
Russische Drohne trifft Wohnblock in Galati, Rumänien – zwei Verletzte bei erstem zivilem Treffer auf NATO-Gebiet
Eine russische Geran-2-Drohne ist in der Nacht in ein zehnstöckiges Wohnhaus in der rumänischen Stadt Galati gestürzt, verletzte zwei Menschen und löste scharfe Verurteilung durch die NATO-Verbündeten aus, die von einer gefährlichen Eskalation sprachen.
Was in der Nacht geschah
In der Nacht vom 28. auf den 29. Mai nahm die Russische Föderation Drohnenangriffe auf zivile und infrastrukturelle Ziele in der Ukraine nahe der Flussgrenze zu Rumänien wieder auf. Eine dieser Drohnen drang in den rumänischen Luftraum ein, wurde vom Radar bis in den südlichen Teil der Stadt Galati verfolgt und stürzte auf das Dach eines zehnstöckigen Wohnblocks, wobei es beim Aufprall zu einer Explosion und einem Brand kam. Das rumänische Verteidigungsministerium erklärte, die gesamte Nutzlast der russischen Geran-2-Drohne sei detoniert.
Opfer und unmittelbare Reaktion
Die beiden Bewohner der betroffenen Wohnung konnten das Gebäude eigenständig verlassen und wurden vor Ort medizinisch wegen Schürfwunden behandelt. Der rumänische Rettungsdienst bestätigte, dass keine weiteren Verletzungen gemeldet wurden. Zwei F-16-Kampfjets wurden vom Luftwaffenstützpunkt Fetesti im Osten Rumäniens alarmiert und waren für die Dauer des Alarms zur Bekämpfung von Zielen autorisiert, die Drohne wurde jedoch nicht abgefangen.
- Russland nimmt Drohnenangriffe auf zivile und infrastrukturelle Ziele in der Ukraine nahe der rumänischen Grenze wieder auf.
- Eine Drohne dringt in den rumänischen Luftraum ein und wird vom Radar in Richtung des südlichen Galati verfolgt.
- Zwei rumänische F-16 starten vom Luftwaffenstützpunkt Fetesti und werden zur Bekämpfung autorisiert.
- Die Geran-2-Drohne stürzt auf das Dach eines zehnstöckigen Wohnblocks; die gesamte Nutzlast explodiert.
- Rettungskräfte behandeln zwei verletzte Bewohner vor Ort; der Brand wird gelöscht.
- Rumänien bestellt den russischen Botschafter ein; NATO und EU-Verbündete verurteilen den Vorfall.
Bukarests diplomatische Reaktion
Rumänien bestellte den russischen Botschafter ein, und Außenministerin Oana Toiu bezeichnete den Vorfall als „schwerwiegende Verletzung des Völkerrechts“. Bukarest forderte Maßnahmen zur Beschleunigung der Übergabe von Drohnenabwehrsystemen an Rumänien und informierte NATO-Generalsekretär Mark Rutte über die Lage. Präsident Nicusor Dan bat das Außenministerium, ein Maßnahmenpaket gegen Moskau vorzubereiten, das „dieser sehr ernsten Situation angemessen“ sei.
Wir werden die Konsequenzen, die dieser Mangel an Verantwortung seitens Russlands für die diplomatischen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern haben wird, offiziell mitteilen.
NATO und EU-Verbündete verurteilen Moskau
Ein NATO-Sprecher verurteilte die Rücksichtslosigkeit Russlands und erklärte, das Bündnis werde die Verteidigung gegen alle Bedrohungen, einschließlich Drohnen, weiter verstärken. Generalsekretär Mark Rutte bedauerte Russlands „rücksichtsloses Verhalten“ und nannte es „eine Gefahr für uns alle“. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Russland habe „erneut eine rote Linie überschritten“, während EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas den Angriff als „eklatante und schwerwiegende“ Verletzung der Souveränität Rumäniens und des europäischen Luftraums bezeichnete.
Dies stellt eine gefährliche und unverantwortliche Eskalation dar, die nicht toleriert werden kann. Angesichts dieser Bedrohungen bleibt der Zusammenhalt der NATO unerschütterlich: Die Sicherheit eines Mitglieds des Bündnisses und der Europäischen Union ist die Sicherheit von uns allen.
Kiew und der weitere Kontext
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, der Vorfall beweise erneut, dass die russische Aggression eine reale Bedrohung für die Schwarzmeerregion und ganz Europa darstelle. Rumänien hat seit Beginn der russischen Angriffe auf ukrainische Häfen an der Donau 28 Mal russische Drohnenverletzungen seines Luftraums erlebt, aber dies ist das erste Mal, dass eine Drohne ein dicht besiedeltes Gebiet getroffen und auf rumänischem Territorium Verletzungen verursacht hat. Das russische Verteidigungsministerium gab zunächst keine Stellungnahme ab.
Was als Nächstes kommt
Rumänien hat seinen Obersten Rat für Landesverteidigung einberufen, um die Lage zu bewerten. Während Artikel 4 des Nordatlantikvertrags es jedem Mitglied erlaubt, ein Sicherheitsbedenken vor dem Nordatlantikrat vorzubringen, und Artikel 5 die kollektive Verteidigung vorsieht, gehen die rumänischen Behörden derzeit davon aus, dass die Drohne auf dem Weg in die Ukraine war und versehentlich auf rumänischem Gebiet abstürzte. Eine militärische Vergeltung scheint nicht unmittelbar bevorzustehen, aber der Vorfall wird wahrscheinlich die Stationierung zusätzlicher Drohnenabwehrsysteme an der NATO-Ostflanke beschleunigen.

