
Rumänischer Gesundheitsstreik beginnt am Dienstag: 400 Krankenhäuser betroffen, Notfallversorgung gesichert
Die rumänischen Gesundheitsgewerkschaften werden ab dem 28. Juli einen unbefristeten Generalstreik in etwa 400 öffentlichen Krankenhäusern ausrufen, nachdem letzte Gespräche mit der Präsidialverwaltung ergebnislos endeten. Notaufnahmen und Intensivstationen bleiben in Betrieb, aber tausende nicht dringende Eingriffe sind von Verzögerungen bedroht.
Die rumänische Föderation Sanitas wird am Dienstag einen unbefristeten Generalstreik beginnen, den ersten Tag eines Protests, der landesweit etwa 400 öffentliche Krankenhäuser betreffen wird. Der Ausstand folgt auf monatelange ergebnislose Verhandlungen mit der Übergangsregierung von Ilie Bolojan über ein neues Gehaltsgesetz, einen Einstellungsstopp und das, was die Gewerkschaft als Weigerung bezeichnet, einen echten Dialog zu führen.
Die Gründe für den Streik
Sanitas erklärt, die Hauptforderung sei die Freigabe tausender freier Stellen. Viorel Hușanu, Vorsitzender der Sanitas-Gewerkschaft Bukarest, sagte gegenüber Libertatea, das System benötige 57.000 zusätzliche Mitarbeiter, um die Mindestbesetzungsnormen zu erfüllen. Die Krankenhäuser, so sagte er, benötigten dringend 30.000 Personen, doch die Regierung habe nur 2.200 Stellen freigegeben, weit weniger als die vom Gesundheitsministerium vorgeschlagenen 7.800. Die Gewerkschaft lehnt auch einen Gehaltsgesetzentwurf ab, der ihrer Ansicht nach die Einkommen kürzen wird. Iulian Pope, Präsident von Sanitas, sagte, die Regierung sei erstmals am 5. Juni über den Streik informiert worden und habe 20 Tage später eine zweite Mitteilung erhalten. „Nu ne-a răspuns în niciun fel, nici măcar în scris“, sagte er gegenüber Digi24, was bedeutet, dass die Regierung überhaupt nicht antwortete, nicht einmal schriftlich.
- Mindestbesetzungsnorm (Bedarf)
- 57000 Stellen
- Dringend benötigt (Krankenhausberichte)
- 30000 Stellen
- Vorschlag des Gesundheitsministeriums
- 7800 Stellen
- Tatsächlich freigegebene Stellen
- 2200 Stellen
Was Patienten erwarten können
Nach rumänischem Recht müssen Krankenhäuser auch während eines Generalstreiks Notdienste und mindestens ein Drittel der regulären Tätigkeit gewährleisten. Die Leiter großer Bukarester Krankenhäuser bestätigten, dass Unfall- und Notaufnahmen, Operationssäle und Intensivstationen voll besetzt bleiben. Bogdan Zidaru, Direktor des Floreasca-Notfallkrankenhauses, sagte, nur chronische Patienten in nicht kritischem Zustand könnten um ein oder zwei Tage verschoben werden. Andi Nodiț, Leiter des Bagdasar-Arseni-Notfallklinikums, erklärte, dass dessen Brandverletzteneinheit und Notaufnahmen nicht betroffen sein würden. Das Kreiskrankenhaus Constanța wird sich ebenfalls dem Streik anschließen, aber die wesentlichen Dienste aufrechterhalten.
Va fi grevă, este dreptul angajaților și nu avem cum să contracarăm această situație. Dar sperăm să se termine cât mai repede și să tratăm toți pacienții, de asta suntem aici.
Einschüchterungsvorwürfe am Vorabend des Ausstands
Am Montag beschuldigte Sanitas mehrere Krankenhausleitungen, Druck auf die Mitarbeiter auszuüben, indem sie Listen der Streikwilligen erstellten, mit der Absicht, deren Arbeitsverträge noch vor Beginn des Protests zu suspendieren. Die Föderation berief sich auf das Sozialdialoggesetz (367/2022) und eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom 5. Mai 2025, die beide besagen, dass ein Vertrag nur während der tatsächlichen Teilnahme an einem Streik, niemals im Voraus, ausgesetzt werden kann. Pope verurteilte die Taktik und sagte, sie solle die Arbeiter einschüchtern. „Nu veți opri greva prin intimidare!“, erklärte er und versprach, die Aktion werde wie geplant stattfinden.
Dreptul la grevă este un drept legal. Exercitarea lui nu poate fi transformată într-un motiv de amenințare, presiune sau intimidare.
Letzte Gespräche scheitern
Ein am Montagnachmittag im Cotroceni-Palast mit dem Präsidentenberater Radu Burnete einberufenes Treffen brachte keinen Durchbruch. Pope sagte später, nichts sei festgezurrt worden und er werde dem Nationalrat der Gewerkschaft lediglich den Stand der Gespräche mitteilen, ohne eine Aussetzung zu empfehlen. Bogdan Hossu, Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes Cartel Alfa, sagte gegenüber Antena 3 CNN, die Gewerkschaften hätten erst am Freitag erfahren, dass der Gehaltsentwurf nicht in das in dieser Woche an das Parlament gesandte Gesetzespaket aufgenommen worden sei, was es unmöglich gemacht habe, den Streik rechtzeitig abzusagen. Die Regierung ihrerseits hat auf das Memorandum zur Freigabe von 7.805 Stellen als Zeichen des guten Willens verwiesen. Für die 400 Krankenhäuser, in denen ein Drittel der Belegschaft die Arbeit niederlegen wird, markiert der Dienstag jedoch den Beginn einer unbefristeten Bewährungsprobe sowohl für das Arbeitsrecht als auch für die Widerstandsfähigkeit des öffentlichen Gesundheitssystems.
- Sanitas sendet erste Streikankündigung an die Regierung; keine Antwort erhalten.
- Zweite Ankündigung nach 20 Tagen gesendet; Regierung bleibt stumm.
- Warnstreik in mehreren Krankenhäusern landesweit abgehalten.
- Regierung genehmigt Memorandum für 22 neue Assistenzstellen am Kinderkrankenhaus 'M.S. Curie', was akute Personallücken aufzeigt.
- Treffen im Cotroceni-Palast mit Präsidentenberater Radu Burnete; keine Einigung erzielt.
- Sanitas beschuldigt Krankenhäuser der Einschüchterung von Streikenden; Gewerkschaftsführung bestätigt, dass der Streik stattfinden wird.
- Unbefristeter Generalstreik beginnt in etwa 400 öffentlichen Krankenhäusern.


