
British Cycling nimmt Matt Richardson aus dem WM-Aufgebot für Shanghai
British Cycling hat am Montag bestätigt, dass Matt Richardson aus dem britischen Aufgebot für die Bahnrad-WM in Shanghai gestrichen wurde. Die „Times“ berichtet über Ermittlungen zu mutmaßlich diskriminierenden Beiträgen und Verhaltensweisen; der Verband nannte keinen Grund.
Rückzug aus dem Aufgebot
British Cycling hat am Montag, dem 12. Oktober, bestätigt, dass Matt Richardson aus dem britischen Aufgebot für die Bahnrad-Weltmeisterschaften in Shanghai gestrichen wurde, die vom 14. bis 18. Oktober stattfinden. Der 27-jährige Olympiamedaillengewinner war Anfang Oktober noch für das Aufgebot nominiert worden. Der Verband nannte keinen Grund für die Entscheidung; in seiner Erklärung hieß es:
British Cycling kann bestätigen, dass Matt Richardson aus dem Aufgebot des Great Britain Cycling Team für die bevorstehenden Tissot UCI Track Cycling World Championships 2026 in Shanghai, China, zurückgezogen wurde.
Richardson war als Anwärter auf drei Medaillen gehandelt worden – im Teamsprint, im Sprint und im Keirin. Seine Managementagentur Rocket Sports wurde um eine Stellungnahme gebeten. Richardson hat sich bislang nicht öffentlich zu der Entscheidung geäußert.
- Richardson wird für das britische Aufgebot für die Weltmeisterschaften nominiert
- British Cycling bestätigt seinen Rückzug aus dem Aufgebot
- Die Weltmeisterschaften beginnen in Shanghai
- Die Weltmeisterschaften enden in Shanghai
Die Vorwürfe
Die „Times“ berichtete, Richardson sei im Zuge einer Untersuchung zu „mutmaßlich diskriminierenden Beiträgen und Verhaltensweisen“ entfernt worden. Die Zeitung berichtete über Vorwürfe, er habe diskriminierende Äußerungen über Menschen mit Migrationshintergrund gemacht und über seinen Gebrauch des N-Worts gescherzt. British Cycling hat diese Details nicht bestätigt und lehnt es ab, sich zum Inhalt des Falls zu äußern.
Die „Times“ berichtete zudem, Richardson „ist derzeit nicht erreichbar“ und befinde sich vermutlich auf der Ausreise aus China. Seine Partnerin Emma Finucane, dreimalige Weltmeisterin, gehört ebenfalls zum Aufgebot für Shanghai.
British Cycling erklärte zu seinem Umgang mit derartigen Fällen:
British Cycling nimmt jeden Vorwurf von Belästigung, Mobbing oder Diskriminierung äußerst ernst. Wenn Bedenken geäußert werden, werden sie im Rahmen unserer etablierten Verfahren gründlich untersucht. Aus Fairness gegenüber allen an einer Untersuchung Beteiligten äußern wir uns nicht zu laufenden Verfahren.
Karriere und Bilanz
Richardson wurde in Kent als Sohn britischer Eltern geboren und zog mit neun Jahren nach Australien, wo er bis zu den Olympischen Spielen in Paris für dieses Land antrat. Kurz nach den Spielen 2024 wechselte er zu Großbritannien; in Paris hatte er für Australien zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille gewonnen. Seit seinem Einstieg in das britische Olympiaprogramm an dessen Standort Manchester hat er den Weltrekord über die 200 Meter fliegend gebrochen und ist der erste Mann, der unter neun Sekunden blieb.
Bei den Europameisterschaften 2026 gewann er Gold im Sprint und im Keirin und besiegte dabei in beiden Rennen seinen langjährigen Rivalen Harrie Lavreysen. Sein erwartetes Debüt für England bei den Commonwealth Games im Juli in Glasgow verpasste er, nachdem er bei einem Sturz während eines Keirin-Rennens der World Series in Japan verletzt worden war.
Wie es weitergeht
Die Weltmeisterschaften finden vom 14. bis 18. Oktober in Shanghai statt, und Richardson gehört nicht zum britischen Aufgebot. British Cycling hat erklärt, sich nicht zu laufenden Verfahren zu äußern. Ein Ergebnis der Untersuchung wurde bislang nicht bekannt, und Richardson hat öffentlich nicht auf die Vorwürfe reagiert.

