
- 16.10.Trumps Erlass nimmt Russland für 60 Tage von neuen US-Sanktionen aus
- 18.10.Zelensky sagt NBC, die Weitergabe von Geheimdienstinformationen sei blockiert und dann wiederhergestellt worden; Trump wirft ihm vor, den Krieg nicht beenden zu wollen
- 19.10.Rubio bestreitet jede Pause bei der Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine
Washington bestreitet jede Pause
Marco Rubio erklärte am Montag, 19. Oktober, die Vereinigten Staaten hätten die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine nicht ausgesetzt. Vor Journalisten in Samarkand in Usbekistan, wo er in der Nacht zu Sonntag zu Gesprächen mit hochrangigen Vertretern der C5+1-Gruppe eingetroffen war, in der die Vereinigten Staaten und fünf zentralasiatische Staaten zusammengeschlossen sind, sagte er, er wisse nicht, woher Volodymyr Zelensky solche Behauptungen habe und warum er sie mit der Presse teile. Rubio schlug vor, die Journalisten sollten den ukrainischen Präsidenten selbst fragen, und sagte, es habe überhaupt keine Pause gegeben. Anschließend drängte er Kiew, sich auf die Beendigung des Krieges zu konzentrieren, den nach seinen Worten niemand gewinnt, und sagte, Russland solle sich auf dasselbe Ziel konzentrieren.
Zelensky erhob seine Behauptung am Sonntag, 18. Oktober, in einem Interview mit der NBC-Sendung „Meet the Press“. Er sagte, die Weitergabe sei zeitweise blockiert und dann von amerikanischer Seite wieder freigegeben worden, und er dankte Washington dafür. Zelensky bezifferte die Unterbrechung auf drei Tage während russischer ballistischer Raketenangriffe und sagte, das System funktioniere nun. Auch ukrainische Vertreter erklärten, einige russische Angriffe seien ohne Vorwarnung erfolgt, was Zweifel aufwarf, ob die Geheimdienstinformationen normal fließen – obwohl Trump zu Beginn dieser Woche sagte, Washington liefere sie weiterhin.
Starlink-Zugang und ein Softwareproblem
Zelensky sagte zudem, Washington habe den Zugang zu Starlink, dem Satelliteninternetnetz des Eigentümers Elon Musk, gezielt eingeschränkt, und SpaceX habe plötzlich begrenzt, wie schnell Starlink-Terminals in der Ukraine arbeiten dürfen. Er deutete die Schritte als Botschaft in Trumps Auseinandersetzung mit ihm und sagte, sie hätten Drohneneinsätze an der Front und einige Luftverteidigungsmissionen beeinträchtigt. Rubio schilderte die Lage der Ukraine anders. Er sagte, Kiew wolle offenbar den Einsatz von Starshield ausweiten, eines mit Starlink verbundenen militärischen Satellitensystems, um Angriffe über ukrainisches Staatsgebiet hinaus führen zu können, und bestätigte, dass Gespräche darüber liefen. Außerdem sagte er, in der ukrainischen Frühwarnanlage sei wenige Tage zuvor ein Softwareproblem entdeckt worden, das vom US European Command (EUCOM) analysiert werde.
Sanktionen und der Friedenskurs
Am Freitag, 16. Oktober, erließ Trump einen Präsidialerlass, der Russland für 60 Tage von neuen US-Sanktionen ausnimmt. Wenige Tage zuvor war eine Vereinbarung angekündigt worden, die den Vereinigten Staaten die Einfuhr von russischem Diesel erlauben würde. Rubio verteidigte die Ausnahmen als Mittel, Zeit zu gewinnen und zu sehen, ob die Gespräche zu etwas Positivem führen könnten. Auf die Frage nach Zweifeln, ob Vladimir Putin wirklich zu Verhandlungen bereit ist, sagte er, es handle sich um Diplomatie und nicht um einen Straffall. Am Sonntag, 18. Oktober, warf Trump Zelensky vor, den Krieg mit Russland nicht beenden zu wollen. Trump argumentierte zudem, die Unterzeichnung des Graham-Gesetzes über neue Sanktionen würde Moskau zum Rückzug aus den Verhandlungen bewegen, und brachte ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien mit weltweit höheren Kraftstoffpreisen in Verbindung. Die Kraftstoffpreise sind eines der Hauptthemen im US-Kongresswahlkampf am 3. November.
Chronologie des Streits
Die folgenden Daten sind die Angaben der Artikel für jeden Schritt, endend mit Rubios Dementi am Montag, 19. Oktober.
Rubio sagte, er werde nicht auf jede Aussage Zelenskys in Interviews und nicht auf jede Aussage russischer Vertreter reagieren, solange die 60-tägige Sanktionsausnahme in Kraft bleibe.