
Rentenbericht zeigt durchschnittliche 1.154 Euro vs. 3.416 Euro für Beamte
Eine neue Analyse des Bundestages zeigt eklatante Unterschiede zwischen der gesetzlichen Rente und der Beamtenversorgung auf, mit einer durchschnittlichen monatlichen Lücke von über 2.200 Euro. Die von der Linken angefragten Daten zeigen auch, dass die meisten Beamten mindestens 3.000 Euro brutto erhalten, während 37 Prozent der gesetzlichen Rentner unter 900 Euro bekommen.
Die nackten Zahlen
Ende 2024 bezogen rund 20 Millionen Altersrentner in der gesetzlichen Versicherung durchschnittlich 1.154 Euro im Monat. Dieser Betrag ergibt sich nach Abzügen für Kranken- und Pflegeversicherung, aber vor Steuern. Im Gegensatz dazu erhielten die 1,4 Millionen pensionierten Beamten im öffentlichen Dienst Anfang 2025 eine durchschnittliche Bruttomonatspension von 3.416 Euro, vor Steuern und vor ihren eigenen Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die Lücke entspricht einem Unterschied von mehr als 2.260 Euro pro Monat zwischen den beiden Durchschnittsbeträgen.
- Gesetzliche Rente (nach Sozialabgaben)
- 1154 EUR
- Beamtenpension (brutto)
- 3416 EUR
Die Zweiklassen-Realität
Der unabhängige wissenschaftliche Dienst des Bundestages warnte jedoch davor, dass ein einfacher Leistungsvergleich nicht möglich sei. Beamte hätten in der Regel ununterbrochene Beschäftigungsbiographien, während die gesetzlichen Zahlen auch ehemalige Mini-Jobber und Mütter mit Erwerbspausen umfassen, was den Durchschnitt senke. Rund 60 Prozent der 1,3 Millionen ehemaligen Beamten und Richter erhalten mindestens 3.000 Euro brutto im Monat, und 8 Prozent (111.206 Personen) bekommen über 5.000 Euro. Nur etwa 7 Prozent landen bei 2.000 Euro oder weniger.
Es besteht von vornherein keine leistungsbezogene Vergleichbarkeit zwischen den beiden Systemen.
Für die gesetzlich Versicherten fällt die Verteilung im Jahr 2025 deutlich niedriger aus: 37 Prozent erhalten weniger als 900 Euro im Monat, während die größte Einzelgruppe (17 Prozent bzw. 3,2 Millionen Menschen) zwischen 900 und 1.200 Euro bekommt. Weitere 16 Prozent beziehen 1.200 bis 1.500 Euro, knapp 13 Prozent erhalten 1.500 bis 1.800 Euro, und 17 Prozent liegen über 1.800 Euro, jeweils vor Steuern und nach Sozialabzügen.
- Unter 900 Euro
- 37 %
- 900–1.200 Euro
- 17 %
- 1.200–1.500 Euro
- 16 %
- 1.500–1.800 Euro
- 13 %
- Über 1.800 Euro
- 17 %
Politische Reaktion und Reformblockade
Sarah Vollath, Rentenexpertin der Linken, die die parlamentarische Analyse angefordert hatte, bezeichnete die Regelung als Privileg und forderte, dass die Rentenkommission die Gerechtigkeitslücke hätte schließen müssen. Die von der früheren schwarz-roten Koalition eingesetzte Kommission schlug zwar ein Modell einer Erwerbstätigenversicherung vor, riet aber ausdrücklich davon ab, Beamte in naher Zukunft einzubeziehen.
Die Rentenkommission hätte die Gerechtigkeitslücke zwischen Beamten und Arbeitnehmern schließen sollen.
Vollath berechnete auch, wie lange ein Durchschnittsverdiener einzahlen müsste, um die durchschnittliche Beamtenpension zu erreichen. Ihr Ergebnis: 80 Jahre.


