partei und Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2027, der Strafanzeige wegen russischer Einmischung einreichte
- Édouard Philippe
- Präsidentschaftskandidat der Mitte-rechts und Vorsitzender der Horizons-Partei, der mit falschen Behauptungen über seinen Gesundheitszustand konfrontiert wurde
- Raphaël Glucksmann
- Linksgerichteter EU-Abgeordneter, Kreml-Kritiker und aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat, der über seine Partnerin in einem gefälschten Video ins Visier genommen wurde
- Léa Salamé
- Journalistin und Partnerin von Raphaël Glucksmann, die in einem gefälschten Video fälschlicherweise beschuldigt wurde, Medienredakteuren 50.000 Euro für eine wohlwollende Berichterstattung angeboten zu haben
- Marine Le Pen
- Rechtspopulistische Vorsitzende, deren Kandidatur die prorussischen Desinformationsoperationen laut Berichten begünstigen sollten
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