
RTL Deutschland und Sky streichen 500 Stellen zur Erzielung von 250 Mio. Euro Synergien nach der Fusion
Die RTL Group wird im Zuge der Übernahme des Pay-TV-Anbieters Sky bis Ende 2027 rund 500 Stellen bei RTL Deutschland und Sky streichen, um jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro zu erzielen.
Personalabbau bei den fusionierten Sendern
Die RTL Group hat Pläne bekannt gegeben, bis Ende 2027 rund 500 Stellen bei RTL Deutschland und Sky Deutschland zu streichen. Unternehmensvertreter bestätigten, dass der Großteil dieser Stellenstreichungen im Laufe des Jahres 2026 erfolgen wird. Die Reduzierungen folgen auf die im Jahr 2026 abgeschlossene Übernahme von Sky Deutschland durch die RTL Group, eine Transaktion, die darauf abzielte, deren Rundfunk- und Digitalgeschäfte zu bündeln. Zum Zeitpunkt der Ankündigung beschäftigte RTL Deutschland 5.326 Mitarbeiter, während Sky Deutschland 2.170 Mitarbeiter in seinen deutschen Niederlassungen beschäftigte. Der Sender gab nicht bekannt, wie die 500 wegfallenden Stellen auf die beiden Unternehmenseinheiten verteilt werden, sodass die genaue Aufschlüsselung und die Auswirkungen auf die einzelnen Abteilungen unklar bleiben. Erste Berichte über die 500 Stellenstreichungen wurden in deutschen Medien veröffentlicht, bevor RTL die offizielle Bestätigung herausgab.
- RTL Deutschland
- 5326
- Sky Deutschland
- 2170
Finanzielle Synergien und Content-Strategie
Die unternehmerische Integration der beiden deutschen Rundfunkanstalten soll innerhalb von drei Jahren jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro erbringen. RTL gab an, dass der größte Anteil dieser finanziellen Einsparungen aus der Optimierung von Content-Akquisitionen und nicht-personellen Sachkosten stammen wird. Darüber hinaus plant der Konzern, doppelte Unternehmensstrukturen zu beseitigen, operative Verantwortlichkeiten zu bündeln und effizientere Entscheidungsprozesse zu schaffen. Gemeinsam investieren RTL und Sky jährlich rund 2,5 Milliarden Euro in Inhalte. Das fusionierte Unternehmen beabsichtigt, diese Programmvermögenswerte über mehrere Plattformen hinweg zu nutzen, darunter lineare RTL-Sender, die Streaming-App RTL+ und Sky-Abonnementdienste.
Vor dem Abschluss der Transaktion äußerte sich Bertelsmann-Konzernchef Thomas Rabe in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur im April 2026 zu den erwarteten organisatorischen Veränderungen.
Das wird auch Auswirkungen auf die Belegschaft haben. Im Fokus steht jedoch die effizientere Nutzung unserer Programminvestitionen.
Aufeinanderfolgende Umstrukturierungsrunden
Die neu angekündigten 500 Stellenstreichungen folgen auf ein separates Konzernreduzierungsprogramm, das RTL Deutschland Ende des Vorjahres eingeleitet hatte. Im Dezember 2025 kündigte RTL Deutschland an, im Rahmen einer umfassenden internen Reorganisation rund 600 Stellen zu streichen. Im Januar 2026 präzisierte das Unternehmen die spezifische Verteilung dieser früheren Initiative und sah 230 Stellen in der Nachrichtenabteilung und 370 Stellen in anderen Unternehmensbereichen für den Abbau vor. Der Sender begründete diese früheren Personalreduzierungen mit den rasanten Veränderungen im Medienkonsum, den schwierigen makroökonomischen Rahmenbedingungen und dem anhaltenden Rückgang der Werbeeinnahmen im konventionellen Fernsehen. Der Konzern betonte damals, dass seine langfristige Unternehmensstrategie stark auf Streaming-Dienste ausgerichtet sein werde.
- Nachrichtenabteilung
- 230
- Andere Unternehmensbereiche
- 370
Operative Integration und Personalmaßnahmen
RTL erklärte, dass die 500 Stellenstreichungen in enger Abstimmung mit den gesetzlichen Betriebsräten durchgeführt werden, um einen sozialverträglichen Prozess zu gewährleisten. Das Unternehmen plant, betriebsbedingte Kündigungen durch freiwillige Austritte und natürliche Fluktuation zu vermeiden. Im Rahmen dieser Strategie werden bestehende offene Stellen nicht besetzt und auslaufende Arbeitsverträge dort nicht verlängert, wo doppelte Funktionen bestehen. Durch die Übernahme von Sky Deutschland will RTL seine Pay-TV- und Abonnementeinnahmen deutlich ausbauen. Der fusionierte Sender beabsichtigt, seine Wettbewerbsposition gegenüber großen internationalen Streaming-Plattformen zu stärken und gleichzeitig seine traditionelle Abhängigkeit vom kommerziellen TV-Werbemarkt zu verringern.


