
Marco Rubio besucht Ecuador, um Los Tiguerones als Terroristen einzustufen und Sicherheitshilfe auszuweiten
US-Außenminister Marco Rubio traf Präsident Daniel Noboa in Quito und versprach Patrouillenboote und Finanzmittel, während er Los Tiguerones auf die Liste ausländischer Terrororganisationen setzte.
Bilaterale Gespräche und Terroristen-Einstufung in Quito
Der US-Außenminister Marco Rubio traf am 9. September 2026 in Quito mit dem ecuadorianischen Präsidenten Daniel Noboa zusammen, um die bilaterale Sicherheitskooperation auszubauen und transnationale kriminelle Netzwerke zu bekämpfen. Während des Besuchs im Palacio de Carondelet überreichte Noboa Rubio den Nationalen Verdienstorden im Rang eines Großkreuzes. Washington stufte die ecuadorianische Bande Los Tiguerones offiziell als ausländische Terrororganisation ein und setzte sie neben Los Choneros, Los Lobos und Chone Killers auf die US-Sanktionsliste. Los Tiguerones, angeführt von William Alcívar, alias Willy, verübten im Januar 2024 die bewaffnete Übernahme des TC-Television-Studios in Guayaquil während einer Live-Übertragung.
Rubio beschrieb die regionale Sicherheitsbedrohung während einer Pressekonferenz im Anschluss an seine privaten Gespräche mit dem ecuadorianischen Präsidenten.
Wir sprechen nicht über eine typische Mafia, wir sprechen über Terroristen, die in vielen Fällen über Waffen und Ausrüstung verfügen, die einer nationalen Armee ähneln.
Sicherheitshilfe und gerichtliche Sanktionen
Zur Unterstützung der ecuadorianischen Operationen kündigte die US-Regierung an, beim Kongress 45 Millionen Dollar für Anti-Drogen-Programme zu beantragen, wobei die damit verbundenen Hilfsvorschläge 55 Millionen Dollar zur Bekämpfung von organisierter Kriminalität und illegalem Bergbau erreichen. Die USA sagten außerdem die Übergabe eines Küstenwachschiffs und die Lieferung von 12 Abfangpatrouillenbooten im Laufe des Jahres 2026 zu, um Drogenschmuggelboote entlang der pazifischen Transitrouten zu verfolgen. Parallel dazu verhängte das Außenministerium Einreiseverbote für sieben ehemalige ecuadorianische Beamte, darunter vier ehemalige Richter, denen vorgeworfen wird, Bestechungsgelder von kriminellen Gruppen wie Los Choneros und mexikanischen Kartellen angenommen zu haben. Diese Maßnahmen folgen auf einen Anstieg der innerstaatlichen Gewalt: Ecuador verzeichnete 2025 51 Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner, während schätzungsweise 70 % des in Kolumbien und Peru produzierten Kokains über ecuadorianisches Territorium transportiert wurden.
Verteidigung der Seeangriffe
Rubio nutzte die Gespräche in Quito, um die laufenden US-Militärschläge gegen mutmaßliche Drogenboote im östlichen Pazifik und in der Karibik zu verteidigen. Das Pentagon startete im September 2025 die Operation Southern Spear, die nach Angaben von Southcom und unabhängigen Zählungen zu mehr als 200 Todesfällen bei Bootsangriffen führte. Ein Angriff in der Karibik am 9. September 2026 tötete drei Menschen an Bord eines mutmaßlichen Schmuggelbootes, während in den letzten Wochen sechs Schiffe bei Pazifikoperationen versenkt wurden. Menschenrechtsorganisationen und UN-Vertreter haben die Angriffe als mögliche außergerichtliche Tötungen kritisiert, die gegen das internationale Seerecht verstoßen, und auf das Fehlen öffentlicher Beweise für die Ladung der zerstörten Schiffe hingewiesen.
Rubio wies diese Kritik zurück und argumentierte, dass ein direktes militärisches Eingreifen unerlässlich sei, um einen regionalen Zusammenbruch zu verhindern.
Wenn man sich diesen Gruppen nicht stellt, werden sie diese Länder buchstäblich auffressen. Es ist wie ein Krebs, der wächst, bis man buchstäblich keinen Staat mehr hat.
Regionalreise durch den Andenkorridor
Der Stopp in Ecuador ist die zweite Etappe einer dreitägigen diplomatischen Reise durch Südamerika, die darauf abzielt, konservative politische Allianzen zu stärken und der chinesischen Wirtschaftspräsenz entgegenzuwirken. Rubio begann die Reise am 8. September 2026 in Barranquilla, Kolumbien, wo er mit dem kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella die Abkommen von Barranquilla unterzeichnete. Diese Abkommen verpflichteten die USA zu Wiederaufbauhilfe nach einem Erdbeben am 10. August 2026, bei dem 331 Menschen ums Leben kamen, während Kolumbien zustimmte, die luftgestützte Kokabespritzung wieder aufzunehmen, trotz bestehender US-Importzölle von 12,5 %. Rubio reist als Nächstes nach Peru zu geplanten Gesprächen mit Keiko Fujimori.
- USA starten Operation Southern Spear gegen mutmaßliche Drogenboote
- Ecuador tritt der von den USA geführten regionalen Anti-Drogen-Koalition bei
- Erdbeben erschüttert Kolumbien, 331 Tote
- Rubio trifft Präsident De La Espriella in Barranquilla zur Unterzeichnung bilateraler Abkommen
- Rubio trifft Präsident Noboa in Quito und stuft Los Tiguerones als Terroristen ein


