Saarländische Jäger erlegen Rekordzahl von 12.500 Rehen im vergangenen Jagdjahr, auch Wildschweinbestände steigen
Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes meldete für das am 31. März endende Jagdjahr einen Rekordabschuss von über 12.500 Rehen, das sechste Jahr in Folge über 12.000. Die Wildschweinabschüsse stiegen auf knapp 8.800, der vierthöchste Wert aller Zeiten, vor dem Hintergrund der Afrikanischen Schweinepest.
Rekordabschuss von Rehen
Saarländische Jäger erlegten im Jagdjahr 2025/26 über 12.500 Rehe – ein neuer Rekord. Im Vorjahr lag die Strecke bei rund 12.000, knapp 500 weniger. Dies ist das sechste Jahr in Folge mit einem Abschuss von über 12.000, eine Beständigkeit, die in früheren Jahrzehnten mit stärker schwankenden Jahreszahlen nicht erreicht wurde. Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) bezeichnete das Ergebnis als „Rekordstrecke“. Das Jagdjahr läuft vom 1. April bis zum 31. März, die Daten wurden am 24. Juli 2026 veröffentlicht.
Rekordstrecke
Wildschweine und Afrikanische Schweinepest
Die Wildschweinabschüsse stiegen auf knapp 8.800, ein Anstieg von über 300 im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist der vierthöchste Wildschweinabschuss in der saarländischen Jagdgeschichte. Im Vorjahr lag die Wildschweinstrecke bei rund 8.500. Die Rekordjahre waren 2019/20 und 2020/21, als die Strecken 10.000 überstiegen. Der Anstieg erfolgt vor dem Hintergrund erhöhter Besorgnis über die Afrikanische Schweinepest (ASP), einer für Schweine tödlichen Viruserkrankung. Jäger wurden aufgefordert, den Wildschweinbestand weiter zu reduzieren, um das Risiko einer Einschleppung der ASP in das Bundesland zu begrenzen. Zwar wurden im Saarland keine ASP-Fälle registriert, doch Ausbrüche in anderen deutschen Regionen und Nachbarländern setzen die Wildtiermanager unter Druck. ASP wurde bei Wildschweinen in ostdeutschen Bundesländern wie Brandenburg und Sachsen sowie im benachbarten Polen und Tschechien nachgewiesen.
Fuchs-, Dachs- und Hirschtrends
Die Fuchsabschüsse erreichten über 3.700, der höchste Wert seit 13 Jahren. Die Dachszahlen blieben mit rund 450 auf einem hohen Niveau stabil. Die Damwildabschüsse gingen auf 493 zurück, während die Rothirschabschüsse auf 170 stiegen. Fuchsabschüsse sind wichtig zur Bekämpfung von Tollwut und zum Schutz bodenbrütender Vögel. Der 13-Jahres-Höchststand deutet auf einen gesunden Fuchsbestand hin. Die Dachszahlen sind seit mehreren Jahren stabil, was auf einen kontrollierten Bestand hindeutet. Die Damwildzahlen sind möglicherweise aufgrund gezielter Bejagung oder natürlicher Schwankungen gesunken. Die Rothirschzahlen stiegen, was auf ein expandierendes Habitat oder einen reduzierten Jagddruck in bestimmten Gebieten hindeuten könnte. Die VJS nannte keine spezifischen Gründe für die Veränderungen.
- Reh
- 12500 Tiere
- Wildschwein
- 8800 Tiere
- Fuchs
- 3700 Tiere
- Dachs
- 450 Tiere
- Damwild
- 493 Tiere
- Rotwild
- 170 Tiere
## Managementkontext Der Rekordabschuss von Rehen wird als notwendig erachtet, um Verbissschäden an Wäldern und landwirtschaftlichen Kulturen zu mindern. Hohe Rehdichten können die natürliche Waldverjüngung behindern, ein Anliegen der Forstbehörden. Der anhaltend hohe Abschuss über sechs Jahre deutet darauf hin, dass die Bestände trotz intensiver Bejagung robust bleiben. Das Wildschweinmanagement wird sowohl durch landwirtschaftliche Schäden als auch durch die Seuchenbekämpfung bestimmt; die ASP hat aufgrund von Exportverboten erhebliche wirtschaftliche Verluste in der deutschen Schweineindustrie verursacht. Die VJS mit Sitz in Saarwellingen erstellt die jährlichen Jagdstatistiken aus den Meldungen der örtlichen Jagdbezirke. Forstbeamte fordern seit langem höhere Rehabschüsse, damit junge Bäume ohne Verbissschäden wachsen können. Der Rekordabschuss gilt daher als Erfolg für die Waldumbemaßnahmen. Wildschweine stellen auch ein Risiko für Verkehrsunfälle dar. Die jährlichen Jagdstatistiken sind ein wichtiges Instrument für ein anpassungsfähiges Wildtiermanagement.
