
Sony stellt physische PlayStation-Spiele-Discs bis 2028 ein und wandelt österreichisches Werk um
Sony wird ab Januar 2028 die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele einstellen und auf ein rein digitales Modell umstellen. Das Unternehmen rüstet bereits sein letztes verbliebenes optisches Disc-Werk in Österreich für die Produktion von Mikrolinsen um.
Das Ende einer Ära
Sony gab am 1. Juli 2026 bekannt, dass es die Herstellung physischer Discs für neue PlayStation-Spiele nach Januar 2028 einstellen wird. Der japanische Technologiekonzern ist der erste große Konsolenhersteller, der den Stecker bei Discs komplett zieht, obwohl erwartet wird, dass die Konkurrenz folgen wird. Der Schritt formalisiert eine Verschiebung, die seit Jahren im Gange ist: Im Quartal bis zum 31. März 2026 stammten 85 Prozent der Spieleverkäufe von Sony aus digitalen Downloads, gegenüber nur 10 Prozent im Jahr 2013, so Ampere Analysis.
- Sony kündigt das Ende der Produktion physischer Spielediscs ab Januar 2028 an
- Produktion neuer physischer PlayStation-Spiele wird eingestellt
- PlayStation 6 soll ohne eingebautes Disc-Laufwerk auf den Markt kommen
Wirtschaftliche Rechnung
Der digitale Vertrieb eliminiert Kosten für Pressung, Verpackung, Versand und Händlermargen, was jeden Verkauf profitabler macht. Sony kann zudem Nutzerdaten sammeln und personalisierte Angebote über den PlayStation Store pushen. Die Entscheidung fällt in einer Zeit, in der der Aktienkurs des Unternehmens in diesem Jahr um 17 Prozent gefallen ist und es Abschreibungen aus der 3,6 Milliarden Dollar schweren Bungie-Übernahme verkraften musste. Höhere Softwaremargen könnten Sony mehr Preisflexibilität für die nächste PlayStation verschaffen, die für Ende 2028 erwartet wird.
- 2013
- 10 %
- 2026-03-31
- 85 %
Umnutzung des Werks
Sonys letztes verbliebenes optisches Disc-Werk in Thalgau, Österreich, produziert derzeit täglich 600.000 leere Blu-rays, von denen etwa die Hälfte für PlayStation-Spiele bestimmt ist. CEO Dietmar Tanzer sagte dem ORF Salzburg, dass das PlayStation-bezogene Volumen bis 2028 auf etwa 10 Prozent des aktuellen Niveaus sinken werde. Das Unternehmen hat 30 Millionen Euro investiert, um die Anlage für Mikrooptik umzurüsten, darunter Mikrolinsen, die in der Automobilsignaltechnik verwendet werden. Die 300 bestehenden Mitarbeiter werden laut Tanzer und Markus Streibl, Leiter der Mikrooptik bei Sony DADC, gehalten und umgeschult.
Verbraucherprotest und Eigentumsängste
Spieler haben wütend reagiert und argumentiert, dass digitale Käufe lediglich Lizenzen seien, die widerrufen werden könnten, was die Möglichkeit, Spiele zu verleihen, weiterzuverkaufen oder zu bewahren, zunichtemache. Ein Nutzer kommentierte: „Wir besitzen jetzt buchstäblich nichts mehr.“ Gebrauchthändler wie GameStop in den USA und CeX in Großbritannien stehen vor einem erheblichen Umsatzverlust. Der Schritt bedeutet auch, dass die PlayStation 6 höchstwahrscheinlich kein Disc-Laufwerk enthalten wird, obwohl ein externes Laufwerk separat für ältere Titel verkauft werden könnte.
Es ist eine ziemlich dramatische Entscheidung. Ich bin alt genug, um mich zu erinnern, als digitale Verkäufe bei null Prozent lagen, weil wir keinen digitalen Markt hatten!
Auswirkungen auf die Branche
Der ehemalige Chef von PlayStation Worldwide Studios, Shawn Layden, der 32 Jahre bei dem Unternehmen verbrachte, sagte gegenüber Eurogamer, er habe keine vorherige Kenntnis von dem Plan gehabt und stimme ihm nicht unbedingt zu. Er deutete an, dass die Entscheidung eine reine Tabellenkalkulation gewesen sei: Wenn 80 Prozent der Gelegenheit 95 Prozent des Umsatzes ausmachen, verschwinde der Anreiz, physische Discs zu behalten. Microsofts nächste Generation der Xbox soll Gerüchten zufolge ebenfalls das Disc-Laufwerk weglassen, und das kommende Grand Theft Auto 6 wird ohne physische Disc erscheinen. Nintendo hat bereits niedrigere Verkaufserwartungen für seine Switch 2 signalisiert, die in den USA ab September zusätzliche 50 Dollar kosten wird.
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