KI-generiert·Mehr erfahren
© Al Jazeera Online
Konflikte·vor 1 Std.

US-Repräsentantenhaus stimmt für Einschränkung von Trumps Iran-Kriegsbefugnissen, während Präsident Friedensabkommen in Aussicht stellt

Das republikanisch kontrollierte Repräsentantenhaus verabschiedete am Mittwoch eine Resolution, die Präsident Trump anweist, Truppen aus dem Iran abzuziehen oder die Zustimmung des Kongresses einzuholen. Vier Republikaner brachen aus der Parteilinie aus. Trump erklärte, ein Friedensabkommen könne bis zum Wochenende erreicht werden.

Eine seltene parteiübergreifende Rüge

Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete am Mittwoch eine Kriegsvollmachten-Resolution. Mit 215 zu 208 Stimmen wurde Präsident Donald Trump angewiesen, amerikanische Streitkräfte aus dem Iran abzuziehen oder eine Genehmigung des Kongresses für die Fortsetzung militärischer Operationen einzuholen. Vier republikanische Abgeordnete schlossen sich den Demokraten an, um die Maßnahme zu verabschieden, die nun an den Senat geht. Die Abstimmung stellt den vierten Versuch in der Kammer dar, die Kriegsbefugnisse des Präsidenten seit Beginn des Konflikts einzuschränken; die vorherigen drei waren gescheitert.

Es ist an der Zeit, diesen rücksichtslosen und kostspieligen Krieg zu beenden.

Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, hatte versucht, die Abstimmung zu blockieren, indem er die Debatte vor zwei Wochen abrupt abbrach. Die demokratischen Führer drängten weiter, und mehrere Abwesenheiten von Republikanern am Mittwoch verhinderten, dass die Parteiführung die Abstimmung weiter verzögern konnte. Der Abgeordnete Jared Golden, ein Demokrat aus Maine, der zuvor bei ähnlichen Maßnahmen auf der Seite der Republikaner gestanden hatte, wechselte die Seiten und stimmte mit seiner Partei.

Weg im Senat und ein nahezu sicheres Veto

Die Resolution geht nun an den Senat, wo eine ähnliche Maßnahme Ende Mai eine wichtige Verfahrenshürde mit Unterstützung von vier republikanischen Senatoren genommen hatte. Die obere Kammer hatte sieben andere derartige Resolutionen abgelehnt, aber die Unruhe innerhalb der republikanischen Reihen ist gewachsen, da der Konflikt am Samstag seinen 100. Tag erreicht.

Selbst wenn beide Kammern die Resolution verabschieden, hat Trump wiederholt signalisiert, dass er jeden Versuch, seine Kriegsbefugnisse einzuschränken, mit einem Veto belegen würde, und nannte solche Bemühungen verfassungswidrig. Ein Veto zu überstimmen, würde eine Zweidrittelmehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat erfordern, eine Schwelle, die angesichts der derzeitigen Zusammensetzung des Kongresses als unmöglich angesehen wird.

Eine starke und unmissverständliche Botschaft an Donald Trump vom amerikanischen Volk.

Democratic members of the House Foreign Affairs Committee

Trump behauptet, ein Abkommen sei nahe

In einem Gespräch mit Reportern im Oval Office sagte Trump, der Iran sei „sehr nahe“ daran, ein Friedensabkommen mit den Vereinigten Staaten zu unterzeichnen. „Es könnte über das Wochenende passieren“, fügte er hinzu und setzte damit eine weitere Frist. Auf die Frage, ob der Waffenstillstand noch in Kraft sei, antwortete Trump ausweichend: „Es gibt einen Grund für bestimmte Dinge, und es ist normalerweise ein Grund, der Sinn ergibt.“

Seine Äußerungen kamen vor dem Hintergrund von Berichten über erneute Feindseligkeiten. Iranische Streitkräfte behaupteten, Raketen- und Drohnenangriffe auf amerikanische Militärziele in der Region durchgeführt zu haben, darunter das Hauptquartier der US-Fünften Flotte in Bahrain, die sie als Vergeltung für US-Überfälle auf die Insel Qeschm in der Straße von Hormus bezeichneten.

Verfassungskonflikt um Kriegsbefugnisse

Nach der US-Verfassung hat nur der Kongress die Befugnis, den Krieg zu erklären. Während der Präsident Feindseligkeiten einleiten kann, um auf eine unmittelbare Bedrohung zu reagieren, verlangt das Gesetz eine Genehmigung des Kongresses innerhalb von 60 Tagen. Trump startete die gemeinsamen US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar ohne vorherige gesetzgeberische Genehmigung. Anfang Mai umging er die 60-Tage-Frist mit der Begründung, der Konflikt sei aufgrund eines anhaltenden Waffenstillstands beendet.

Demokraten bestreiten diese Argumentation und weisen darauf hin, dass amerikanische Streitkräfte weiterhin an der Durchsetzung einer Blockade iranischer Häfen beteiligt sind. Die Befürworter der Resolution wollen die gesetzgeberische Autorität über Kriegsentscheidungen wiederherstellen und stellen die Abstimmung als verfassungsrechtliche Kontrolle der Exekutivgewalt dar.

Schlüsselmomente im Streit um die Iran-Kriegsbefugnisse
  1. USA und Israel starten gemeinsame Angriffe auf den Iran ohne Genehmigung des Kongresses
  2. Trump umgeht die 60-Tage-Frist für die Zustimmung des Kongresses unter Berufung auf einen anhaltenden Waffenstillstand
  3. Senat bringt ähnliche Kriegsvollmachten-Resolution mit vier republikanischen Stimmen voran
  4. Repräsentantenhaus verabschiedet Kriegsvollmachten-Resolution mit 215–208; Trump behauptet Friedensabkommen bis zum Wochenende möglich
  5. Konflikt erreicht 100. Tag

Eskalation im Golf

Die Abstimmung im Kongress fand vor dem Hintergrund zunehmender militärischer Spannungen statt. Ein Drohnenangriff auf den Flughafen von Kuwait forderte Berichten zufolge ein Todesopfer und mehrere Verletzte. US-Militärbeamte bestätigten Gegenangriffe nach den iranischen Angriffen auf Ziele im Golf. Der Schusswechsel hat die diplomatischen Bemühungen erschwert, selbst während Trump darauf besteht, dass eine ausgehandelte Einigung in Reichweite sei.

Washington, D.C. · Manama · Kuwait-Stadt · Insel Qeschm

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft