Spanien kämpft gegen Rekordwaldbrände, neue Hitzewelle droht, 70.000 evakuiert
Brände in den Regionen Madrid und Ávila haben über 77.000 Hektar zerstört, und ab Mittwoch wird eine neue Hitzewelle erwartet, die die Temperaturen auf über 40 °C steigen lässt.
Löscharbeiten unter extremen Bedingungen
Feuerwehrleute in Spanien bekämpfen seit einer Woche eine Serie von Waldbränden. Drei Feuer in der Region Madrid sind die größten, die das Land je verzeichnet hat. Mehr als 70.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, als die Flammen Dörfer und Campingplätze erfassten. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska erklärte, die kommenden Stunden seien "absolut entscheidend", um die Brände unter Kontrolle zu bringen.
Es ist eine höllische Situation.
Der Brand in Ávila, westlich von Madrid, hat allein 50.000 Hektar verbrannt und trägt zu den insgesamt 77.000 Hektar bei, die in Zentralspanien zerstört wurden. Auch Frankreich ist von Waldbränden betroffen: In der Region Gironde wurden 42.000 Hektar verbrannt, was zu 220.000 Evakuierungen führte. EU-Kommissarin Hadja Lahbib warnte, die Löschflugzeugflotte der Union sei zunehmend überlastet, da extreme Bedingungen für Ungarn, die Slowakei und Tschechien bevorstünden.
Verwüstung am Boden
In Navaluenga wurde der Campingplatz Pantano del Burguillo am Freitag in Schutt und Asche gelegt. Eigentümerin Maria Angeles Canete und ihr Mann flohen mit einem Boot auf den Stausee, während Gasflaschen explodierten. "Wir haben alles verloren", sagte Canete. "Wir haben nichts." In der Nähe lag ein totes Reh mit verbranntem Fell. In El Barraco ruhten erschöpfte Feuerwehrleute in einem Café. Die Evakuierte Magaly Vargas schluchzte an der Stelle, wo ihr Wohnwagen einst stand.
Die Bäume gingen in Flammen auf. Dann knallte es, und wir hörten die Gasflaschen explodieren.
In Villamanta schliefen über 200 Menschen auf provisorischen Feldbetten in einer Sporthalle. Consuelo Lorza, 88, und ihre Enkelin teilten sich ein Bett, während ihre Tochter im Auto schlief. Die Familie war innerhalb weniger Tage dreimal evakuiert worden. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten die Notunterkunft und sprachen Trost zu. "Die Königin sagte mir, sie könne es nicht fassen. Dreimal evakuiert", sagte Lorza.
Klima und die Hitzewellen-Bedrohung
Ab Mittwoch wird eine neue Hitzewelle über Spanien erwartet, mit Temperaturen bis zu 40 °C. Dies droht, die Flammen auf dem Höhepunkt der Feriensaison weiter anzufachen. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete die Brände als "die schmerzhafteste Manifestation eines Klimanotstands" und sagte, am Ende des Tunnels zeige sich ein Licht. In Frankreich beschrieben Beamte den Brand in der Gironde als "extrem intensiv und unberechenbar", der eigene Winde erzeuge und auf Bordeaux zusteuere.
- Spanien
- 77000 ha
- Frankreich
- 42000 ha
Reaktion und Ressourcen
Spanien hat Feuerwehreinheiten in der gesamten Region eingesetzt, unterstützt von Löschflugzeugen der EU. Grande-Marlaska betonte, Montag und Dienstag seien "absolut entscheidende Tage", bevor die Temperaturen wieder steigen. Die EU erklärte, ihre Flotte sei überlastet, da befürchtet werde, dass Brände bald Ressourcen anderswo auf dem Kontinent beanspruchen könnten. Der spanische öffentlich-rechtliche Rundfunk RTVE berichtete, dass allein in Madrid 43 Häuser zerstört und mehr als 300 schwer beschädigt worden seien – eine Zahl, die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso zufolge "noch enorm steigen wird".
- Spanien
- 70000 Menschen
- Frankreich
- 220000 Menschen
Jahr der Rekordbrände
Die spanische Regierung meldete, dass in diesem Jahr bereits 172.000 Hektar Waldfläche verbrannt seien – sechsmal so viel wie im gesamten Jahr 2025. Auch in Frankreich sind seit Januar über 116.000 Hektar verbrannt, weit mehr als der Gesamtwert von 2025. EU-Beamte warnten, dass Waldbrände bis Anfang November andauern könnten, in einem Jahr, das für Südeuropa Rekorde zu brechen droht.
Extreme Bedingungen stehen für Ungarn, die Slowakei und Tschechien bevor, zusätzlich zu Frankreich, der Iberischen Halbinsel … wo sich die Lage voraussichtlich verschlechtern wird, auch in Portugal ab heute.


