
Roger Cook, Rundfunksprecher bekannt für das „Doorstep-Interview“ und ITV-Sendung „The Cook Report“, stirbt mit 83 Jahren
Der Rundfunkjournalist, der die Technik des „Doorstep-Interviews“ entwickelte und die ITV-Sendung „The Cook Report“ moderierte, ist nach kurzer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben.
Eine fünf Jahrzehnte währende Karriere im Journalismus
Cook wurde in Neuseeland geboren, wuchs in Australien auf und zog Ende der 1960er Jahre nach Großbritannien, um seine Rundfunkkarriere zu beginnen. Zunächst arbeitete er für die Sendung „The World at One“ bei BBC Radio 4, bevor er 1973 das Verbraucherschutzmagazin „Checkpoint“ ins Leben rief.
- Entwickelt und moderiert die Radiosendung „Checkpoint“ bei BBC Radio 4
- Startet „The Cook Report“ bei ITV, das 16 Staffeln lang läuft
- Erhält den BAFTA-Sonderpreis für herausragende investigative Berichterstattung
- „The Cook Report“ endet
- Das Retrospektiv-Special „Roger Cook's Greatest Hits“ wird ausgestrahlt
- Stirbt friedlich nach kurzer Krankheit
In der Radiosendung entwickelte Cook seinen konfrontativen Stil, mit dem er Betrüger zur Rede stellte und Ungerechtigkeiten aufdeckte, wobei er sich oft selbst in körperliche Gefahr begab.
Die Geburtsstunde des „Doorstep-Interviews“
Die „Doorstep“-Technik – das unangekündigte Erscheinen am Wohn- oder Arbeitsort einer Person, um Antworten zu erzwingen – wurde zu Cooks Markenzeichen. Er hielt sie für unerlässlich, um Fehlverhalten aufzudecken, gab jedoch später zu, dass er sie hasste. Der Ansatz wurde erstmals bei „Checkpoint“ breit eingesetzt und wurde später zum zentralen Element des Erfolgs von „The Cook Report“.
„The Cook Report“ und 12 Millionen Zuschauer
1987 startete Cook „The Cook Report“ bei ITV, das über 12 Jahre hinweg bis 1999 in 16 Staffeln ausgestrahlt wurde. Zu Spitzenzeiten erreichte das Programm mehr als 12 Millionen Zuschauer und brachte Cook den Ruf als Großbritanniens härtester investigativer Reporter ein. Die Sendung behandelte Fälle von Kriminalität, unternehmerischem Versagen sowie staatlichen Missständen und führte zu rechtlichen und politischen Veränderungen.
Körperliche Gefahr und persönlicher Preis
Cook wurde während seiner Recherchen häufig verletzt. 1981 erlitt er bei der Konfrontation mit einem mutmaßlichen Autodieb für einen frühen Fernsehbericht drei gebrochene Rippen durch einen Baseballschläger. Er wurde zudem von einem Auto angefahren, mit Metallstangen angegriffen, und die Polizei enthüllte einmal, dass ein Auftragskiller auf ihn angesetzt worden war. Trotz der Risiken setzte er seine Arbeit über Jahrzehnte fort.
Späte Jahre und Anerkennung
1997 erhielt Cook einen BAFTA-Sonderpreis für „25 Jahre herausragende investigative Berichterstattung“. „The Cook Report“ endete 1999, doch er kehrte 2007 für ein 90-minütiges Retrospektiv-Special mit dem Titel „Roger Cook's Greatest Hits“ zurück. Er zog sich vom regelmäßigen Rundfunkbetrieb zurück, blieb jedoch eine respektierte Figur im Journalismus.
Tod und Würdigungen
Cook starb am 13. Juni 2026 friedlich nach kurzer Krankheit, wie seine Familie am 15. Juni bekannt gab. In einer Erklärung teilte die Familie Cook mit:
ITV ergänzte:Neben einer herausragenden und preisgekrönten Karriere im Journalismus war Roger in erster Linie ein geliebter Ehemann und Vater. Wir werden ihn alle zutiefst vermissen und bitten um Privatsphäre, während wir diesen schweren Verlust verarbeiten.
Der Sender würdigte Cooks „furchtlosen Beitrag zum Journalismus“.In einer Karriere, die unglaubliche fünf Jahrzehnte umspannte, machte Roger Cooks bahnbrechender Ansatz im investigativen Journalismus ihn zu einer der vertrauenswürdigsten und angesehensten Figuren des Rundfunks.


