
Rumänien überarbeitet öffentliches Gehaltsgesetz, während EU-Kommission fiskalische Grenzen für 770-Millionen-Euro-Fonds fordert
Die rumänische Regierung passt ihren Entwurf eines einheitlichen Gehaltsgesetzes nach Rückmeldungen der Europäischen Kommission an, um 770 Millionen Euro an Aufbaumitteln vor einer Frist zum 31. August zu sichern.
Überprüfung des Gehaltsreformentwurfs durch die EU-Kommission
Die Europäische Kommission gab formelle Stellungnahmen zum rumänischen Entwurf eines einheitlichen Gehaltsgesetzes für den öffentlichen Dienst ab, was Überarbeitungen durch das Finanzministerium und das Arbeitsministerium zur Folge hatte. Der rumänische Interims-Ministerpräsident Ilie Bolojan erklärte am 19. August, dass die EU-Beamten den Entwurf nicht rundweg abgelehnt, sondern Klarstellungen zur fiskalischen Nachhaltigkeit gefordert hätten. Der Entwurf war Brüssel vorgelegt worden, um die Einhaltung der Verpflichtungen im Rahmen des nationalen Aufbau- und Resilienzplans zu überprüfen. Rumänien riskiert den Verlust von 770 Millionen Euro an europäischen Aufbaumitteln, wenn das Gesetz nicht bis zum 31. August 2026 vom Parlament verabschiedet wird. Bolojan bestätigte, dass Regierungsexperten am Mittwoch den Text auf der Grundlage der Rückmeldungen aus Brüssel angepasst hätten.
Sie haben den Vorschlag nicht abgelehnt, sie haben bestimmte Anmerkungen gemacht und vernünftige Fragen und Klarstellungen verlangt.
Szenarien zum Budgetrahmen und fiskalischer Druck
Der Hauptstreitpunkt betrifft das Gesamtvolumen der für 2027 im Vergleich zu 2026 geplanten Erhöhung der öffentlichen Gehaltsausgaben. Der ursprüngliche Entwurf schätzte eine Ausweitung von etwa 8 Milliarden Lei, doch Diskussionen mit Gewerkschaften im Gesundheits- und Bildungswesen erhöhten diese Zahl auf über 12 Milliarden Lei. Der Interims-Arbeitsminister Dragoș Pîslaru bewertete auch ein Szenario mit einer Erhöhung um 16 Milliarden Lei. Die Europäische Kommission erklärte, dass jede Erhöhung über 8 Milliarden Lei konkrete Ausgleichsmaßnahmen erfordere, wie etwa dauerhafte Ausgabenkürzungen in anderen Bereichen. EU-Beamte lehnten auch eine stufenweise Einführung der Gehaltserhöhungen über mehrere Jahre ab und wiesen darauf hin, dass mehrjährige Einführungen zu sich kumulierenden Ausgabenverpflichtungen führen.
Es ist ein Problem, das damit zusammenhängt, dass man, wenn man den Rahmen über ein bestimmtes Niveau hinaus erhöht, die Differenz an Geld, die man reduzieren muss, woanders finden muss. Das Problem ist also, dass man am Ende mit Plus und Minus in das hineinpasst, was die rumänische Wirtschaft verkraften kann.
- Ursprünglicher Entwurf
- 8 Mrd. Lei
- Überarbeiteter Entwurf
- 12 Mrd. Lei
- Maximalszenario
- 16 Mrd. Lei
Parteienübergreifende Verhandlungen im Cotroceni-Palast
Nach dem technischen Austausch mit EU-Beamten vereinbarten die rumänischen politischen Führer Gespräche im Cotroceni-Palast. Präsident Nicușor Dan berief die Vorsitzenden der Parlamentsparteien zu einem entscheidenden Treffen am 20. August um 14:00 Uhr ein. Zu den Teilnehmern gehören Interims-Ministerpräsident Ilie Bolojan von der Nationalliberalen Partei, Sorin Grindeanu von der Sozialdemokratischen Partei, Dominic Fritz von der Union Rettet Rumänien und Kelemen Hunor von der Demokratischen Union der Ungarn in Rumänien. Technische Teams trafen sich am Mittwochabend im Präsidentenpalast, um die Rückmeldungen der Kommission vor der politischen Sitzung zu analysieren. Bolojan erklärte, dass die Koalitionspartner sich zwischen einer Einigung über den überarbeiteten Entwurf oder dem Verlust der damit verbundenen EU-Mittel entscheiden müssten.
Verfahrenshindernisse und Fristendruck
Der Gesetzgebungsprozess folgt auf frühere rechtliche und administrative Komplikationen seit der ersten Veröffentlichung des Entwurfs. Das Arbeitsministerium veröffentlichte den Entwurf am 17. Juli 2026 zur öffentlichen Konsultation, was Einwände von Beschäftigten im Gesundheits- und Bildungswesen wegen möglicher Gehaltsunterschiede hervorrief. Am 21. Juli 2026 setzte das Bukarester Berufungsgericht das öffentliche Konsultationsverfahren aus, eine Entscheidung, die noch angefochten werden kann. Bolojan erklärte, dass die Gehälter im öffentlichen Dienst auf dem aktuellen Niveau eingefroren blieben, bis die jährlichen Referenzwerte aufholen, anstatt direkten Kürzungen zu unterliegen. Die rumänischen Abgeordneten haben bis zum 31. August 2026 Zeit, das endgültige Gesetz im Parlament zu verabschieden, um den Aufbaumeilenstein zu erfüllen.
- Arbeitsministerium veröffentlicht Entwurf eines einheitlichen Gehaltsgesetzes zur öffentlichen Konsultation
- Bukarester Berufungsgericht setzt öffentliches Konsultationsverfahren aus
- Europäische Kommission gibt Stellungnahmen ab und fordert Klarstellungen zum Gehaltsentwurf
- Präsident Nicușor Dan beruft Parteivorsitzende zu Gesprächen im Cotroceni-Palast ein
- Parlamentarische Frist zur Verabschiedung des einheitlichen Gehaltsgesetzes zur Sicherung der PNRR-Mittel


