
Rumänien reicht endgültigen PNRR-Zahlungsantrag über 4,35 Milliarden Euro bei der Europäischen Kommission ein
Rumänien hat am Mittwochabend seinen endgültigen Zahlungsantrag im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans bei der Europäischen Kommission übermittelt und fordert netto 4,35 Milliarden Euro für 104 Meilensteine.
Endgültige Einreichung des Zahlungsantrags
Rumänien hat am Mittwochabend, dem 30. September 2026, offiziell seinen endgültigen Zahlungsantrag im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) bei der Europäischen Kommission übermittelt. Die spezialisierten Fachteams im Ministerium für europäische Investitionen und Projekte schlossen den elektronischen Upload gegen 21:45 Uhr ab. Der Bruttowert der Einreichung beläuft sich auf 6,04 Milliarden Euro vor Abzug der ursprünglichen Vorfinanzierungsbeträge. Der von der rumänischen Regierung beantragte Nettobetrag liegt bei 4.347.770.169 Euro. Dieser Nettobetrag teilt sich auf in 2.582.415.100 Euro nicht rückzahlbare Zuschüsse der Europäischen Union und 1.765.355.069 Euro EU-Darlehen. Der Interimsminister für europäische Investitionen und Projekte, Dragoș Pîslaru, gab die Einreichung am späteren Abend auf seiner Social-Media-Seite bekannt.
Mit der Einreichung dieses Antrags endet die Phase der Übermittlung der Zahlungsanträge aus dem PNRR. Nun folgt die Bewertung des letzten Reform- und Investitionspakets durch die Europäische Kommission
Umfang der Zielvorgaben und Reformen
Das nach Brüssel übermittelte Dossier umfasst ein Paket von 104 einzelnen Meilensteinen und quantitativen Zielvorgaben. Diese Benchmarks spiegeln die Umsetzung von Reformen und Kapitalinvestitionen in den Bereichen Verkehr, Energieerzeugung, öffentliche Gesundheit, Bildung, Digitalisierung der öffentlichen Dienste, Wasser- und Abfallwirtschaft sowie Energieeffizienz privater Haushalte wider. Fachexperten des Ministeriums erstellten für jedes der 104 erfüllten Ziele detaillierte Begründungsdokumente, Managementerklärungen und Prüfungszusammenfassungen. Neben physischen Investitionen umfasst die Einreichung auch strukturelle Governance-Änderungen, darunter Gesetzesänderungen zur Vereinheitlichung der Personalführungssysteme in der öffentlichen Verwaltung.
Der Antrag umfasst auch Investitionen in nachhaltige Mobilität, die Modernisierung und Digitalisierung des Zollsystems, Maßnahmen zur Vorbeugung und Verringerung des Schulabbruchs sowie die Modernisierung des Rechtsrahmens für die Steuerung der Humanressourcen in der öffentlichen Verwaltung
Infrastruktur- und Sozialinvestitionen
Die 104 Meilensteine umfassen ein breites Spektrum abgeschlossener öffentlicher Bauvorhaben und institutioneller Programme. Im kommunalen Infrastrukturbereich konzentrierten sich Projekte auf den Ausbau von Trinkwasser- und Abwassernetzen in unterversorgten Gemeinden. Energiebezogene Initiativen zielten auf die Dekarbonisierung von Wärme- und Kältenetzen sowie auf tiefgreifende energetische Sanierungen von Wohnblöcken und öffentlichen Verwaltungsgebäuden. Im Gesundheits- und Sozialbereich finanzierten die Investitionen die Beschaffung moderner Rettungswagen, den Bau und die Ausstattung von Kitas für Kleinkinder sowie die Einrichtung spezieller Tagesbetreuungszentren für Kinder, Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen. Weitere Programme betrafen die Modernisierung des Zolls und der digitalen Grenzinfrastruktur, nachhaltige städtische Verkehrsnetze und landesweite Bemühungen zur Senkung der Schulabbrecherzahlen.
- Zuschüsse
- 2.58 Mrd. €
- Darlehen
- 1.76 Mrd. €
Bewertung durch die Europäische Kommission
Mit dem Abschluss der Einreichung beginnt die Europäische Kommission mit ihrer förmlichen Bewertung des letzten Aufbaupakets Rumäniens. Die Bewerter der Europäischen Union werden die vorgelegten Prüfberichte, Verwaltungserklärungen und Projektunterlagen prüfen, um zu verifizieren, dass jeder Meilenstein die im nationalen Plan Rumäniens festgelegten Benchmarks erfüllt. Nach einem positiven Abschluss der Bewertung wird die Kommission die Freigabe der Nettozuweisung von 4,35 Milliarden Euro genehmigen. Minister Pîslaru würdigte die Beamten der Fachdirektion im Ministerium für europäische Investitionen und Projekte, die Partnerteams der Ministerien und die lokalen Projektbegünstigten, die die Umsetzung der Investitionen gesteuert und das endgültige Dossier zusammengestellt haben.

