Wirtschaft · Frankfurt und Paris
KNDS geht an die Börsen Frankfurt und Paris – Frankreich und Deutschland sichern sich gleiche 40-Prozent-Anteile
Der Panzerhersteller KNDS, Produzent der Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc, kündigte am Mittwoch eine Doppelnotierung in Frankfurt und Paris an, die institutionellen Investoren den Einstieg ermöglicht und der französischen sowie der deutschen Regierung jeweils 40 % sichert.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von de Volkskrant, Süddeutsche Zeitung, tagesschau.de und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
KNDS wird 20 % seiner Aktien über Privatplatzierungen in Frankfurt und Paris platzieren; keine Privatanlegertranche geplant.
Frankreich und Deutschland werden jeweils 40 % der Anteile behalten und gleiche Governance-Rechte haben, einschließlich je drei Aufsichtsratssitzen oberhalb der 30-Prozent-Schwelle.
Quellen schätzen die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf rund 15 Mrd. Euro, mit früheren Indikationen bis zu 18 Mrd. Euro.
Rüstungsaktien gaben am Mittwoch nach, Rheinmetall verlor 12,3 % nach Verlust eines Kriegsschiffauftrags und allgemeiner Branchenschwäche.
Das gemeinsame Panzerprogramm liegt etwa zehn Jahre hinter dem Zeitplan, was Frankreich zur Entwicklung des CAPINT und Deutschland zur Arbeit am Leopard 2AX mit Rheinmetall veranlasst.
- 22.06.Frankreich und Deutschland vereinbaren Rahmen für paritätisches Eigentum
- 24.06.KNDS kündigt Doppelnotierungsplan für Frankfurt und Paris an
- 13.07.Erwarteter erster Handelstag (laut Marktquellen)
Eigentümerstruktur nach dem Börsengang
KNDS bestätigte, dass 20 % seiner Aktien über Privatplatzierungen an institutionelle Anleger verkauft werden, ohne öffentliches Angebot. Gemäß der wenige Tage vor der Ankündigung getroffenen Vereinbarung werden Frankreich und Deutschland nach Abschluss der Notierung jeweils 40 % des Unternehmens halten. Der französische Staat besitzt derzeit 50 % und wird seinen Anteil reduzieren, während die deutsche Regierung den 40-Prozent-Block von den Familien Bode und Von Braunbehrens erwerben wird, die bislang die andere Hälfte von KNDS über ihre Beteiligung an der früheren Krauss-Maffei Wegmann hielten.
Die beiden Regierungen verpflichteten sich, ihre Beteiligungen im nächsten Jahrzehnt nicht ohne Zustimmung der anderen Seite unter 30 % zu senken, und werden jeweils drei Aufsichtsratsmitglieder ernennen können, solange sie über dieser Schwelle bleiben. Wichtige Entscheidungen erfordern eine Einigung beider Seiten.
Bewertung und Marktambition
Von Reuters zitierte Quellen schätzen die wahrscheinliche IPO-Bewertung auf rund 15 Mrd. Euro, wobei eine frühere Schätzung auf Basis des geplanten deutschen Anteilskaufs zwischen 15 und 18 Mrd. Euro lag. KNDS selbst bezeichnete den Börsengang als einen der größten Rüstungs-IPOs Europas seit Jahren. Die Notierung folgt auf eine Welle von Börsengängen im Rüstungssektor, darunter der Markteintritt des tschechischen Rüstungskonzerns CSG im Januar mit 25 Mrd. Euro und die Bewertung des deutschen Kriegsschiffbauers TKMS mit 5,15 Mrd. Euro bei seiner Notierung im Oktober 2025.
KNDS erzielte 2025 einen Rekordumsatz von 4,4 Mrd. Euro, ein Anstieg um 16 % gegenüber dem Vorjahr, bei einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 661 Mio. Euro. Das Unternehmen strebt in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von 30 % an. Die 11.000 Mitarbeiter beliefern mehr als 40 Armeen weltweit.
- KNDS
- 4.4 Mrd. Euro
- Rheinmetall
- 10 Mrd. Euro
- BAE Systems
- 33 Mrd. Euro
Daten aus dem Artikeltext
Eine angespannte deutsch-französische Rüstungspartnerschaft
Der Börsengang kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für grenzüberschreitende Militärprojekte. Das Programm für das Kampfflugzeug der nächsten Generation FCAS, ein Gemeinschaftsprojekt Frankreichs, Deutschlands und Spaniens, wurde Anfang des Monats nach langjährigen industriellen Streitigkeiten eingestellt. Das Main Ground Combat System (MGCS), das die Panzer Leopard 2 und Leclerc ersetzen soll, liegt laut der französischen Verteidigungsministerin Catherine Vautrin etwa zehn Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück.
KNDS-CEO Jean-Paul Alary sagte Journalisten auf der Eurosatory-Messe, er könne sich nicht zur politischen Entscheidungsfindung rund um MGCS äußern, warnte aber, dass ein Scheitern „sehr schlechte Nachrichten für Europa“ wäre. Das Unternehmen hat bereits einen Übergangspanzer namens CAPINT auf den Markt gebracht, der ein deutsches Fahrgestell mit einer französischen Kanone kombiniert, um die Verzögerungen bei der Erneuerung des französischen Leclerc auszugleichen. Deutschland verfolgt über KNDS Deutschland und Rheinmetall unter der Bezeichnung Leopard 2AX eine parallele Zwischenlösung.
Rüstungsmärkte kühlen trotz Ausgabenboom ab
Trotz eines mehrjährigen Aufschwungs durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der Aufforderung der Trump-Administration an die europäischen Verbündeten, in ihre eigene Sicherheit zu investieren, haben Rüstungsaktien an Dynamik verloren. Am Mittwoch gab der Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsindex SXPARO um 1,7 % nach. Die Aktien von Rheinmetall, das einen wichtigen Kriegsschiffauftrag an die Konkurrenz TKMS verloren hatte, fielen um 12,3 %. Thales und BAE Systems verloren jeweils rund 2 %.
„Europa tritt in eine neue Ära der Verteidigung und Sicherheit ein. Die Streitkräfte modernisieren sich mit hohem Tempo und bauen kritische landgestützte Verteidigungsfähigkeiten wieder auf. Der geplante Börsengang ist ein natürlicher nächster Schritt für KNDS.“
KNDS rechnet mit dem Abschluss der Notierung innerhalb weniger Wochen; Händler nennen den 13. Juli als wahrscheinliches Datum vor der Sommerpause der Pariser Börse.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Jean-Paul Alary
- CEO von KNDS
- Catherine Vautrin
- Französische Verteidigungsministerin
- Orte
- Paris, Frankfurt am Main, Amsterdam
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