
Polnische Dienste nähern sich dem flüchtigen Ex-Vizeminister Marcin Romanowski, der sich vermutlich auf dem Balkan versteckt
Polnische Dienste stehen Berichten zufolge kurz davor, den flüchtigen Abgeordneten Marcin Romanowski zu fassen, der sich nach seiner Flucht vor Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Justizfonds-Skandal vermutlich auf dem Balkan versteckt.
Hintergrund
Marcin Romanowski, ehemaliger stellvertretender Justizminister und Abgeordneter der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), steht im Zentrum eines weitreichenden Korruptionsermittlungsverfahrens zum Justizfonds, einem staatlichen Programm für Kriminalitätsopfer. Der Justizfonds-Skandal hat die polnische Politik erschüttert: Es bestehen Vorwürfe, dass Millionen Złoty an politische Verbündete und fragwürdige Projekte umgeleitet wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 19 Straftaten vor, darunter Beteiligung an einer organisierten kriminellen Vereinigung und Manipulation von Ausschreibungen zur Mittelvergabe. Im Dezember 2024 wurde ein Europäischer Haftbefehl erlassen, der Sejm hob seine Immunität zweimal auf, zuletzt im Februar 2026, und genehmigte Untersuchungshaft und Festnahme.
Flucht und Asyl
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe floh Romanowski nach Ungarn, wo er unter Ministerpräsident Viktor Orbán politisches Asyl erhielt. Die politische Landschaft änderte sich jedoch dramatisch, als Orbáns Fidesz-Partei die Macht verlor. Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar stellte klar, dass 'internationale Kriminelle' nicht willkommen seien. Zbigniew Ziobro, der ebenfalls angeklagte ehemalige Justizminister, reiste kurz vor Magyars Vereidigung in die USA ab.
Es gibt Anzeichen, dass auch er Ungarn verlassen hat, aber über Serbien.
Die Fahndung verschärft sich
Polnische Dienste, unterstützt von speziellen 'Schattenjäger'-Teams – spezialisierten Einheiten von Polizei und anderen Behörden zur Verfolgung von Flüchtigen im Ausland – verfolgen Romanowskis Bewegungen auf dem Balkan. Nach Angaben der Investigativjournalisten Mariusz Gierszewski und Dominika Długosz wurde er zweimal in Serbien und einmal in Kroatien gesichtet. Die Jäger seien 'sehr nah' daran, ihn zu fassen, berichtete Gierszewski. Marcin Kierwiński, Polens Innen- und Verwaltungsminister, bestätigte, dass alle Anzeichen darauf hindeuten, dass Romanowski in Europa geblieben ist, wahrscheinlich noch im Schengen-Raum.
Alles deutet darauf hin, dass Marcin Romanowski in Europa ist, er hat den Schengen-Raum nicht verlassen.
Finanzielle Not
Ein entscheidender Faktor, der die Suche beschleunigt, sind Romanowskis schwindende Finanzen. Er bezieht kein Abgeordnetengehalt mehr, und obwohl er weiterhin Gelder für Bürokosten des Parlaments erhält, könnten diese für ein langes Leben im Verborgenen nicht ausreichen. Journalisten berichteten, dass Romanowskis finanzielle Probleme dadurch verschärft werden, dass er nicht legal arbeiten kann und auf schnell schwindende Barreserven angewiesen ist. Sein Mietvertrag in Budapest lief Ende April aus, die Wohnung ist seit dem 1. Mai leer. Dies zwingt ihn zu risikoreicheren Grenzübertritten.
Anscheinend geht ihm das Geld aus. Daher kann er sich nicht mehr so effektiv verstecken.
Die Schlinge zieht sich zu
Die Behörden sind zuversichtlich, dass eine Festnahme unmittelbar bevorsteht. Kierwiński wollte keine operativen Details nennen, betonte aber, dass 'die Dienste nah dran sind'. In der Zwischenzeit hat der ungarische Geheimdienst Informationen über Romanowskis Abreise über Serbien weitergegeben, was die grenzüberschreitenden Bemühungen verstärkt. Bezüglich Ziobro schloss Kierwiński Verhandlungen aus und erklärte, es werde kein sicheres Geleit für 'einen solchen Flüchtigen' geben. Mit der Kooperation europäischer Partner scheint sich die Schlinge um den flüchtigen Politiker zuzuziehen.
- Haftbefehl gegen Marcin Romanowski von der Staatsanwaltschaft ausgestellt
- Sejm hebt Romanowskis Immunität auf und genehmigt Untersuchungshaft und Festnahme
- Romanowskis Mietvertrag in Budapest läuft aus; Wohnung ab 1. Mai leer
- Polnische Dienste bestätigen, dass Romanowski in Europa ist; Sichtungen in Serbien und Kroatien gemeldet


