
Deutschland stellt mit 332.500 Einbürgerungen 2025 neuen Rekord auf – Reform zeigt Wirkung
Die Zahl der Menschen, die die deutsche Staatsbürgerschaft erhielten, stieg 2025 auf 332.500 – der höchste Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2000, angetrieben durch ein Gesetz von 2024, das die Aufenthaltsdauer verkürzte und doppelte Staatsbürgerschaft erlaubte.
Deutschland hat 2025 mit 332.500 Einbürgerungen einen neuen Rekord erzielt, ein Anstieg um 14 Prozent gegenüber 2024 und die höchste jährliche Gesamtzahl seit der bundesweiten Erfassung im Jahr 2000, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Der Sprung markiert das fünfte Jahr in Folge mit steigenden Zahlen und ist vor allem auf das modernisierte Staatsangehörigkeitsrecht zurückzuführen, das im Juni 2024 in Kraft getreten ist, die Mindestaufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre verkürzt und die bisherige Beschränkung auf die Beibehaltung mehrerer Staatsangehörigkeiten aufgehoben hat.
Berlin führt den urbanen Boom an
Berlin verzeichnete unter den Bundesländern den stärksten Anstieg: 39.041 Menschen wurden 2025 eingebürgert – ein Sprung von knapp 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Landesamt für Einwanderung der Hauptstadt hatte das zuvor dezentrale Verfahren zentralisiert, die personelle Ausstattung nahezu verdoppelt und viele Schritte digitalisiert, darunter die Identitätsprüfung. Die Behörde erhielt 42.517 Anträge, lehnte 1.934 ab, und etwa 1.700 wurden von den Antragstellern zurückgezogen. Die durchschnittlich eingebürgerte Person in Berlin lebte 11,2 Jahre in Deutschland und war 32,4 Jahre alt.
Syrer bleiben größte Gruppe
Menschen syrischer Herkunft bildeten wieder die größte Kohorte und machten etwa ein Fünftel aller Einbürgerungen bundesweit aus. Allerdings sank die absolute Zahl der eingebürgerten Syrer um 21 Prozent im Vergleich zu 2024. Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Deutschland zum Zeitpunkt der Einbürgerung betrug 7,9 Jahre, was die Ankunft vieler Schutzsuchender zwischen 2014 und 2016 widerspiegelt, die nun die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. Türkische Staatsangehörige waren mit 10 Prozent die zweitgrößte Gruppe, gefolgt von Russen mit 6 Prozent. Beide Gruppen verzeichneten einen Anstieg von 51 Prozent im Jahresvergleich, ein Anstieg, den das Statistische Bundesamt direkt auf die neue Regelung zur doppelten Staatsbürgerschaft zurückführte.
Starke Anstiege aus dem Balkan und den USA
Mehrere andere Nationalitäten verzeichneten beachtliche prozentuale Zuwächse. Die Einbürgerungen bosnischer Staatsbürger stiegen um 126 Prozent auf 8.800, während sich die Zahl der US-Bürger, die einen deutschen Pass erhielten, auf 6.600 verdoppelte. Albanische Einbürgerungen stiegen um 97 Prozent auf 6.100. In Berlin vervierfachte sich die Zahl der eingebürgerten Amerikaner von 283 im Jahr 2024 auf 1.090 im Jahr 2025. Iranische Einbürgerungen in der Hauptstadt stiegen auf knapp das Doppelte auf 1.619.
Sonderweg bei Integration bricht ein
Ein paralleler Trend war der massive Rückgang der Einbürgerungen aufgrund besonderer Integrationsleistungen. Nur 1.500 Menschen wurden 2025 über diesen beschleunigten Weg eingebürgert, nachdem es im Jahr zuvor noch 19.100 gewesen waren. Der Rückgang folgte auf Gesetzesänderungen Ende Oktober 2025, die diese Option aufhoben.
Regionale Kurzporträts
Brandenburg bürgerte 4.581 Menschen ein, ein Anstieg um 22 Prozent gegenüber 2024, wobei Syrer fast 27 Prozent der Eingebürgerten ausmachten. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer dort betrug 11,3 Jahre und das Durchschnittsalter 32,1 Jahre. Hessen verzeichnete mit 20.036 seinen zweithöchsten Jahreswert, ein Rückgang gegenüber dem Rekord von 24.915 im Jahr 2024, aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt von 14.122 für die Jahre 2000–2023. Das Saarland verzeichnete mit 2.711 Einbürgerungen einen leichten Rückgang von 2,7 Prozent und blieb nahe seinem Allzeithoch. Allein Nordrhein-Westfalen bürgerte 3.841 Russen ein, ein Anstieg von 67,4 Prozent.
- Beginn der großflächigen Ankunft syrischer Schutzsuchender, Höhepunkt 2015–2016.
- Modernisiertes Staatsangehörigkeitsrecht tritt in Kraft: Aufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre gesenkt, doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt.
- 2024 endet mit einem damaligen Rekord von 291.955 Einbürgerungen bundesweit.
- Gesetzesänderung hebt den beschleunigten Einbürgerungsweg für besondere Integrationsleistungen auf.
- 2025 schließt mit 332.500 Einbürgerungen, der höchsten jährlichen Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000.
- Das Statistische Bundesamt und die Landesämter veröffentlichen detaillierte Daten zu den Einbürgerungen von 2025.
Was die Reform geändert hat
Die Reform von 2024, die von der damaligen Ampelkoalition verabschiedet wurde, senkte die reguläre Aufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre und machte die doppelte Staatsbürgerschaft zum Regelfall statt zur Ausnahme, sofern die Antragsteller weitere Kriterien wie die finanzielle Eigenständigkeit erfüllen. Das Statistische Bundesamt stellte fest, dass 91 Prozent aller Einbürgerungen von 2025 unter die reguläre Aufenthaltsregel oder die Miteinbürgerung von Ehegatten und Kindern fielen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer aller Eingebürgerter lag bei 12,4 Jahren.
Es handelt sich wahrscheinlich um eine 'gemischte' Gruppe von russischen Einbürgerungsantragstellern.


