Richter sichert CNN, MS NOW und Politico weiterhin Zugang zum Weißen Haus
Ein Bundesrichter hat am 13. Oktober eine Anordnung verlängert, die die Presseausweise von Journalisten von CNN, MS NOW und Politico für das Weiße Haus in Kraft hält, während die Medienhäuser gegen Trumps Sperre für ihre Reporter klagen.
Die Entscheidung
Ein Bundesrichter hat am 13. Oktober eine einstweilige Verfügung erlassen, die den Journalisten von CNN, MS NOW und Politico den Zugang zum Weißen Haus sichert, während die Medienhäuser gegen Trumps Sperre klagen. Der Bundesbezirksrichter Timothy Kelly aus dem District of Columbia verlängerte eine frühere Anordnung, die an diesem Tag ausgelaufen wäre, sodass die Regelung nun für die Dauer des Verfahrens gilt. Kelly, der von Trump auf die Richterbank berufen wurde, kam zu dem Schluss, dass die drei Medienhäuser starke Argumente dafür vorgebracht hatten, dass das Weiße Haus ihre Rechte nach dem Ersten Verfassungszusatz sowie ihr Recht auf ein ordnungsgemäßes Verfahren verletzt habe. Im Mittelpunkt der Anordnung stehen die Presseausweise: Sie untersagt den Beklagten – mit Ausnahme von Trump selbst –, die Entscheidung vom 18. September umzusetzen, mit der die „Hard-Pass"-Presseausweise der Mitarbeiter der Medienhäuser entzogen wurden. Der maßgebliche Wortlaut der Anordnung lautet wie folgt.
shall not execute, implement, or enforce the September 18, 2026, decision to revoke the White House 'hard pass' press credentials held by employees of CNN, MS NOW, and POLITICO
Kelly erklärte zudem, seine Entscheidung stelle nicht fest, dass Trumps Beschwerden über die Genauigkeit und Fairness der Berichterstattung unbegründet seien, und die Regierung sei nicht ohne Mittel, wenn vertrauliches Material rechtswidrig weitergegeben werde.
Wie es zu der Sperre kam
Trump kündigte die Sperre in einem Social-Media-Beitrag vom 18. September an, und Journalisten von CNN, MS NOW und Politico wurde am darauffolgenden Tag, dem 19. September, der Zutritt zum Weißen Haus verwehrt. Die Medienhäuser reichten schnell Klage ein, um ihren Zugang zurückzuerlangen. Die massenhafte Annullierung von Hard-Passes durch den Präsidenten betraf fast 80 Reporter. Die Medienhäuser argumentieren, die Sperre bestrafe sie für ihre Berichterstattung, diskriminiere ihre Standpunkte und habe ihnen den Zugang ohne ordnungsgemäßes Verfahren entzogen. Am 24. September erließ Kelly eine einstweilige Verfügung, die das Weiße Haus verpflichtete, die Presseausweise der Journalisten für 14 Tage wiederherzustellen. Eine spätere Verlängerung hielt diese Anordnung bis zum 13. Oktober aufrecht, als die einstweilige Verfügung an ihre Stelle trat.
- Trump kündigt die Sperre in einem Social-Media-Beitrag an
- Journalisten von CNN, MS NOW und Politico wird der Zutritt zum Weißen Haus verwehrt
- Richter Kelly ordnet die Wiederherstellung der Presseausweise für 14 Tage an
- Einstweilige Verfügung sichert den Zugang zum Weißen Haus während der Klage
Warum der Richter den Medienhäusern Recht gab
Kelly hielt die Ansprüche der Medienhäuser für voraussichtlich erfolgreich, auch wenn das Verfahren noch lange nicht abgeschlossen ist. Zum ordnungsgemäßen Verfahren führte er aus, dass Trump den Medienhäusern keine Vorabinformation darüber gegeben habe, dass Bedenken wegen ihrer Berichterstattung ihren Zugang gefährden könnten. Zum Ersten Verfassungszusatz stützten Trumps wiederholte öffentliche Beschwerden über die Berichterstattung der Medienhäuser die Auffassung des Gerichts, dass die Sperre wahrscheinlich einer Vergeltungsmaßnahme und einer Diskriminierung wegen der vertretenen Standpunkte gleichkomme. Von Axios zitierte Rechtsexperten verweisen auf den Fall Sherrill v. Knight von 1977, in dem ein Berufungsgericht entschied, es sei verfassungswidrig, wenn das Weiße Haus Presseausweise wegen der Berichterstattung oder der Haltung eines Journalisten entziehe. Weitere Verfahren, möglicherweise einschließlich einer Hauptverhandlung, würden darüber entscheiden, ob der Erste Verfassungszusatz verletzt wurde.
Was die Anordnung nicht klärt
Das Weiße Haus hat Journalisten von CNN und Politico trotz der wiederhergestellten Ausweise weiterhin von Pool-Einsätzen an Bord der Air Force One ausgeschlossen. Die Entscheidung des Richters garantiert keinen Zugang zu Schlüsselbereichen wie dem Oval Office und der Air Force One, sodass Zugangsprobleme über die Ausweise hinaus ungelöst bleiben. Eine separate, noch laufende Klage der Associated Press könnte klären, wie weit der Präsident Reporter von solchen Orten ausschließen darf. Das Verfahren könnte Wochen, Monate oder Jahre dauern, bis es abgeschlossen ist.