
Deutschland erlebt wärmste Nacht seit Aufzeichnungsbeginn, Hitzewelle erreicht 42°C vor heftigen Stürmen
Der dritte Tag in Folge mit Rekordhitze bescherte Deutschland die wärmste Nacht aller Zeiten mit 29,4°C, während Meteorologen für Sonntag bis zu 42°C vorhersagen, bevor schwere Gewitter und heftiger Regen das Land überziehen.
Unerbittliche Hitze bricht alle Rekorde
Deutschland steckt in der intensivsten Hitzewelle seiner aufgezeichneten Geschichte. Am Freitag erreichte Saarbrücken 41,3°C – ein Wert, der genau einen Tag Bestand hatte. Am Samstagnachmittag registrierte der Ort Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt 41,5°C, ein weiterer nationaler Rekord. Bis Samstagabend hatten 46 Wetterstationen mindestens 40°C gemessen, 250 Stationen meldeten Allzeithochs und 211 den wärmsten Juni-Tag aller Zeiten.
- Saarbrücken stellt mit 41,3°C neuen nationalen Hitzerekord auf
- Möckern-Drewitz zertrümmert Rekord mit 41,5°C; 250 absolute Stationsrekorde gebrochen
- Kubschütz verzeichnet mit 29,4°C Tiefsttemperatur die wärmste Nacht der deutschen Geschichte
- DWD prognostiziert bis zu 42°C in der Lausitz; am späten Nachmittag schwere Stürme erwartet
- Kaltfront erreicht Deutschland: landesweit Temperaturen unter 30°C
Wärmste je gemessene Nacht
Die Nacht zum Sonntag brachte keine Abkühlung. In Kubschütz, einem Dorf in Ostsachsen, fiel die Temperatur nie unter 29,4°C – der bisherige deutsche Rekord von 27,2°C aus dem August 2003 wurde damit pulverisiert. Mehr als 90 DWD-Stationen verzeichneten neue standortspezifische Höchstminima. Berlin-Marzahn hielt sich bei 26°C, während Dresden und Chemnitz bei 25,5°C ihren Tiefststand erreichten. Meteorologen bezeichneten die Werte als vorläufig, sprachen jedoch von einem historisch beispiellosen Ereignis.
Hitze legt Infrastruktur lahm und belastet Rettungsdienste
Leipzigs gesamtes Straßenbahnnetz wurde am Samstag stillgelegt, nachdem Asphalt und Betonversiegelungen in Weichen und Schienen geschmolzen waren. Das 13-Linien-System wird vor Montag, 3:30 Uhr nicht wieder in Betrieb gehen. In Berlin rückte die Feuerwehr am Samstag zu 2.055 Einsätzen aus, rund 500 mehr als an einem durchschnittlichen Tag. Hitzebedingte Kollapse und Kreislaufnotfälle machten einen Großteil der Zunahme aus, während sich die Zahl der Brände auf über 120 verdoppelte. Zwei Männer ertranken bei getrennten Vorfällen am Tempelhofer Hafen und am Jungfernheideteich; Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Ein weiterer Fahrgast erlitt einen Herzstillstand auf dem Bahnsteig am Innsbrucker Platz, überlebte jedoch, nachdem Umstehende mit der Wiederbelebung begonnen hatten.
Waldbrände und Munition fordern Feuerwehr heraus
Waldbrände verschärften die Belastung zusätzlich. Im Gohrischheide-Gebiet in Sachsen kämpften 200 Feuerwehrleute, zwei Löschhubschrauber und ein gepanzertes Fahrzeug über Nacht gegen einen 16 Hektar großen Brand. Das Gelände ist mit alter Munition belastet, was die Bodenoperationen erschwert.
Der heute Nachmittag erwartete stärkere Wind könnte die Lage verschlimmern. Es gelang uns, das Feuer über Nacht in einem begrenzten Abschnitt einzudämmen.
In Traisen, Rheinland-Pfalz, wurden Anwohner im Umkreis von einem Kilometer eines Waldbrandes bis 2 Uhr evakuiert, da das Gebiet ein ehemaliger Truppenübungsplatz ist.
Stürme beenden Hitzewelle
Für Sonntag sagt der DWD Höchstwerte von 39–41°C im Osten und Südosten voraus, in der Lausitz bis zu 42°C. Im Rest des Landes werden 32–38°C erwartet, kühler bleibt es nur an der Küste. Ab dem Nachmittag werden schwere Gewitter mit Starkregen, großen Hagelkörnern und schweren Sturmböen vorhergesagt, mit einem Risiko von 50 Litern Regen pro Quadratmeter. Die Stürme halten bis Montagmorgen an, dann bricht die Hitzewelle endgültig zusammen und die Temperaturen fallen bundesweit unter 30°C.


