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Regierung·vor 2 Std.

Deutsche Einbürgerungen erreichen 2025 Rekord von 332.500 – getrieben durch Reform der doppelten Staatsbürgerschaft

Deutschland hat 2025 mit 332.500 Menschen so viele Personen eingebürgert wie seit Beginn der Statistik im Jahr 2000 nicht mehr – ein Anstieg um 14 Prozent. Grund ist die 2024 in Kraft getretene Reform, die die doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt und zu einem sprunghaften Anstieg der Anträge von türkischen und russischen Staatsangehörigen führte.

Fünfter Rekord in Folge

Deutschland hat 2025 insgesamt 332.500 ausländische Staatsangehörige eingebürgert, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte. Die Zahl liegt 14 Prozent über der des Jahres 2024 und markiert das fünfte Jahr in Folge mit einem Anstieg. Erstmals seit Einführung der Statistik im Jahr 2000 überstieg die jährliche Gesamtzahl die Marke von 300.000.

Noch nie seit der Einführung der Statistik im Jahr 2000 waren innerhalb eines Jahres mehr als 300.000 Personen eingebürgert worden.

Destatis

Syrer bleiben größte Gruppe, aber ihre Zahl sinkt

Syrer bildeten erneut die größte Kohorte und machten jede fünfte Einbürgerung aus (65.600 Personen, 20 Prozent der Gesamtzahl). Ihre Zahl sank jedoch im Vergleich zu 2024 um 21 Prozent. Destatis führt das anhaltend hohe Niveau darauf zurück, dass viele der zwischen 2014 und 2016 eingereisten Schutzsuchenden nun die Aufenthaltsvoraussetzungen erfüllen. Syrer lebten zum Zeitpunkt der Einbürgerung im Durchschnitt 7,9 Jahre in Deutschland.

Türkische und russische Einbürgerungen steigen um die Hälfte

Die Einbürgerungen türkischer Staatsangehöriger stiegen um 51 Prozent auf 34.100 (10 Prozent der Gesamtzahl), die russischer Staatsangehöriger ebenfalls um 51 Prozent auf 19.700 (6 Prozent). Das Statistische Bundesamt führt die starken Anstiege auf die Ende Juni 2024 in Kraft getretene Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zurück. Seither ist die Mehrstaatigkeit grundsätzlich erlaubt; zuvor mussten Antragsteller in der Regel ihre ursprüngliche Staatsangehörigkeit aufgeben.

Bei beiden Staatsangehörigkeiten stieg die Zahl der Einbürgerungen allerdings um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr.

Destatis

Türkische Staatsangehörige hatten vor der Einbürgerung durchschnittlich 24,1 Jahre in Deutschland gelebt, Russen 14,1 Jahre.

Kleinere Gruppen verzeichnen noch schnelleres Wachstum

Mehrere kleinere Nationalitäten erzielten prozentuale Zuwächse im dreistelligen Bereich. Die Einbürgerungen aus Bosnien-Herzegowina stiegen um 126 Prozent auf 8.800, die aus den USA verdoppelten sich auf 6.600 (plus 100 Prozent), und die aus Albanien stiegen um 97 Prozent auf 6.100.

Einbürgerungen in Deutschland, 2025 – ausgewählte Nationalitäten · people
Syrien
65600 people
Türkei
34100 people
Russland
19700 people
Bosnien-Herzegowina
8800 people
Vereinigte Staaten
6600 people
Albanien
6100 people

Wie der Prozess abläuft und was wegfällt

Der häufigste Weg war die Regel-Einbürgerung, die einen rechtmäßigen Aufenthalt von mindestens fünf Jahren voraussetzt und 72 Prozent der Fälle ausmachte. Mit-Einbürgerungen von Ehepartnern und Kindern machten weitere 19 Prozent aus, und Wiedergutmachungsfälle für Menschen, denen während der NS-Zeit die Staatsbürgerschaft entzogen worden war, sowie deren Nachkommen machten vier Prozent aus.

Der sogenannte Turbo-Einbürgerungspfad, der besonders gut integrierten Ausländern eine Einbürgerung bereits nach drei Jahren ermöglichte, wurde von der derzeitigen schwarz-roten Koalitionsregierung Ende Oktober 2025 abgeschafft. Nur 1.500 Menschen wurden 2025 auf dieser Grundlage eingebürgert, nach 19.100 im Vorjahr.

Anträge und die politische Debatte

Insgesamt wurden 2025 nach vorläufigen Daten 467.400 Einbürgerungsanträge gestellt. Von den 371.100 abgeschlossenen Verfahren führten rund 90 Prozent zur Einbürgerung, etwa drei Prozent wurden abgelehnt, der Rest endete mit Rücknahme des Antrags, Wegzug ins Ausland oder Todesfall.

Der Gesamttrend war bereits Ende Mai bekannt geworden. Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, forderte strengere Regeln, während die SPD die steigenden Zahlen als positives Signal wertete, dass immer mehr Menschen, die alle Voraussetzungen erfüllen, Deutsche werden.

Wiesbaden · Berlin

8 Quellen

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